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Archiv: Beiträge u. Berichte über April
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Wochenticker Nr. 18
Beitrag Nr.: 30.04.2021      

Autor:       sappam Team - Veröffentlicht  am:   30. April 2021 - Mitteleuropäische Zeit - 09:04:42




Wurde bei der Entwicklung von Schmalfilmapparaten auf das Äußere geachtet ?




Es waren noch schlechte Zeiten, was die wirtschaftliche Lage betraf, als die ersten Normal 8 Kinoapparate (1932) den Amateuren angeboten wurden. Daher galt es erst einmal die wesentlich kleineren Geräte zu bauen, die ihre Funktion dauerhaft erfüllten, erschwinglich waren und weniger einem Schönheitsanspruch gehorchen mussten.

Es galt aber auch in erster Linie dem Ama- teur eine preiswerte Lösung anzubieten, die außerdem noch eine Filmqualität bzw. Bildqualität hervorbringt, die bei der Projektion des Films zu einem Erlebnis wird.

Daher war zu den Anfangszeiten ein Maschinendesign das übliche Erscheinungsbild bei diesen Apparaten. Es sind mehrheitlich die blechernen Konturen gewesen, die ein Kamerakorpus oder ein Filmprojektor zeigte. Nicht weit vom Spielzeugdesign jener Tage entfernt.

Erst langsam kam der Kunststoff, das BAKELIT zur Anwendung und oft nur als Stecker an einem Stromkabel bei einem Projektor.

Als im Kamerabau die Blechteile für das Gehäuses verschwanden, wurde der Zink-Aluminiumguss eingeführt, ein Material, das sich schnell durchsetzte, zumal die Formgebung und das geringere Gewicht sich als der wesentliche Vorteil erwies.

Bei den Projektoren hielt sich die Blechver- arbeitung für die Seitenteile des Gehäuses länger, schon, weil bedingt durch die Hitzeentwicklung der Leuchtmittel hier auf Alternativen an anderen Materialien noch sehr begrenzt waren.

Die Blechverarbeitung erlaubte zwar runde oder fassedierte Kanten, doch wurden Proportionen bei den Abmessungen des Grundkörpers, die dem Schönheitsempfinden im klassischen Sinne entsprechen, kaum beachtet bzw. überhaupt nicht für beachtenswert gehalten.

Erst um 1950 entwickelte sich zaghaft ein neues Denken darüber, dass Proportionen (Goldener Schnitt) und klare Linien (Bauhaus) im Apparatebau sich durchaus positiv auswirken können. Aus Deutschland und Japan kamen die ersten Amateur-Film-Apparate, die einen neuen Trend im Design und somit bei der Begehrlichkeit auslösten. Man nannte es Marketing und verstärkte damit auch die Werbemaßnahmen zum Angebot.

In diesem Zusammenhang sind die beiden bekanntesten Hersteller von Schmalfilm- kameras zu nennen, die Firma Braun AG / Frankfurt, die mit ihren Apparaten unter dem Markennamen Nizo eine neue Richtung in Formgebung einführte und Elmo Co. Ltd. / Nagoya, der es gelang, mit dem Modell Elmo 8-V in einen Industriedesign-Wettbewerb für gut proportionierte Formgebung einen 1. Platz zu belegen.

Es war der Anfang einer weitreichenden Entwicklung, die in den 1970er-Jahren den Höhepunkt der Boom-Jahre bei den Amateurfilmern erreichte. Es ließ sich folglich kaum mehr vermeiden, dass jeder potenzielle Käufer auf die äußeren Konturen einer Filmkamera oder eines Projektors schaute und daher die Akzeptanz bestimmter Modelle erhöhte.

 


Zwar beeinflusste noch die etwas verspielte Stilrichtung der USA, die in den 1960er noch üblich war, bei der Formgebung den Trend zur klaren Linie, doch auch hier wurde bald erkannt, dass ein Wechsel stattfinden müsste.

Dazu trugen die Produkte aus Europa und Asien bei, die neben dem gekonnten Industriedesign auch an die Qualität ihrer Produkte hohe Ansprüche stellten und diese ablieferten.

Da die japanischen Hersteller den Markt der USA nicht vernachlässigen wollten, entwik- kelte sich für diesen Kontinent ein merkwürdiges Mischdesign in den ersten Jahren nach der Einführung des Super 8 Filmformats (1965).

So verließ der Hersteller Fuji Photo Film Co. Ltd., mit dem eigenen Filmkamera-Sortiment die Single 8 Fujica Linie, ein gefälligeres Design, das in Europa etabliert war und Anklang fanden. Mit dem Ergebnis, weder in Amerika noch in Europa war der Erfolg des Unternehmens nach dieser Entscheidung bahnbrechende. Anders im asiatischen Raum, wo sich die von Fuji gestalteten Apparate, die mit dem Single 8 Filmformat arbeiten, durchsetzten und bis heute behaupten konnten.

Nachdem erkannt wurde, dass das Indus- triedesign nicht der letzte Schluss für Verkaufzahlen sei, kam noch der Gedanke der Ergonomie und mit ihr der der Haptik ins Konzept der Entwickler und Marketing- strategen, die konsequenterweise immer schnellere Modellfolgen auf den Markt brachten.

Die modernen Kunststoffsorten, die ab Mitte der 1970er-Jahre von allen Herstellern im Filmkamerabau eingesetzt wurden, erwiesen sich als ideale Stoffe für Formgebung, Haptik und nicht zuletzt auch, was die Widerstandsfähigkeit der Kamera- gehäuse betraf.

Daher wurden nur noch wenige Teile wie die der Filmtransportmechanik und den Ringen an Objektiven (Vario-Objektive) aus Metall gefertigt und verbaut.

Auch im Projektorbau konnte der Kunst- stoff Einzug halten, wobei sich dieser in der Regel nur für die äußeren Schalen eignete, sodass die Apparate ein typisches Modell-Design erhielten. Das Innere der Projektoren baute noch immer auf einem metallischen Chassis auf.

Das schlichte Industriedesign setzte sich letztlich bei allen Endverbraucherprodukten durch und wurde nach dem Abgang des klassischen Films auch im Camcorder-Bau beibehalten. Nur die beliebten Bedienungs- köpfchen blieben für Männer auf ein Minimum erhalten, auch wenn diese mittlerweile durch die Automatik der Geräte kaum mehr benötigt wurden. Die Wischtechnik auf einem Display mit Touchscreen, wie beispielsweise das eines Smartphones, machte es möglich.

Und so kommen wir in die heutige Zeit, in der auch der Amateur seinen Film nur durch Hinhalten auf die Szenen zu jeder Zeit und wo immer er auch sei gedreht werden kann. Selbst die dunkelsten Szenen werden heute problemlos aufgenommen, dank eines Smartphones oder ähnlich aufgebauten Filmkameras.




UN     




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Wochenticker Nr. 17
Beitrag Nr.: 23.04.2021      

Autor:       sappam Team - Veröffentlicht  am:   23. April 2021 - Mitteleuropäische Zeit - 17:29:48




Gibt es noch etwas Besonderes, was unsere Besucher interessieren könnte ?




Diese Frage stellen wir uns regelmäßig zwar nicht täglich, doch in Abständen. Schon deshalb, weil wir vermutlich in den nächsten 10 Jahren kaum mehr die erfahrene Köpfe haben werden, die mit dem klassischen Film-Material gearbeitet haben.

Die in den 1970er-Jahren begeisterte Filmer wurden, sind Leute, die nun zwischen 75 und 90 Jahre alt geworden sind und nicht selten erkennen müssen, dass ihr Hobby nun wirklich der Vergangenheit angehört.

Dieser Umstand führt dazu, dass besondere Eigenschaften und Merkmale, die dem chemischen Film eigen waren, in Vergessenheit geraten. Nun mag man sagen: Wir brauchen auch heute viele dieser Merkmale nicht mehr zu beachten, da sie als überholt gelten, durch die veränderte Technik. Richtig !

Doch ein Museum sollte diese Feinheiten nicht einfach verdrängen oder mangels Interesse unberücksichtigt lassen. Nur gibt es da das Problem der Darstellung solcher Raffinessen, die sich die Hobbyfilmer durch Versuche und Übung erarbeiteten.

Ein einfaches Beispiel können wir hier erwähnen; das mit dem Stativ. Sehr häufig wurde vom Amateur eine Filmszene aus der Hand gedreht und somit die Aufnahmen nicht selten verwackelt. Nichts ist schädlicher im Film, als die Unruhe im Bild durch wackelnde Szenerien.

Die alten mechanischen Filmkameras hatten noch nicht die Möglichkeiten, wie Sie es heute bei den elektronischen Geräten gibt, die einen Bildstabilisator haben. Eine Vorrichtung, die es tatsächlich schafft, ein wenig dieses Manko einer Unruhe im Bild zu unterdrücken, wenn die Aufnahmen ohne Stativ gedreht wurden.

Im Großen Kino, ob analog oder digital gedreht, findet man solche Unruhen so gut wie nie, da die meisten Filmszenen entweder vom Stativ aus gedreht wurden oder mit besonderen Methoden elektronisch nach- bearbeitet sind.

Der Filmamateur weiß zwar um diese Bedingung, doch einhalten kann er Sie nur selten. Vereinfacht gesagt: Mangels geeignetem Gerät zum Zeitpunkt des Drehs!

Das an diesem Beispiel sichtbar wird, wie wenig ein Museum solche oder ähnliche Eigenarten des Hobbys, die nur aus der Praxis heraus veränderbar sind, nicht aufgearbeitet werden können und daher kaum Gegenstand einer Attraktion wären, dürfte klar sein.

Gleiches mag auch gelten für eine aufwendige Museumspräsentation über die Entstehung eines Tonfilms, auch wenn das Film-Material, also der Rohfilm, in den letzten Jahren des Super 8 Formats schon als Soundfilm mit Magnetstreifen, also fertig konfektioniert gekauft werden konnte.

Der aufwendige Entwicklungsprozess eines Umkehr-Farbfilms, der in ein Entwicklungs- labor geschickt werden musste, wird kaum in einem Museum veranschaulichend nachgestellt werden können, da die hierfür eingesetzten Chemieanlagen nicht nur in ihrer Größe unübersichtlich auch äußerst komplex waren, vom Einsatz der speziellen Emulsionen ganz zu schweigen.

Der schwarz/weiß (s/w) Film, der ab 1935 durch den Farbfilm sowohl in den USA als auch in Europa mehrheitlich abgelöst wurde, konnte noch bis 1978 käuflich erworben werden. Dieses Film-Material entwickelte man in den üblichen Entwicklungsbädern für s/w Filme, daher auch im heimischen Labor, wenn eine spezielle Entwicklerdose für 8 mm Filme, die aus der damaligen UdSSR kam, neben den Chemikalien vorlagen.

 


Manche Ausstellungen begnügen sich mit der Präsentation eines ausgewählten Amateurfilms in einem kleinen Vorführraum. Eine Attraktion, die schon dadurch Sinn macht, weil so mancher Besucher einen Ruheraum nach den vielen Vitrinen gerne aufsucht, selbst dann, wenn letztlich ein aus den 1970er-Jahre stammende Schmalfilm heutzutage doch etwas anstrengend wirkt.

Vielleicht lässt sich ein Vergleich anstellen zwischen der heutigen Technik, die eines als normal geltenden TV-Gerätes und einer Amateurfilm-Projektion auf Leinwand, um so die Aufmerksamkeit des Besuchers zwischen alter Mechanik und moderner Elektronik zu lenken.

Auch könnten einige Apparate im Schnitt gezeigt werden. Ein sinnvoller Vorschlag wäre es und steht außer Frage. Ein Nachteil, der sich bei einer Ausstellung mit vorwiegend präsentierten Filmkameras, Bildbetrachter und Projektoren aus dem Amateurbereich ergibt, wird durch die bisher gemachten Andeutungen nicht gelöst sein.

Hier könnte nur unter Einbeziehung aller Besucher, mit einer besonderen Attraktion geworben werden welche das allerdings sein soll, bleibt vorerst eine offene Frage.

Auf keinen Fall lösen stark plakatierte Flächen in den Ausstellungsräumen einen Eindruck aus, der eine Besuch unvergesslich macht. Außergewöhnliche Präsentationen sind nicht einfach zu erstellen, zumal ein Großteil der wichtigsten Exponate so angeordnet werden müssen, das Begehrlichkeiten zur Mitnahme beim Besucher nicht aufkommen.

Gläserne Abdeckungen schützen vor Verstaubung eine der undankbarsten Erscheinungen in Museen, doch schon die leichteste Staubschicht wirkt abschreckend. Vitrinen, ob oben offene oder rundum geschlossene Behälter wirken distanzierend, zumal der dem Objekt eigene Glanz genommen wird.

Lampen und Strahler, deren Lichtkegel auf die Objekte gerichtet sind, heben so manches Exponat hervor, auch dann, wenn es manchmal nicht einmal das Glanzstück der Ausstellung ist. Doch auch hier muss ein Gleichgewicht eingehalten werden, um den Effekt der Bewunderung beim Besucher herauszufordern.

Nicht selten versuchen Besucher die ausgestellten Objekte mit ihrer eigenen Erfahrung und Erinnerungen abzugleichen. Ja, manchmal sucht sie auch Bestätigung darin, Jahre zuvor selbst einmal im Besitz eines ähnlichen oder gleichen Modells der Ausstellung gewesen zu sein.

Interaktive Ausstellungen haben sich in den letzten Jahren als sehr beliebt erwiesen, besonders dann, wenn die Besucher Jugendliche sind. Aktionen, die durch eigenes Zutun den Wissensstand erweitern, hinterlassen verständlicherweise nachdrük- kliche Erinnerungen. Daher sollte heute dieser Aspekt bei einer Ausstellungsplanung nicht außer Acht gelassen werden.

Doch wieweit sollte dieses Angebot gehen ? Ein guter Mix scheint empfehlenswert, wenn dabei der Schwerpunkt einer Ausstellung nicht an den Rand gedrückt wird. Doch was ist der eigentliche Schwerpunkt bzw. der Sinn einer Ausstellung, die nur alte Apparaturen präsentiert ?

Jede Ausstellung ist im Grunde genommen ein Kulturevent, dass auch mit anderen Medien im unmittelbaren Wettbewerb steht und doch ist es wichtig, die Dinge, die als ausstellungs- und sammelwürdig erachtete wurden, als die ergänzenden Teile im Puzzle der Kulturgeschichte zu betrachten. Es sind immerhin die Objekte die einer Aufmerksamkeit und Bewahrung würdig sind.








UN     




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Wochenticker Nr. 16
Beitrag Nr.: 16.04.2021      

Autor:       sappam Team - Veröffentlicht  am:   16. April 2021 - Mitteleuropäische Zeit - 10:19:40




Was bedeutet eigentlich 'analog' und 'digital' in der Welt der Fotografie ?
Teil 3




In den beiden vorherigen Beiträgen sprachen wir hauptsächlich über die analoge Technik in der Audio/Video-Welt (AV). Der Übergang zur digitalen Welt in der Filmindustrie, dem Großen Kino und in den Fernsehstudios zeigte sich schon früher. Doch für den Amateur war jede Anschaffung in dieser Richtung noch indiskutabel, weil so etwas finanziell einfach nicht zu schultern war.

Doch bevor wir weiter digitale Audio- und Videotechnik informieren, möchten wir vom sappam, unseren Lesern mitteilen, dass zurzeit unsere DIGI-Frühjahrs-Aktion 2021 läuft, eine Aktion, die sich explizit an potenzielle Spender von Amateurfilm-Apparaten richtet.

Die Aktion läuft bis zum 31.05.2021 und jeder kann teilnehmen, der bereit ist, dem sappam, dem Schmalfilm-Apparate-Museum in Köthen, mindestens ein Amateur- schmalfilmgeräte aus seinem privaten Fundus spendet und darüber hinaus über einen 8 m breiten Amateurfilm verfügt, der zu digitalisieren wäre. Gleich ob im Format Normal 8 oder Super 8.


Die Teilnahme ist denkbar einfach, wenn folgende Bedingungen erfüllt werden:

  • Die Spende sollte möglichst vor dem
        31.05.2021 im Museum, gut verpackt und
        Versandkostenfrei eintreffen.

  • Der Sendung ist neben dem zu digitalisie-
        renden Amateurfilm ein USB 2.0-Stick
         (mind. 8 GB) beizulegen.


  • Als Dank für das überlassene Objekt als Spende wird das Museum den beigefügten USB-Stick mit der vom Film generierten digitalen Datei - MP4 Format - samt dem Originalfilm dem Spender portofrei zurücksenden.

    Leider müssen wir aber auch darauf hinweisen, dass wir vom sappam für einen evtl. verloren gegangen Film keine Haftung bzw. Gewährleistung auf Ersatz übernehmen.

    Weitere Infos erhalten Sie durch Klicken auf diesen Link.

    Alle Rechte der eingesandten Filme verbleiben beim Einsender (dem Spender), immer da wo die Filmszenen vom Amateur gedreht wurden.

    Nachdem wir hier nochmals auf unsere DIGI-Aktion eingegangen sind, ist es Zeit, das binäre System der Digitalisierung von Signalen, wie sie bei der Audio- und Video-Technik eingesetzt wird etwas ausführlicher zu erklären.

    Ausgehend von einem analogen Signal im Fall von Schall - der Ton - oder Licht - die Farben, so müssen die eingehenden Wellen erfasst werden und mit geeigneten elektro- nischen Apparaten so verarbeitet werden, dass die auf einer Sinuswelle festgelegten Amplituden (analoges Signal) mit einer stufenartigen Modulation (digitales Signal) belegt werden.

    Das heißt, dass das tagende analoge Signal der Welle so moduliert wird, dass in Schritten diese Werte treppenartig eingebracht wer- den. Dadurch ergeben sich je nach eingesetzter Häufigkeit der aufgeteilten stufenartigen Modulationswerte, die dann als binäre Werte verarbeitet werden und somit das digitale Signal bestimmen.

    Natürlich bedarf es noch weitere Parameter in der vom Programm erzeugten Umsetzung der Signale, doch diese sind mehr oder weniger Aufgabenspezifisch festgelegt.

     


    Da digitale AV-Aufzeichnungen nur mit elektronischen Geräten abgearbeitet werden, sind rein mechanische Apparate nicht mehr tauglich. Auch für Tonaufzeichnungen, die vor vielen Jahren analog auf Draht oder Magnetband gespeichert wurden, gilt, dass eine unterstürzende Elektronik für die Wiedergabe unabdingbar ist. Rein mechanische Lösungen gibt es dafür nicht.

    Der klassische Film, der für einen Umsetzung auf Digitaltechnik sehr hohe Ansprüche an die Elektronik stellt, wurde erst für die großen Filmstudios und Rundfunk- bzw. Fernsehstationen entwickelt. Was um 1970 erst Früchte trug. Doch der Weg bis zur Massenproduktion von geeigneten digital arbeitenden Apparaten sollte noch gut 30 Jahre lang und beschwerlich sein.

    Für den Filmamateur wurde dies sichtbar, selbst als die ersten Videokameras, gefolgt von Camcordern auf den Markt kamen. Alles hochpräzise Apparate mit anspruchs- voller Elektronik, aber analog arbeitend schon dem chemischen Film direkte Konkur- renz machten.

    Es waren die Camcorder der späten 1990er-Jahre, die mit digitaler Aufzeichnung ein Magnetband beschrieben, dann kamen in schneller Folge Mini-DVDs, SSD-Festpaltten und Flashspeicher als Speichermedium auf.

    Nun galt es nur noch die AV-Signale so in digitale Signale umzuwandeln und zu codieren, dass diese Menge an Signalen auf ein Speichermedium passt.

    Mit den Möglichkeiten der hochgerüsteten PCs und Notebooks - um das Jahr 2000 - im privaten Bereich, begann man mit der Einführung der sogenannten Container, die in den AV verarbeitenden Programmen Audio/Video-Signale erkennen verarbeiten und weiterleiten (streamen).

    Die Dateiendungen WAV (Riff Wave) oder AVI (Audio Video Interleave) wurden schon um 1992, hauptsächlich von Micro Soft (MS) für das Windows-Betriebssystem eingeführt und den Amateuren somit zugänglich. Da aber Video-Aufzeichnungen wesentlich höhere Datenmengen erforderten als die Audio-Aufzeichnungen, konnten die ersten Video-Clips, die von Amateuren aufgezeichnet und wiedergegeben wurden, nur mit sehr kleinen Bildgrößen (Abmessungen) arbeiten, deren Auflösung nicht einmal dem damals üblichen TV-Standard entsprach.

    Die Abtastung (engl. sampling) der im Container enthaltenen Signale wird durch die Registrierung der vorhandenen Messwerte zu diskreten - in einer Skala hinterlegten gleich- mäßigen Takten - ausgelegt. Das zeitdiskre- te Signal wird durch diesen Takt, dem zeit- kontinuierlichen Signal letztlich bestimmt.

    Digitale Signale werden folglich, mathe- matisch betrachtet durch Recheckfunktionen bestimmt. Beispielsweise sind es Recheckfunktionen, die in der Audio-Signal-Übertragung bei bestimmten elektronischen Tongeneratoren, wie dem Synthesizer die Grundlage bilden. Diese Funktionen hier die der Pulsweitenmodulation (PWM), werden auch in den Analog/Digital-Umwandlern genutzt, wie sie seit Marconi eingesetzt wird.

    Wie wir sehen, die Digitale-Video-Welt ist weit komplizierter als wir Vermuten, doch spätestens seit 2006 sind digitale Video-Aufzeichnungen mit Amateur- Camcordern und mittlerweile auch mit Digi-Fotoapparaten sowie Smartphones etwas ganz Selbstverständliches.




    UN     




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    Wochenticker Nr. 15
    Beitrag Nr.: 09.04.2021      

    Autor:       sappam Team - Veröffentlicht  am:   09. April 2021 - Mitteleuropäische Zeit - 09:15:44




    Was bedeutet eigentlich 'analog' und 'digital' in der Welt der Fotografie ?
    Teil 2




    Mit der Video-Technik, mehr noch mit der Video-Technik für Amateure ergab sich, dass sich Leinwände und Filmentwicklung erübrigten, denn das Magnetband als Speichermedium, welches den Film ersetzte, konnte viel einfacher gehandhabt werden als der klassische Filmstreifen von 15 m in einer Kassette. Dazu kam, dass jeder Fernsehapparat als Vorführgeräte diente und dessen Bildqualität zu dieser Zeit als ausreichend bis gut empfunden wurde.

    Was wollte man denn noch mehr ? Und doch machte die Elektronik gerade in den 1970er-Jahren Monat für Monat Fortschritte, von denen man als Endverbraucher kaum etwas ahnte.

    Anfang der 1980er-Jahre kamen die ersten Personal Computer (PC) auf den Markt, die sich ein Amateur leisten konnte. Auch wenn so mancher Skeptiker den Apparaten nicht viel Vertrauen schenkte, so machten doch diese Rechner Karriere bei den Jüngsten. Commodore (64), Sinclair (81) oder Atari hießen die Zauberkisten, mit denen am Fernsehgerät oder mit einem einfachen Monitor die sogenannten Computerspiele hipp wurden.

    Es wurde erstmals möglich, mit diesen Apparaten Computerprogramme selbst zu schreiben und so manches Ergebnis der in Basis geschriebenen Programme auch bewegte Figuren über den Bildschirm laufen ließ. Mit einem Speicher von 64 kB konnten auf einmal noch nie da gewesenen Dinge, wie z. B. Figuren auf elektronisch Weise in Bewegung gesetzt werden.

    Die digitale Technik kam über Nacht in die privaten Haushalte und begeisterte Mathematikfreunde, Textschreiber, Modell-eisenbahner und so manchen Hobbyfilmer. Letztere befassten sich gerne mit Programmen zur Ansteuerung von Kassettenrekorder und Filmprojektor, um damit den lippensynchronen Film feiern zu können.

    Die immer einfacher werdende Bedienung der Video-Geräte, die als sogenannte Camcorder auf den Markt kamen, erübrigte allerdings schnell diesen Trend der Computer gesteuerten Tonanpassung, da nun auch jeder Video-Film mit Ton aufgezeichnet und vorgeführt werden konnte.

    Erstaunlich war die Leistung der Camcorder, mehr noch als das Hi 8 oder das S VHS C Format bei den Hobbyfilmern Einzug hielt, denn beide Formate ermöglichten nun das Überspielen des Masterbandes bei erträglichen Qualitätsverlusten. Auch wurde die elektronische Farbkorrektur mit Zusatzgeräten möglich.

    Titelgeneratoren ergänzten den Video-Clip und hochwertige Videorekorder ließen es zu, die eigenen Filmszenen zu schneiden, wenn nicht schon der Camcorder diese Möglichkeit bot.

    Noch immer sprechen wir von der analogen Video-Technik, wenngleich die Tontechnik schon die ersten digitalen Aufnahmen (1979 für CD-ROM-Datenträger) möglich machte. Nach der massenhaften Einführung der Audio Compact Disc (CD-ROM) wurde 1982 erstmals das erfolgreiche Datenkom- pressionsverfahren, genannt MP3, vorgestellt und etwas später als MPEG 1 bzw. 2 zum Standard erhoben. Auch wenn dieser Stan- dard Video-Daten abarbeiten kann, so wird er doch vorzugsweise für Audio-Daten verwendet.

     


    Dieses patentierte Kompressionsverfahren von digitalen Datenströmen vermindert oder besser gesagt komprimiert die anfallenden, vom Menschen wahrnehmbaren Frequenzen und somit die Datenmenge im Audio-Bereich um bis zu 85 %. Ein Vorteil, der der Musik-Branche und letztlich dem Konsumenten sehr entgegen kam, als der MP3-Player den Walkman, jenes Musik-Abspielgerät von Musik-Kassette, ablöste.

    Da jede digitale Videoaufzeichnung weit mehr Daten generiert als eine zeitlich vergleichbar lange Audio-Aufzeichnungen, entwickelte sich die digitale Videotechnik für den Endverbraucher etwas langsamer. Denn für Video-Aufnahmen ist eine wesentlich anspruchsvollere Elektronik erforderlich, was gleichermaßen für die Apparate der Wiedergabe gilt.

    Daher musste, so merkwürdig es klingt, erst die klassische Leinwand des Filmamateurs durch einen neuartigen Monitor bzw. Fernsehapparat ersetzt werden. Der Markt der digitalen Fernseher wurde eröffnet.

    Die Flachbildschirme kamen am Anfang des Jahrzehnts - um 2000 - auf. Zuerst waren es die Plasmabildschirme (bis 2014 auf dem Markt), dann folgten die LCD-Bildschirme (Liquid Cristal Display) bzw. Monitoren, die heute zum Standard aller modernen HDTV-Geräten im Consumer-Bereich gehören und an den meisten Video-Kameras den Aufnahme- und Einstellungssucher darstellen.

    Die immer kleiner werdenden Video-Kameras und Camcorder verdanken hauptsächlich ihre Existenz der Miniaturisierung bei den Elektronikchips, die nicht nur als Bildwandler verkleinert und leistungsfähiger wurden, auch der gesamte Elektronikbereich zur digitalen Daten- speicherung und Wiedergabe machten es möglich.

    Mit ihr zog definitiv die Digitaltechnik unter anderem in die Welt der Bilder ein, die ein Teilgebiet der technischen Informatik ist und somit die Signalverarbeitung in zeitdiskrete wie auch wertdiskrete Form verarbeitet.

    Die zeitdiskreten Werte im der binären Digitaltechnik kennt nur zwei Zustände die mit logisch null (0) und logisch eins (1) verarbeitet werden.

    Bei analogen Sprach- und Musik- übertragungen muss ein DSM (digitales Spektrum in der Modulation) festgelegt sein, nur so kann die Taktrückgewinnung vor der digitalen Modulation zu einem Muss in der Verständigung zwischen Sender und Empfänger werden.

    Die Aufgabe ein analoges Signal in ein digitales Signal umzusetzen, übernehmen heute die sogenannten A/D-Wandler. Den Signaleingang kann man sich vereinfacht so vorstellen, indem die man im Zeitdiagramm die wertdiskreten Signale an Punkten festmacht, die sowohl in horizontaler als auch in vertikaler Folge auftreten.

    Weitere Details hier zu beschreiben, würde den Rahmen sprengen, den der Wochenticker bieten kann. Und doch kann gesagt werden, dass heute (2021) eine Reihe von Anwendungen mit digitaler Signal- übertragung eingesetzt werden. Also nicht nur der moderne HDTV-Apparat oder das Smartphone, nein eine Vielzahl von Geräten, von denen man es nicht erwarten würde, dass diese digitalisierte Signale verarbeiten.





    Fortsetzung folgt

    UN     




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    Wochenticker Nr. 14
    Beitrag Nr.: 03.04.2021      

    Autor:       sappam Team - Veröffentlicht  am:   03. April 2021 - Mitteleuropäische Zeit - 14:42:14




    Was bedeutet eigentlich 'analog' und 'digital' in der Welt der Fotografie ?



    Nun, 'Digitales-Zeitalter', 'Digitalisierung' oder Sätze, die in diesem Zusammenhang stehen, hört man überall und an jeder Ecke. Man müsste glauben, jeder weiß etwas, das heißt !

    Fragt man einen jüngeren Menschen, so wird er die Frage kaum verstehen, denn für ihn ist es selbstverständlich, alles ist heute digital. Vom Smartphone bis hin zum Internet.

    Und doch sind sich nicht alle einig darüber, es genau zu wissen welcher Unterschied zwischen analoger und digitaler Technik wirklich besteht. Zumal erst Ende des letzten Jahrhundert die Unterscheidung zwischen den Systemen der Bild- und Tonaufnahme gemacht wurde.

    Tatsächlich ist es nicht selbstverständlich, dass ein Musikstück digital aufgezeichnet wurde. Denkt man da an die frühen Jahre der Musikaufnahmen auf Schallplatten, wird man eines Besseren belehrt, nur wer benutzt heute noch einen Plattenspieler.

    Allenfalls kennt man noch diese alten Geräte, bekannt unter dem Namen Grammophon und mit Tontrichter zu finden als Deko-Stück beim Antiquitätenhändler, mit denen die sogenannten Schellack-Platten abgespielt wurden.

    Ja, diese Aufnahme- und Wiedergabetech- nik, die bekanntermaßen vom Erfinder Thomas Edison in den USA, zwar nicht als den idealen 'Phonograph' (1887) erfand, aber dann doch ab 1889 diesen marktreif machte, war nach heutigem Maßgabe analog. Ein Verfahren, das durch kontinuierliches Aufzeichnen und Wiedergeben den gewünschten Effekt mit den damals vorhandenen Mitteln und Geräten erzielte. Es war der Ton, besser gesagt: Der Ton, der die Musik machte.

    Und doch geht die Definition 'analoge Technik' noch einige Schritte zurück, denn in erster Linie bezeichnet man als 'analog' die kontinuierliche, also ununterbrochene Übermittlung von Signalen.

    Mit der Einführung der Elektrizität erweiterten sich schnell die Übermittlungsmethoden von Signalen, wie z. B. die Datenübermittlung von Morsezeichen über Draht oder Funk, eine Technik, die in der Telegrafie genutzt wurde.

    Mathematisch betrachtet lässt sich jede analoge Signalübertragung als Sinuswelle und somit wertkontinuierlich auf einer zeitkontinuierlichen Achse darstellen.

    So kommt man zu dem Schluss, dass die meisten Ton- und Musikstücke bis in die späten 1970er-Jahre hinein analog aufgezeichnet und auch vom Endverbraucher mittels Plattenspieler, Tonbandgerät oder Cassettenrecorder bzw. dem beliebten Walkman wiedergegeben wurden.

    Die Erkenntnisse aus der frühen Elektronik führten schon um 1935 dazu, auf analogem Wege auch Bilder übertragen zu können. So blieb eines der bekanntesten Einsätze jener Zeit, die Fernseh- Bildübertragung der Olympischen Sommerspielen von 1936 in Berlin, dem Publikum der sogenannten Fernsehstuben unvergesslich.



     


    Die Technik der Signalübertragung von Bildern entwickelte sich nach 1946 sehr schnell weiter und mündete 1952 in landesweite öffentliche Fernsehbildübertrag- ung mit schwarz/weißen Bildern per Funk. Nicht zu vergessen, dass auch die Speichermedien von Schallplatten (Ton) nun auf Magnetbänder (Ton/Bild) ebenso dazu beitrugen, die aufkommende Videotechnik (1953 - mit MAZ) einzuführen.

    Die Firma Ampex (USA) bot erstmals 1956 einen sogenannten Videorekorder an, eine Maschine, die für die analoge Bild- Tonaufzeichnungen auf Magnetbändern als Speichermedium einsetzte und somit eine Wiedergabe jeder Zeit möglich machte.

    Erst 1967 führte man in Deutschland das PAL-Farbfernsehen ein, zwei Jahre nachdem die Firma Eastman Kodak (USA) den Normal 8 Film mit dem Super 8 Format ablöste. So verwunderte es nicht, dass bei der Reihenfolge der eingetretenen Ereignisse auch die klassische Fotografie der bewegten Bilder und somit die der Amateure des Schmalfilms dem Hobby immer mehr Zeit widmeten. Der Boom, ausgelöst von den Filmamateuren mit Super 8 Filmformat, fing erst richtig an.

    Selbst das sehr kleine Filmformat eines 8 mm breiten Filmstreifens übertraf zu jener Zeit die Fernsehbild-Qualität mit seinen 50 Halbbildern je Sekunde in Sache: Auflösung. So wirkte fast jedes Ergebnis eines Amateurfilmes bei der üblichen Vorführung auf einer Leinwandgröße von 120 x 90 cm im heimischen Bereich noch immer sehr überzeugend.

    Als der Super 8 Tonfilm dem Amateur ab 1974 angeboten wurde, dachten nur wenige an den sich bereits im Hintergrund abzeichnende Erfolg der Videotechnik, eine Technik, die sich immer schneller entwickelte und daher auch dem Amateur bald zur Verfügung stehen würde.

    Mit der Etablierung des von JVC - Japan - entwickelten VHS-Videokassettenformats, welches nun auf Videorekordern für Endverbraucher lief und im Jahr 1975 startete, zeigte sich, dass die noch immer analog arbeitende Bildelektronik im Kamerabau, Fortschritt machte, insbe- sondere bei den elektronischen Bildwandlern. Auch wenn so manche Amateur-Videokamera noch mit einem Röhrenbildwandler arbeiteten.

    Als aber 1983 die Video-Aufnahme und Wiedergaben-Apparate mechanisch zusam- mengefasst wurden und als Camcorder (SONY) auf dem Markt kamen, war kein halten mehr beim Verbraucher, der nun auf Magnetbändern gespeicherte Filmszenen auf jedem TV-Gerät wiedergeben konnte.

    Die stets wachsende Pixelzahl, angefangen bei 224.000, bei den ab 1983 eingeführten CCD-Bildwandlern in Camcordern, ermög- lichte diesen Apparaten fortan eine Bildqualität zu schaffen, die annähernd der Auflösung der TV-Bildauflösung einsprach. Damit brachte die Videotechnik - noch immer analog - viele Vorteile dem Gelegenheitsfilmer, Vorteile, die der klassische Film weder bieten noch erfüllen konnte.




    Fortsetung folgt.
    UN     




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    Es wird darauf hingewiesen, dass die hier verwendeten Markennamen den jeweiligen Firmen als Eigentümer gehören, dies sind im Allgemeinen: Warenzeichen, Marken oder patentrechtlich geschützte Bezeichnungen.



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