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Archiv: Beiträge u. Berichte über August
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Wochenticker Nr. 33

Beitrag Nr.: 07.08.2020      

Autor:       sappam Team - Veröffentlicht  am:   07. August 2020 - Mitteleuropäische Zeit - 08:01:05




Über die Objektive von Schmalfilmkameras.



Nimmt man heute eine alte Schmalfilmkamera aus dem Jahr 1932 oder später gebaut in die Hand, wird man feststellen, dass das Objektiv nicht viel größer ist als eines an heutigen Smartphones. Es waren einfache Linsen, die ein kleines Feld aus leuchteten.


Über deren optische Eigenschaften weiß man etwas zur Lichtstärke und deren Brennweite, zumindest bei den Filmkameras. Es gehörte zum festen Merkmal eines Objektivs diese Werte zu kennzeichnen. Genauso wie es bei den Objektiven von Fotoapparaten, Mikroskopen, Teleskopen, und anderen optischen Geräten gebräuchlich war.


Mit der Einführung der Turret-Filmkameras in den frühen 1950er-Jahren, kamen Objektive auf den Markt, die durch Ergänzungen von Vorsatzlinsen zu einem Weitwinkelobjektiv oder zu einem Tele-Objektiv wurden. Man erkannte die Möglichkeiten, mit bestimmten Linsen auf einfache Weise mehr Spielraum dem Kameramann beim Bildausschnitt von einem Standort aus zu geben.


Nachdem sich der Farbfilm - ab 1935 - auch beim Amateurfilmer durchsetzte, mussten einfache Linsen durch komplexe Linsensysteme zu einem Objektiv zusammen gesetzt werden, damit Farbverschiebungen auszugleichen sind und somit eine höhere Bildschärfe brachte. Ein wichtiges Argument, bei der doch sehr kleinen Bildfläche, die der 8 mm Film zur Verfügung stellt.


Das Vario-Objektiv, besser als Zoom-Objektiv bekannt, stellte an den Objektivbau noch höhere Ansprüche. Zoom-Objetive wurden zuerst in Fotoapparaten verbaut, gefolgt von den Schmalfilmkameras für 16 und dann auch in Apparaten für 8 mm breite Filmstreifen. Die komplexe Zusammenstellung dieser Systeme machte das Bauelement Objektiv teuer. Daher wurden anfänglich Wechselobjektivausführungen an 16 mm Filmkameras mit dem Gewindevorsatz Turret-FilmkamerasC-Mount und für 8 mm Kameras mit dem Turret-FilmkamerasD-Mount angeboten.


Auch wenn die ersten für den Amateur erschwinglichen Amateurfilmkameras mit Zoom-Objektiven aus Japan kamen, so wurden diese Linsensysteme, vermutlich aus patentrechtlichen Gründen, nie in Fachbüchern die der Öffentlichkeit zugänglich waren ausführlich beschrieben.


Die Fertigungsmethoden der Objektivhersteller blieben weitgehend dem Amateur unbekannt, obwohl die Verkaufsstrategien aller Kamerahersteller, ab 1965 mit der Super 8 Einführung, durchaus die Vorteile, wie den Reflexsucher, der Zoom-Objektive propagierten. Nur noch die billigsten Filmkameras wurden als Fix-Focus-Apparate verkauft.


Erstaunlich war der Erfolg der auch dem Zoom-Objektiv zu verdanken war! So wurden meist Filmkameraserien aufgelegt, die 3 Objektiv-Varianten besaßen. Damit die genaue Justierung des Objektivs zur Filmfläche eingehalten wird, kamen nur festverbaute Zoom-Objektive auf den Markt. Was die Lichtstärke betraf, so wurden meist Objektive mit F 1:1,8 und einem Zoom-Faktor zwischen 3, 5 oder 6, 8 oder 10 liegend, am gebräuchlichsten.


Kamera- und Objektivhersteller musste nicht der gleichen sein. Zoom-Objektive waren in vielen Fällen Zulieferprodukte, da deren Herstellung eine sehr komplexe Fertigungslinie erfordert. Ledigliche die Markierungen am Objektiv einer Filmkamera, verriet in einigen Fällen, den tatsächlichen Hersteller, dann wenn der Kamerahersteller auf seine eigene Marke verzichtete.


So waren es Objektive von Schneider-Kreuznach, Leitz, Zeiss, Angenieux, Kern Paillard, die in Europa Lieferanten waren. In Asien belieferten die Firmen Canon, Cosina, Cinekon, Minolta, auch andere Filmkamerahersteller. Selbst Chinon, einer der größten und erfolgreichsten Hersteller von Schmalfilmkameras für Amateure hatte einen Zulieferer für Objektive.


Alle Kameraherstelle und solche die als Händler eine eigene Marke lancierten, ließen sich einen Hausmarkennamen des eingesetzten Objektiv-Systems einfallen und markierten es dementsprechend, wie z. B. Revue mit Revuenon oder Bauer mit Neovaron. So konnte nur noch vermutet werden, wer der Hersteller des Objektivs war und in welcher Qualität es tatsächlich ausfiel.


Die meisten asiatischen (aus Japan gelieferten) Apparate zeigten aber, das muss gesagt sein, eine hohe Qualität bei den Objektiven. Im Falle der Entspiegelung ihrer großen Fontlinsen, möge es, bedingt durch die Bearbeitungsverfahren unterschiedliche Qualitätsmerkmale gegeben haben. Doch reichte es aus, die gewünschten Effekte zu erzielen um keine irritierende Einstrahlung oder unerwartete Lichtreflexe auf das Filmmaterial zu bekommen.


Der Aufbau eines Zoom-Objektivs war nicht einfach zu berechnen, wollte man erreichen, dass in allen Positionen der angegebenen Brennweiten ein scharfes Bild entsteht. Erst mit der Einführung elektronischer Berechnungsmethoden gelang es, noch die sinnvollen Macro-Zoom-Objektive zu entwickeln. So erreichte man letztlich die Machbarkeit der Nahaufnahme ohne Nahlinse.


Um die Akzeptanz nochmals in den Boomjahren von 1970 zu verlängern, erfand man das lichtstarke Zoomobjektiv - F 1:1,2 oder F 1:1,4, und mit diesen die sogenannten XL-Kameras, Apparate die noch bei Kerzenlicht und unterstützt durch einen hoch lichtempfindlichen Film jede dunkle Szenen einfangen konnte.


Was nicht dem Objektiv als Bauteil einer Filmkamera zuzuschreiben ist, ist der Einbruch des Booms mangels AF-Objektiv (Auto Fokus). Jener Objektiv-Typ, welcher mittels einer zusätzlich eingebauten Elektronik das zentrale Objekt der Szenen erfasst, um die korrekte Entfernung automatisch einzustellen.


Diese Technik kam wirklich aus der Not, als es erkennbar wurde, dass die analogen Video-Camcorder mit einer elektronischen Auto-Focus-Einrichtung versehen, den gesamten Amateurfilmer-Markt neu aufrollten.


UN     





Dieser Beitrag als Wochen Ticker unterliegt dem Copyright © vom sappam.



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Wochenticker Nr. 32

Beitrag Nr.: 01.08.2020      

Autor:       sappam Team - Veröffentlicht  am:   31. Juli 2020 - Mitteleuropäische Zeit - 09:01:38




Das sappam virtuell im Internet !



Die Zeiten im Frühjahr 2020 haben die Landschaft, nicht nur der Theater und Sportstadien, nein auch die der Museen und anderen Häusern mit Publikumsverkehr verändert. Die Covid 19-Pandemie zwang die Bevölkerung auf diesem Planeten, sich zumindest für eine längere Zeit, gesellschaftlich anders zu verhalten.


Museen haben auch hier ihren Beitrag zu leisten, wenn es darum geht Schutzmaßnahmen zum Wohl der Besucher zu ergreifen, ab dem Zeitpunkt, ab dem die Eröffnung wieder möglich wird.


Die nun schon 5 Monate andauernde Problematik der geschlossenen Häuser, veranlasst nicht wenige Kuratoren auch den Bestand ihrer Objekte zu sichten und neu zu ordnen. So manches Museum hat auch neue Ausstellungskonzepte erarbeite die nicht selten von einem virtuellen Angebot begleitet werden. Das Internet macht es möglich !


Alt eingesessene Museen und solche die einen weltbekannten Namen haben, sind schon seit Jahren mit einer Internet-Präsenz vertreten. Sie bieten auf ihren Plattformen lediglich Informationen an, die als Hinweis zu laufenden bzw. geplanten Ausstellungen zu verstehen sind. Solche Häuser sind auch in den bekanntesten Suchmaschinen schnell zu finden.


Weniger bekannte Museumsprojekte, auch solche die durchaus etwas Besonderes zu bieten haben, blieben oft für die breite Mehrheit unbekannt. Eben, mangels Internetpräsenz oder fehlender Werbung in der Öffentlichkeit. Auch wenn die Suchmaschinen hier ein ideales Medium wären den Bekanntheitsgrad einer jeden Sammlung zu erhöhen.


Das sappam, das als Museumsprojekt vor 11 Jahren gestartete, hat sich auf ein Metier festgelegt, das man selbst in der Museumswelt als Randerscheinung bezeichnen kann. Wie es schon der Name Schmalfilm-Apparate-Museum sagt, werden ausschließlich Gebrauchsgegenstände und Objekte - keine Filme - aus der Welt der Amateurfilmer vorgestellt.


Es waren an die 50 Jahre, in denen sich der Film als Kino im privaten Umfeld behaupten konnte, und genoss auch einen unglaublichen Boom in den 1970er-Jahren. Dann brach Anfang der 1980er-Jahre die Nachfrage ein, weil die elektronische Bildaufzeichnung - mit analogen Camcordern - auf den Markt kam, die eine breite Schicht der Gesellschaft überzeugen konnte.


Mit dem Ende des Zelluloidstreifens gingen auch viele, selbst weltbekannte Schmalfilmkamerahersteller wie Bauer, Chinon, Bolex, Bell & Howell zugrunde. Gefolgt von den Projektorherstellern (Eumig, Silma/Bauer, Noris, Yelco). Schon nach wenigen Jahren der Produktionseinstellung zeigte sich, dass dieses Segment der Technik in Vergessenheit geraten wird, wenn nicht ein Museumsprojekt all die technischen Errungenschaften bewahren würde.


Parallel zu diesem Gedanken - der Gründung eines Museums - festigte sich auch die Sammelleidenschaft für Fotoapparate, die noch eine größere Anzahl von Modellausführungen, verglichen mit denen der Filmkameramodelle, bis zum Jahr 2000 zählte. Auch waren es die Liebhaber dieser Apparate, die in Vereinen zusammengeschlossen oder als Privatpersonen nun den Bereich mit Engagement erfüllen wollten.


So ergab sich, dass ab dem Jahr 2000 viele Sammlerprojekte aufkamen oder kleine Museen sich nun mit Apparaten füllten, weil die klassische Fotografie merklich und sichtlich zu Ende ging. Digital war angesagt, mehr noch die Begriffe analog und digital wurde fester Bestandteil der Sprache, sieht man davon ab, dass die Anzahl der Megabits als das optimale Auslösungsmerkmal einer digitalen Fotografie galt, die dem Korn des Zelluloidfilms Paroli bot.


Die Amateurschmalfilmapparate wurden dabei oft, wenn nicht übersehen oder vergessen, dann nur als marginale Erscheinung in diesen Sammlungen betrachtet. Tatsächlich gab es bis 2009 keine Schmalfilmapparate-Sammlung die bekannt gewesen wäre, die ausschließlich Apparate der Amateurfilmer präsentierte.


Als einer der engagiertesten Vertreter des Schmalfilms galt Pete Ariel (1941-2012) der schon die Apparate der Normal 8 Kategorie katalogisierte. Gefolgt von Jürgen Lossau, der sich des Super 8 Formats annahm. Beide haben Kladden und Bücher der produzierten Apparate angelegt und geschrieben, sowie einige Exemplare aus ihren persönlichen Sammlungen als Leihgaben Museen überlassen. So dem Deutsches Filminstitut und Filmmuseum Frankfurt/M bzw. dem Film- und Fernsehmuseum Hamburg.


Wie vieles auf dieser Welt, so blieben bisher auch die Werke, die in Buchform sich dem Amateurschmalfilm widmeten, nicht selten unvollständig, wenngleich es darunter sehr eindrucksvolle Abhandlungen gibt, so ist ihr Bekanntheitsgrad doch als bescheiden zu betrachten. Woran das liegen mag, ist unbekannt !


Nun, das Projekt sappam widmet sich ausschließlich der Technik, die dem Amateurfilmer einmal zur Verfügung stand. Dabei sind kleine und große Stücke in einer realen Sammlung, mit Sitz in Köthen (Anhalt) zusammengekommen. Für so manchen Besucher der sappam-Seiten sind sicher die Rartitäten von Bedeutung, obwohl bei Weitem noch nicht alle wirklichen Raritäten die der Welt bekannt sind schon hier Köthen einen Platz haben.


Manch Apparat, der legendär allein durch seine hohe Qualität geworden ist und daher den Filmer begeisterte, ist noch immer nicht im Bestand des sappam, was daran liegt, dass der Marktwert in einschlägigen Kreisen noch nicht so gesunken ist, um daraus eine Spende für ein Museum zu machen. Es gibt noch immer passionierte Schmalfilmer, die sich einen Traum erfüllen, auch wenn das Hobby sehr teuer geworden ist.


Merkwürdigerweise gilt dass vorwiegend für Filmprojektoren. So hat es den Anschein, dass der Projektor als Apparat noch immer die Hoffnung weckt, vorhandene Filme vorführen zu können, ergäbe sich eine passende Gelegenheit.


Die gängigsten Apparte, die in Deutschland, Österreich und Schweiz angeboten wurden, befinden sich mittlerweile im Bestand des sappam. Was noch nicht so vollständig in der sappam-Sammlung vorhanden ist, sind die Modelle, die vor 1950 auf den Markt kamen.


Gleiches gilt für Schmalfilmkameras aus Frankreich, Japan und den USA. Die Franzosen haben eine Reihe von außerordentlich guten Filmkameras hergestellt, die aber in Deutschland kaum Absatz fanden. Der asiatische Markt wurde nach der Einführung des Singel 8 Formats von Fuji beherrscht, sodass mehrere Single 8 Modelle durchaus bekannter Hersteller, in Europa nie angeboten wurden.


Denkt man an die Zeiten von vor 1965, also als das Normal 8 Format den Amateurfilmer begeisterte, dann fehlen noch einige Apparate, Made in USA, aus dieser Zeit dem sappam. Hier waren Bell & Howell und Revere, Kodak und eine Reihe von kleineren Unternehmen am Markt tätig, Letztere blieben in Deutschland oft unbekannt.


Begeisterung soll auch ein Museum schaffen, und wenn es nur ein virtuelles Museum ist. Dieser Aufgabe haben wir uns im sappam gestellt und wollen diese auch erfüllen. Daher bemühen wir uns die vorhandenen Objekte als Exponate zu beschreiben - was heute nicht ganz so einfach ist, meist mangels vorhandenen Fertigungsunterlagen - und als Bilder - die wir selbst anfertigen - ins Internet zu stellen.


Jeder Filmfreund, kann uns dabei helfen, sei es mit einer Sachspende, sei es mit einem schriftlichen Beitrag, einem Tipp, einem Hinweis oder einer Empfehlung für Reparaturen. Was uns derzeitig noch sehr beschäftigt, ist, wie es um die Möglichkeit steht, einen professionellen Schneidetisch oder einfache Geräte zur Schmalfilmentwicklung für das Museum zu bekommen.


UN     





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