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Archiv: Beiträge u. Berichte über August
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Wochenticker Nr. 35
Beitrag Nr.: 27.08.2021      

Autor:       sappam Team - Veröffentlicht  am:   27 August 2021 - Mitteleuropäische Zeit - 08:28:42




Konnte die in Deutschland veröffentlichte Fachliteratur dem Schmalfilmer helfen ?




Eine wirklich knifflige Frage. Denn in den ersten Jahren, in denen der Schmalfilm populär wurde, also zwischen 1929 und 1939, da gab es schon einige Publikationen zur Technik von Filmapparaten oder zu den Erkenntnissen über die Kameraführung und somit zur Herstellung von Filmen.

Und dennoch, diese Fachliteratur errichte nur in den seltensten Fällen den Amateur. Zum Ersten: Die Werke waren nicht unbedingt preiswert - das Taschenbuch war noch nicht erfunden. Und Zeiten: Die wirtschaftliche Situation war in diesen Jahren auch nicht rosig, zumindest in den ersten 1930er-Jahren.

So ergab es sich nicht selten, dass ein Kameramann lieber das Geld in einen Film investierte als in ein vermeintlich schlaues Buch mit guten Ratschlägen. Mehr noch, gute und schlechte Erfahrungen mussten so oder so gemacht werden.

Als weiteres Argument wurde sehr häufig vom Besitzer einer Filmausrüstung der Gedanke des Künstlers gepflegt und dieser bedurfte nicht unbedingt die Empfehlung aus einem Buch, wenn doch die Technik Filme zu drehen selbst noch in den Kinderschuhen stand.

Da das Hobby bewegte Bilder auf Film zu bannen nur einer betuchteren Gesellschaftsgruppe ermöglicht wurde, festigte sich tatsächlich der Gedanke, Hobby-Regisseure und -Filmemacher seinen Künstler bei vielen, die sich berufen fanden.

Nur wenige, wirklich berufene Kameraleute, wie es die z. B. Reporter von Zeitungen und anderer Nachrichtenmedien wurden, nahmen die Empfehlungen an, die in Fachbüchern über die Filmwelt geschrieben und verbreitet wurde.

Zur Erinnerung, Werbung wie wir sie heute kennen und täglich verdauen müssen, gab es zu jener Zeit noch nicht. Natürlich gab es schon die Litfaßsäule, die mit Plakaten Veranstaltungen anpriesen. Auch Zeitungen boten Werbung, aber Bücher und noch viel weniger Fachliteratur wurden da nur selten beworben. Man ging bei Bedarf in eine Buchhandlung und hatte Glück, wenn ein bestimmtes Werk aus dem Bereich Film oder Filmherstellung vorlag.

Es war auch noch üblich in Bibliotheken sich in Bücher zu vergraben, was aber der breiten Gesellschaftsschicht nicht möglich war. Nur Studierende und hier meist die der Ingenieurberufe fanden sich in diesen Einrichtungen ein und fragten gelegentlich nach entsprechenden Texten.

Erst nach dem II. Weltkrieg, man könnte sagen: Ab den 1950er-Jahren kam der Bedarf an Fachwissen bei einem breiteren Publikum auf, denn der Schmalfilm als Hobby wurde wieder populär. Die Film-Apparate-Industrie hatte sich von den Folgen des Krieges in Europa und in Asien erholt und kam mit neuen Modellen auf den Markt, weil man das Potenzial eines Bedarfs erkannte.

Auch der Bedarf an Fachliteratur kam wieder in Schwung,  sodass so manches  Werk, das


 


noch vor dem Weltkrieg erstmals veröffentlicht wurde, nun in einer Neuauflage und überarbeitet auf den Markt kam.

Die wenigen Schmalfilmer mussten noch mit dem weit verbreiteten Filmformat Normal 8 arbeiten, hatte aber ein wesentlich verbessertes Große Kino als Vorbild, was technisch betrachtet den Ton- und Farbfilm schon als ein Muss bot. Nur wirklich künstlerisch anspruchsvolle Filme des Großen Kinos wurden bis in die 1960er-Jahre hinein in Schwarz/Weiss gedreht.

Dem Amateur bot sich der Farbfilm als geeigneter Streifen an, da hier die Ansprüche, die der guten Beleuchtung in der Szene nicht so hoch waren. Dem Tonfilm blieben weiterhin viele Tore verschlossen, wenngleich in den 60er-Jahren das Tonbandgerät schon in vielen Haushalten sehr beliebt geworden war.

Die ersten Fachmagazine, die monatlich erschienen, kamen in die Zeitungskioske und gelegentlich fand man auch Fachbroschüren von Kameraherstellern beim Fachhändler für Foto- und Kinobedarf.

Auch Bedienungsanleitungen, die der Filmkamera beilagen, gaben einige Hinweise und Empfehlungen ab, die aber verglichen mit den wirklich empfehlenswerten Tipps von Fachleuten nicht vergleichbar waren.

Wer veröffentlichte Fachliteratur für Amateurfilmer, waren es große Verlags- häuser oder nur kleine Betriebe, die sich auf Abhandlungen und Beiträge zu verschiedenen Hobbys spezialisierten ? Letztere waren es, die mehrheitlich solche Bücher oder Büchlein veröffentlichten. Die großen Verlagshäuser konnten sich mit dieser Art von Abhandlungen nicht identifizieren, denn dieses Metier - das der Technik und das der Filmproduktion - lieferten keine Texte, die als Kunst zu bezeichnen wäre.

Und doch gab es einige Bücher in Ost- und Westdeutschland verlegt, die großen Anklang fanden, sei es, weil sie umfängliche Auskunft zum Thema Filmtechnik oder zur Technik des guten Filmemachens gaben, sei es mangels weiterer Publikationen, die dem Amateur des Schmalfilms wirklich etwas beibringen hätten können.

Hervorzuheben ist allerdings das Fach- magazin 'Schmalfilm', herausgegeben vom Fachverlag: Schiele & Schön GmbH mit mehr als 600 Heften und letztlich eingestellt im Jahr 2013. Auch die von der Firma Braun AG veröffentlichten Broschüren, gedruckt im Verlag VWI, namens 'Objektiv' fanden großen Anklang.

Das sappam als Museum hat eine bescheidene Sammlung an Büchern und Drucksachen, die das Thema behandeln, sowie Bedienungsanleitungen zu den vorhandenen Objekten. Eine Auflistung ist zu finden in unserem Archiv. Gleiches gilt für Magazine und Kataloge. Der Beitrag 'Was fehlt uns noch in unserer Bibliothek' aus der 22. KW 2021 listet Bücher und Magazine auf, die wir gerne noch hätten.









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Wochenticker Nr. 34
Beitrag Nr.: 20.08.2021      

Autor:       sappam Team - Veröffentlicht  am:   20 August 2021 - Mitteleuropäische Zeit - 08:58:41




Ist der 'Bild für Bild' Film-Scanner eine ideale Lösung ? (WH)




Seit circa 2 Jahren wird von den Elektronikhändlern ein 'Bild für Bild' Film-Scanner angeboten, der Normal 8 bzw. Super 8 Schmalfilme digitalisieret. Das sappam hat so einen Scanner im Bestand, der unter mehreren Markennamen angeboten wird, aber immer die selbe Technik verbirgt. Eine Beschreibung folgt hier:

In Deutschland, vertreibt Saturn online GmbH und die Firma Pearl Elektronik-Versandhandel, diesen in Japan hergestellten Scanner unter den Namen 'Reflecta' bzw. 'Somikon HD XL. In anderen Ländern, wie z. B. USA wird das Gerät unter anderem Namen angeboten. Das Gerät ist einfach zu bedienen, und lässt sich an jedem Ort, der einigermaßen staubfrei ist aufstellen. Seine Größe und sein Gewicht überrascht, packt man den Apparat aus. Und doch, die Benutzung ist äußerst einfach.

Lediglich das mitgelieferte Netzteil, was ja heute bei elektronischen Geräten üblich ist, muss mit einer häuslichen Steckdose verbunden werden. Die mitgelieferte Bedienungsanleitung (D) ist gut leserlich. Sie zu lesen erleichtert ein wenige die Funktionslogik des Apparates zu verstehen. Vor dem Gerätestart wäre noch ein Speichermedium - SD-Karte bis max. 32 GB - zu beschaffen, denn dieses Medium ist im Lieferumfang nicht enthalten.

Der aus Kunststoff gefertigte Kasten weißt einen kleinen TFT Farbmonitor auf, der mittig angeordnet ist und leicht schräg dem Bediener entgegenstrahlt. 5 Bedienungsknöpfe sogen für mögliche Einstellungen des Gerätes. Mehrfaches Drücken eines der Knöpfe, lässt im Monitor die Funktion und Einstellung erkennen. Einmal alles justiert, kann der Apparat mit diesen Werten öfters benutzt werden.

Link und rechts an der Gehäusewand befinden sich die Filmspulen-Aufnahme- achsen. Adapter ermöglichen, die beiden klassischen Filmformat-Spulen aufzustecken. Von links nach rechts wird der Film ablaufen, der, so empfehlen wir, auf alle Fälle vor dem Scannen von mögliche Staubpartikeln und Fusseln gereinigt werden sollte.

Mittig, im unteren Bereich des Apparates befindet sich eine kleine Konsole mit einer aufklappbaren Filmführung und einem mattierten Fenster, das der eingebauten Lichtquelle. Über dieser Einrichtung befindet sich das Kameraobjektiv des Scanners. Die genaue Fokussierung des Objektivs kann, sofern es die Werkseinstellung erforderlich macht, über einen der Bedienungsknöpfe nachgestellt werden. Gleiche gilt für die Bildzentrierung.

Legt man nun den zu scannenden Film in die Filmführung und in der Fortsetzung über die drei, rechts am Apparat, vorhandene Führungsrollen, auf die aufwickelnden Spule, kann das Gerät, nach entsprechender Wahl des Filmformats eingeschaltet werden. Der Scanprozess läuft automatisch an. Ein vertrautes Rattern stellt sich ein, als würde man einen Filmprojektor vor sich haben.



 


Und tatsächlich so etwas haben wir vor uns.


Am, zugegeben, sehr kleinen Farbmonitor, lässt sich nun feststellen, welches Bild des Films eingescannt wird. Der Filmtransport ist, verglichen mit einem Filmprojektor sehr langsam, was der einzelnen Bildaufnahmetechnik geschuldet ist. Daher wird eine ca. 120 m langer Filmstreifen, in annähernd 3 1/2 Stunden vollständig bearbeitet. Das Ergebnis ist als MP4-Datei auf einem modernen TV-Gerät bzw. PC, Notebook oder Laptop abspielbar.

Das ein, wie beschreiben, eingescannter Tonfilme nur als Stummfilme erfasst wird, liegt an dem 'Bild für Bild' Scannverfahren. Die Magnetspur eines Tonfilms kann bei der einzeln erfassten Bildaufnahmen nicht berücksichtigt werden. Der fehlende Ton kann folglich nur noch mit einem alten Tonfilmprojektor abgespielt werden, sodass mit einem geeigneten Rekorder, eine digitalisierte Ton-Datei des Films angefertigt wird. Mittels eines Video-Schnittprogramms für PCs, können nun die beiden Dateien, Video (MP4) und Ton (MP3) zusammengefügt werden.

Die Qualität des Scans ist verglichen mit den älteren Digitalisierungsverfahren mittels Objektiv und Digi.-Rekorder bzw. über einen Spiegelkasten mit Mattscheibe, im AVI-Format, um ein wesentliches besser. Die erreichte HD-Qualität kann sich sehen lassen. Schon deshalb, weil der technische Aufwand nicht mehr so groß erscheint, wie es die ersten Angebote zur Digitalisierung von Schmalfilmen glauben machten.

Inwieweit sich die private Beschaffung eines dieser Scanner loht, muss jeder Filmamateur für sich entscheiden. Doch wer es wagt, wird es nicht bereuen, auf diese schonenden Weise die alten Schätze auf einem modernen TV-Gerät aufflimmern zu sehen. Doch gehört letztlich noch ein wesentlicherer Arbeitsschritt dazu, um den Schmalfilm so zu betrachten wie er ursprünglich aufgenommen wurde.

Das 'Bild für Bild Scanverfahren' überträgt die Bildfolge im 1:1 Schritt, der aber entspricht nicht dem 18 bzw. 24 Bildablauf des Amateurfilms. HD-Videos, auch die der MP4-Dateien, werden üblicherweise mit 30 Bilder pro Sekunde erfasst. Daher laufen die Bilder bei der Vorführung zu schnell über den Bildschirm. Die Lösung: Mittels dem Videoschnittprogramm 'Movie Maker' von MS kann dieser Faktor auf 1:0,6 zurückgesetzt, womit die Ablaufgeschwindigkeit der digitalen Bilder auf die gewünschten ca. 18 Bilder pro Sekunde (B/s bzw. engl. fps) bei der Vorführung erreicht wird.

Auf diesen sappam-Seiten wurde bereits mehrmals das Thema 'Video-Digitalisierung' angesprochen. Wenn Sie mehr wissen wollen, suchen Sie in unserem Archiv mittels Stichwörter, und Sie finden die unterschiedlichsten Beträgen. Bei weiteren Fragen können Sie sich auch an uns direkt wenden.

Wir wünschen viel Erfolg !







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Wochenticker Nr. 33
Beitrag Nr.: 14.08.2021      

Autor:       sappam Team - Veröffentlicht  am:   14 August 2021 - Mitteleuropäische Zeit - 15:32:45




Warum wogen Schmalfilmkameras so viel mehr als
heutige HD-Video-Kameras ?




Es sind schon 15 Jahre wieder vergangen, als die ersten (2006) Full HDI Camcorder auf den Markt kamen und mit einer buchstäblichen Hand vollen Technik Videofilme in digitaler Form auf aufgenommen wurden, die anschließend auf einem TV-Gerät wiedergeben bzw. mittels eines modernen Computers im Internet gestreamt erschienen. Letzteres machte unter anderem der Internet-Dienst 'Youtube' möglich.

Nach dem Kauf eines solchen Apparates, wie z. B. der Xacti von Sanyo, Modell HD 1010, bekam der Amateur eine hochwertige Technik in die Hand, wie man sie sich in den 1970er-Jahren nicht hätte vorstellen können. Mit einem Gewicht von knapp 310 g waren Video-Aufnahmen mit einer Auflösung von 1920 x 1080 pix bei 30 oder 60 B/s möglich geworden.

Das Video-Format entsprach den AVC Standard H 264 auch besser bekannt als mp4. Somit konnte der Apparat die höchsten Ansprüche eines Amateurfilmers erfüllen. Mehr noch, die eingebaute Elektronik bot noch eine Reihe weiterer innovative Möglichkeiten, die man von der klassischen Filmtechnik mit Zelluloidstreifen nicht kannte.

Bei einer Beschreibung solcher hochwertigen Apparate drängt sich förmlich der Vergleich auf, den man in erster Linie am Preisschild von heute und damals erkennt. Betrachtet die Schmalfilmkameras aus der Perspektive der Haptik und dem äußeren Design, so bieten sich das Spitzenmodell von Bauer S 715 XL oder aus der Baeulieu-Reihe das Modell 5008 S SM an.

Auch japanische Spitzenmodelle sollten nicht vergessen werden, doch alle kamen erst zum Ende des Booms der 1970er-Jahre auf den Markt, denn es waren Tonfilm-Apparate, die sich schon der aufkommenden Gefahr der analogen Video-Technik entgegenstellen sollten.

Die Bauer Tonfilm-Maschine brachte gut 2200 g auf die Waage, schon allein das schwere Angenieux Vario-Objektiv, mit einem sagenhaften 15-fachen Zoomfaktor ließ den Apparat eindrucksvoll am angebauten Schulterstativ erscheinen. Eine Reihe von Tricks, die der Super 8 Tonfilm ermöglichte, wurden hiermit technisch betrachtet tatsächlich möglich und voll ausgeschöpft.

Auch die Beaulieu 5008 S SM gehörte unter den in Europa gefertigten Apparaten zu den Vertretern der Spitzenklasse. Der französische Apparat wartete mit einem Scheinder-Kreuznach Objektiv auf, das seines Gleichen suchte. Mit dem 11,5-fachen Zoomfaktor und der äußerst hohen Präzision der Mechanik überzeugte der Apparat den passionierten Hobbyfilmer. Wenn da nicht der Preis eine Rolle spielte.

Aus Japan war man es gewohnt, selbst bei Massenware, noch beste Qualität zu bekommen und dennoch gab es auch hier Schmalfilmkameras die bis heute einen großen Kreis von Liebhabern des Amateurfilms begeistern können.

Da seinen die Apparate genannt: von Nikon, die R10, von Minolta, die Autopack 8 D 12, beide noch Stummfilmkameras. Auch noch zu den heiß geliebten Modellen gehört die Nalcom, FTL 1000, die nicht selten in wissen- schaftlichen Laboratorien eingesetzt wurde. Unter den Tonfilmkameras ist die Elmo, Sound 1012S XL Macro, zu erwähnen, die neben der Canon, 1014 XL S, ihres Gleichen gefunden hatte.

Von Bell & Howell nun nicht mehr in den USA gefertigt, sonderen in Japan, kam die Modell-Reihe MS 45 als hochinteressante Systemkamera auf, die mit unterschiedlichen Modulen ergänzt und aufgerüstet werden konnte.

All diese Apparate hatten das Preisniveau erreicht, das verglichen mit der Zahlungs- kraft des durchschnittlichen Bürgers der zwar zur damaligen Zeit den Schmalfilmboom trug, aber für ihn durchaus es kein Pappenstiel war. Nur dem gut Betuchten standen hier die Türen offen, es sei denn, ein Mäzen und Förderer erkannte im Kameramann einen waren Künstler und das soll es auch gegeben haben !

 


Dennoch dieses Marktsegment, das der hochwertigen Filmkameras war stark umkämpft, was die Innovationen förderte und bis zum bitteren Ende des klassischen Films anhielt.

Die analoge Video-Technik, die noch im Jahr 1975 mit recht schweren Kameras und tragbaren Rekordern operierte und als zusammengestellte Kombination durchaus mit einigen Kilogramm an Gewicht daherkam, ließ erkennen, dass eine neue Zeit für den Amateur zu erwarten war, dem gegenüber zeigten sich die Amateur- filmkameras noch als wendige Gerät, die in einer Tasche getragen zu Set kamen.

Das ab den 1980er-Jahren der Camcorder einzog, der nun Kamera und Aufnahmegerät (Rekorder) vereinte, obwohl noch viel Mechanik verbaut wurde, brachte Zweifel unter den Amateurfilmern auf, denn nun war der Farbfilm und die Tonaufnahmen mit einer bedeutend längeren Aufnahmezeit - von 15 bis 45 Minuten - ein überzeugendes Argument, der Technik eine Chance zugeben.

Die verbaute Elektronik schrumpfte und mit ihr die weitere Verkleinerung der Geräte. Dadurch zeichnete sich in der Tat das Ende des Zelluloidfilms schon ab. Da sich mit der fortschreitenden Miniaturisierung insbeson- dere die der elektronischen Chips der bildgebenden Elektronik auch verbesserte, stand der massenhaften Einführung in neuartigen Apparaten nichts mehr im Wege.

Neben den nun vorhanden elektronischen Speichermöglichkeit, mussten nur noch die Stromversorgung verbessert werden, um weiter das Gewicht der modernen Camcorder zu verringern.

Durch die Ablösung des Magnetbandes durch kleine mechanische Festplatten, gelang es der Industrie mit dem HDD-Camcordern, die Bildspeicherung zu erweitern und die Ergebnisse auf einen Personal Computer (PC), der um 1992 in nahezu in jedem Haushalt eingezogen war, zu übertragen.

Findige Ingenieure digitalisierten letztlich die Bilddaten und läuteten damit das digitale Zeitalter in den Amateurfilmstudios ein. Wenngleich der harte Kern der Zelluloidfreunde das noch recht kleine TV-Bildformat in mäßiger Qualität, das die Apparate erzeugten, noch immer nicht akzeptieren wollten.

Wäre da nicht der Streit um Patentrechte entstanden, der durchaus berechtigt war, in Sache der Codierung digitaler Signale, hätte eine erfolgreiche Lösung die dem Amateurfilme zugutekommt, sicherlich einige Jahre länger gedauert.

Hier ist gemeint, die digitale Bilderfassung und Bildbearbeitung nach dem mp4 Code. Ein Kompressionsverfahren, dass die Bildqualität für HD-TV-Gerät mit 1920 x 1080 pix befriedigt und sich mit Schnitt- programmen am PC bearbeiten lässt.

Somit ist nicht nur die Schwelle Anfang der 2000er-Jahre überschritten worden, die Bildqualität des Zelluloidstreifens, der vom Amateur belichtet wurde, zu überbieten, nein, auch die Apparate, mit denen dies möglich wurde, nahmen an Gewicht und Größe derartig ab, dass man es kaum glauben konnte, was so ein Camcorder leistet.

Waren in den 1970er-Jahren die Bedie- nungsanleitungen der Schmalfilmkameras oft Heftchen mit knapp 20 Seiten, so sind die Bedienungsanleitungen der HD-Camcorder von heute so umfangreich, dass es schwerfällt, alle beschriebenen Anwendungsmöglichkeiten bei einmaliger Lektüre zu behalten.

Fazit: Als Käufer heutiger Camcorder fragt man sich, wieso ist denn dieses Gerät so teuer ? Man bekommt ja nur noch Verbindungskabel und Ladegerät als Zubehör. Die Kamera selbst ist mittlerweile so klein, dass schnell Zweifel entstehen, was alles damit gemacht werden kann. Und doch hat sich gezeigt, viele Möglichkeiten sind gegeben, das bewegte Bild zu gestalten und zu bearbeiten. Es ist und bleibt fantastisch, mit nur ca. 400 g in der Hand die Welt digital zu beobachten.







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Wochenticker Nr. 32
Beitrag Nr.: 06.08.2021      

Autor:       sappam Team - Veröffentlicht  am:   06 August 2021 - Mitteleuropäische Zeit - 09:02:45




Warum wirken Amateurfilme und hier insbesondere
die 8 mm Filme so spröde ?




Selbst wenn die besten Digitalisierapparate, die es heute in der professionellen Cine-Welt gibt, alte Amateurfilme auf das TV-Format bringen, haben die meisten dieser Filme nur den Charm eines etwas erweiterten Standbildes. Und das ist schade !

Da stellen sich die Fragen: Lieg es an der Aufnahmetechnik ? An dem Film-Material ? An den derzeitig üblichen kontrastreichen Farben die der alte Film nicht erreicht ? An den tiefgehenden Aussagen der profes- sionell gemachten Filmszenen ?

Da es sicher noch andere Frage gäbe, wären erst einmal sinnvoll, diese anzusprechen, um dem Phänomen einen Grund zu gehen.

Die Aufnahmetechnik, die sich im 20. Jahrhundert entwickelte, durchlief verschie- dene Fasen. Die auch der Amateur miterleben musste. Da war in erster Linie das zur Verfügung stehende Film-Material, dass einen wesentlichen Einfluss auf die Filmqualität hatte. Ungeachtet der tech- nischen Möglichkeiten im Filmkamerabau oder der der Projektoren.

Das Film-Material, anfänglich nur in Schwarz/Weiß war noch grobkörnig und weniger lichtempfindlich. Der Hobbyfilmer, den wir allerdings erst mit der Einführung des Pathé-Format von 9,5 mm breiten Film-Materials als Amateur definieren wollen und der ab 1932 mit dem 8 mm breiten Film-Material dem sogenannten Doppel 8, eine Technik nutzen konnte die schnell ihre Freunde fand.

Auch wenn das Große Kino stets Vorbild für den Hobby- und Amateurfilmer war, so wenig konnte dieser das Niveau des Studio-Films wirklich nie erreichen. Was daran lag, dass der technische Aufwand der von Studio-Produktionen betrieben wurde, vom Amateur nie hätte erbracht werden können und daher auch die Qualität eines Films, sei es in der Bildführung wie auch im Sujet.

Erst mit der Einführung der Farbfilme, die ab 1935 angeboten wurden, bekam der Amateur mit seinen mal soeben schnell gedrehten Filmen einen Zuspruch von seinem Publikum nach der Vorführung. Leider waren zu den Anfängen die Projektoren noch nicht besonders lichtstark und der Film blieb meistens noch stumm.

Überraschend ist aber der Sachverhalt, dass doch viele dieser frühen Farbfilme, die nun schon gut 70 Jahre alt sind, auch heute noch recht farbstabil sind. Das gilt insbesondere für die Markenfilme Agfa und Kodak. Farbfilme aus japanischer Produktion kamen erst später auf den Markt, wurden aber dann auch in Europa und den USA populär als das Singel 8 Filmformat dem Amateur angeboten wurde.

Farbfilme stellen nicht so große künstlerische Ansprüche an das Bild, was die Ausleuchtung betrifft, ein Grund, der sicherlich auch dazu beitrug, dass der Schwarz/Weiß-Film vom Amateur kaum mehr eingesetzt wurde, wenngleich die Beschaffung etwas preiswerter war.

Mit dem Aufkommen der Farbfilme mussten auch die Objektive an den Schmalfilm- kameras in Sache Qualität nachlegen, was den Ergebnissen zweifellos guttat, auch wenn bei den bekanntesten Marken die Fertigungskosten anzogen und im Nachgang auch die Preise der Filmkameras.

Immerhin boten die Hersteller nun Objektivvorsätze an, die das Normalobjektiv zum Weitwinkel- oder Teleobjektiv machte. So bot sich dem Kameramann eine weitere Gestaltungsmöglichkeit an, um so den Film zu beleben. Das sehr bald darauf die Filmkameras mit einer Revolvervorrichtung, dem Turret ausgestattet wurden, erleichterte nochmals den Objektivwechsel am Set.

 


Mit der Einführung des Vario-Objektivs, besser bekannt als Zoom-Objektiv, setzte sich der Trend durch, Kamerafahrten vom Weitwinkelbereich bis hin zum Telebereich mit einem einfachen Handgriff oder einem Knopfdruck zu erzielen. Aber auch das Zoomen musst erst gelernt werden, sollten die Aufnahmen dem Betrachter etwas Bedeutungsvolles zeigen.

Was dem Amateur mehrheitlich versagt blieb, war der Kameraschnitt, der mangels einer weiteren aufnehmenden Filmkamera über Kreuz die Szenen einfängt. Im Großen Kino werden insbesondere bei längeren Dialogen zwischen den Schauspielern meistens 3 Filmkameras eingesetzt.

So entsteht mit einer Totalen-Einstellung ein Gesamtüberblick, während die beiden seitlich aufgestellten Kameras die Beteiligten der Szene mit unterschiedlich großen Ausschnitten einfangen.

Fehlt so eine Einstellung, auch wenn der Amateur weniger mit Dialogen zu tun hat, so flacht das Gezeigte schnell ab. Es wird zu einer monokausalen Ebene. Hier ein Ziel zu finden, welches tatsächlich das Interesse des Zuschauers weckt, der ja meistens das Geschehen, das der Film zeigt bzw. rüber bringen soll nicht miterlebt hat, ist äusserst schwierig.

Filme, auch die professionell geschnittenen, wie es z. B. ein Streifen über die Tierwelt sein kann und von geduldigen Kameramännern in der Wildnis gedreht wurden, sind dann nur erträglich, wenn ausreichend gutes Filmmaterial vorliegt. Soll heißen: Für einen 30-Minuten-Film sollten mindestens 90 Minuten Filmmaterial vorliegen, sodass eine Erzählung zusammengestellt werden kann, die sehenswert ist.

Doch welcher Amateur gibt sich schon solchen Strapazen hin ? Was schon sehr geholfen hat, war eine Zusammenarbeit von Filmklub-Mitgliedern. Hier entwickelte sich so manche kritische Stimme, wenn es darum ging, Filmszenen zu kürzen oder fallen zu lassen, auch wenn es dafür keinen Ersatz gab.

Unscharfe Bilder und verwackelte Filmszenen waren das reine Gift und führten schnell dazu, dass sich Unlust bei den Zuschauern einstellte. Besonders dann, wenn dem Filmvorführer zur laufenden Szene auch nichts mehr einfiel, um die Stimmung bei den üblichen Stummfilmen, wie es die meisten Amateurfilme waren, zu retten.

Vergleicht man die heute gedrehten Bilder, die mit, sagen wir einmal Smartphones gedreht werden, so kann man feststellen, dass die technischen Voraussetzungen für einen guten Film nicht gebessert haben, es sei denn, man will die digitale Bildqualität als ein Merkmal besonderer Art dem Film (Video-Clip) zusprechen.

Ob nun der Inhalt solcher Filmchen, die ebenfalls ungeschnitten den Betrachter von morgen fesseln, sei ernsthaft infrage zu stellen. Da hilft auch nicht der mitgelieferte Ton, der zudem im Hintergrund so manche Filmszene verwischt und den Inhalt der eigentlich hervorgehoben werden sollte, erdrückt.

Selbst der Ton, nun aufgepresst auf Zelluloid, der ab 1974 dem Amateurfilmer alter Schule zur Verfügung stand, vermochte es nicht die typische Monotonie zu nehmen, die den meisten 8 mm Filme eigen wurde.

An der in den 1970er-Jahre angebotenen Technik dürfte es nicht gelegen haben, denn jeder Fortschritt in der Optik und Mechanik fand Einzug im Apparatebau. Lediglich das Film-Material auf chemischer Basis hatte seinen Höhepunkt in der Anwendung erreicht.








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