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Archiv: Beiträge u. Berichte über Juli
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Wochenticker Nr. 31
Beitrag Nr.: 24.07.2020      

Autor:       sappam Team - Veröffentlicht  am:   24. Juli 2020 - Mitteleuropäische Zeit - 11:14:18




Was leistet ein virtuelles Museum wie das sappam ?



In Zeiten der Corona-Pandemie zeigt sich, dass es Museen mit dem Konzept nur Besucher zu bedienen, nicht einfach haben. Einfach, im Sinne, die Aufgaben der Öffentlichkeit, die ein Museum erfüllen soll.


Es zeigte sich in heutigen Tagen, dass der ausbleibende Besucherstrom nicht nur finanzielle Probleme den Museen bereitet. Die Zielsetzungen bzw. Ausstellungsvorhaben erschienen so, als hätten sie eine Überarbeitung nötig. So wundert es nicht, wenn öffentliche Museen, wie zum Beispiel die Bayrische Staatsgemäldesammlung, unverhofft auf das interessierte Publikum eingeht und eine große Anzahl von Kunstwerken digital zugänglich macht.


Gut, die Idee war schon vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie lebhaft diskutiert worden, erweis sich dann aber als ein überzeugender Schritt in die richtige Richtung, immer zugunsten des Publikums. Nutznießer werden Studierende der Kunstgeschichte und interessierte Bürge sein, denen ein Besuch in einem Museum, aus welchen Gründen auch immer nicht möglicht ist.


Zweifelsfrei ist der hinterlassen Eindruck eines Kunstwerks vor Ort nie vergleichbar mit der digitalen Variante, die das Internet nun zur Verfügung stellt. Doch die Motive sind es, die, insbesondere den jungen Interessierten animieren, ein Werk, einen Gegenstand oder eine Kunstströmung besser kennenzulernen, wenn diese im Vorfeld, zeitgemäß als digitales Bild im Vorfeld anschaulich gemacht, vorgestellt werden.


Nach der Pandemie von 2020, werden einige reale Museen, wenn sie nicht gerade staatlich unterstützt werden, schließen müssen. Es sei denn, hier wird mittels Digitalisierung die Bebilderung der Exponate für das Internet aufbereitet und konsequent umgesetzt. Dass sich nach solchen Aktionen der Besucherstrom verändert, dürfte klar sein.


Folglich ist zu erwarten, dass es nur der vorübergehende Besucher, der die Gelegenheit einer Präsenz während einer Kultur- oder Studienreisen, einem Urlaub oder eines triftigen persönlichen Grundes in der Nähe eines Museums seiend, nutzen wird, die illustren Hallen zu betreten.


Der Kunstbeflissene bleibt natürlich dem Museum treu. Der Technikinteressierte wird auch den Besuch vor Ort nicht absagen, doch stellt sich dann die Frage: Mit welchem Aufwand wird dieses treue Publikum belohnt ?


Hier liegt nun ein grundsätzliches Problem vor. Reicht es, eine anschauliche Darstellung im Internet im Vorfeld zu präsentieren oder bleibt es dabei, dass eine Betrachtung der realen Gegenstände das Maß aller Dinge ist ?


Große und bekannte Häuser werden bei einer geschickten Internetpräsentation beliebter Objekte kaum von einem Besuchereinbruch betroffen sein. Denn Neugier kann über das elektronische Medium gleichermaßen angeregt werden, so wie es Bücher schafften, Künstler, Ingenieure und Wissenschaftler vorzustellen, ohne das diese persönlich gesehen oder gekannt zu haben.


Schwieriger wird es sein, da wo Privat- oder Vereinsinitiativen Ausstellungen anbieten. Hier sind meistens die Konzepte statisch und einseitiger aufgebaut, um Interessantes aus der Vergangenheit vorzustellen. Zudem sind Sammler nur in den seltensten Fällen mit der Programmierung von Web-Seiten vertraut. Ganz abgesehen vom zeitlichen Aufwand, der es erforderlich macht eine Internet-Präsentation auf dem Laufenden zu halten.


Weiterhin ist zu bemerken, dass die bebilderte Darstellung eines Objektes häufig eine schriftliche Erläuterung verlangt, die zumindest Herkunft, Anwendungsbereich oder typische Eigenschaften anzeigt. Noch besser wäre, das berühmte Datenblatt oder eine Historie jedem Exponats beizufügen.


Sammlungen die in privater Hand liegen und im Sinne des Wortes schon als museumsreif einzustufen wären, derer gibt es sicherlich in Deutschland einige Tausend. Es sind die sogenannten Liebhaber-Sammlungen. Nur leider werden deren Objekte kaum einem Publikum zugänglich gemacht.


So viele unzugängliche Sammlungen wie es derer geben möge, so viele Motive werden gelten, diese auch nicht zu öffnen. Manchmal mögen es Egoismen sein, vielleicht sind es aber auch nur idealisierte Güter, als Kapitalanlage getarnt, die geschlossen Sammlungen so unzugänglich machen. Vielleicht könnte es aber auch an mangelnder Kenntnis liegen, einem breiten Publikum Einsicht zu gewähren, wenn nicht in den privaten Räumen, dann wenigstens in Form eines Katalogs der Objekte, einsehbar im Internet.


Klar ist auch, dass umfangreiche Briefmarken- oder Münzsammlungen schwierige Aufbereitung erfordern würden, diese öffentlich bekannt zu machen. Muss ja auch nicht immer sein ! Auch nicht alle gesammelten Gegenstände, die ein Unikat sind, stellen einen Augenschmaus dar, erfreuen aber ihre Besitzer, als dekorative Objekte in ausgeleuchteten Vitrinen.


Das sappam als reale Sammlung von Amateur-Schmalfilm-Apparaten konnte einen Teil der über 1700 einschlägig zusammengetragenen Objekte dauerhaft ausstellen. Doch hat sich schon vor Jahren herausgestellt, dass es sich mangels interessiertem Publikum, finanziell als nicht tragbar erwies. Daher wurde die virtuelle Präsentation von vorhandenen Objekten im Internet, seit 2016, vorrangig behandelt.


Zur Mitte des Jahres 2020 konnte auf den sappam-Seiten an die 700 Bilderstrecken besichtigt werden, Bilderstrecken, die die Objekte aus verschiedene Perspektiven darstellen und somit Details und Besonderheiten hervorheben. Manchmal so plastisch dargestellt, dass sich tatsächlich ein Besuch vor Ort erübrigt.


Nun arbeiten wir im sappam an der Überlegung: Soll sich ein Besucher selbst seine Lieblingsobjekte aussuchen, um diese gezielt zu besichtigen ! Um dieses Ziel zu erreichen, müssten leider die von uns ungeliebten Cookies eingesetzt werden, die einige Änderungen auf bestimmten Seiten der sappam-Präsentation erforderlich machen. Bisher konnte ohne diese unerwünschten Cookies der sappam-Auftritt programmiert werden.


Vielleicht können aber auch mehrere vorgezeichneten Rundgänge das Angebot einer virtuellen Besichtigung des Schmalfilm-Apparate-Museums fürs Erste interessant machen. Wir werden demnächst einige Lösungsansätze testen, dabei aber auf Video-Clips verzichten !


UN     





Dieser Beitrag als Wochen Ticker unterliegt dem Copyright © vom sappam.



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Wochenticker Nr. 30
Beitrag Nr.: 17.07.2020      

Autor:       sappam Team - Veröffentlicht  am:   17. Juli 2020 - Mitteleuropäische Zeit - 09:14:16




Wer interessiert sich heute noch für das Super 8 Filmformat ?



Sucht man heute - googelt - im Internet mit den Begriffen Schmalfilm, Amateurkino oder Super 8 so bekommt man durchaus noch einige IP-Adressen oder Anzeigen zum Thema auf den ersten Seiten. Doch die meisten Anfragen die bei Google gestellt werden, dürften solche sein, die anlässlich eines Fundes auf dem Dachboden, dem Keller oder nach einer Erbschaft als aufbewahrte Dinge auftauchten. Womöglich noch einen wertvollen Anschein haben, auch wenn deren Anwendung in heutiger Zeit kaum mehr sinnvoll erscheint.


Findet man bei solchen Gelegenheiten des Aufräumens noch Filme aus den 1960er- und 1970er-Jahren verzweifelt man leicht, weil deren Inhalt nur mit einem geeigneten, funktionstüchtigen Projektor zu betrachten ist. So meint man !


Da scheinen Fotoalben, aus alter Zeit, doch viel gnädiger mit den Findern zu sein, denn Alben wurden oft liebvoll gestaltet oder chronologisch angelegt. Ein sinnvolles, wenn nicht sogar hoch interessantes Abbild der Zeit können auch Schmalfilme abgeben, nur sind die Filmspulen, auf denen sich die Filme befinden, all zu oft schlecht sortiert oder wurden, wenn überhaupt, nur mit einem kurzen Hinweis versehen. Die Inhalte können folglich nur mit einem Kino-Apparat gelüftet werden.


Unter diesen Bedingungen kommt man schnell zu dem Schluss: Projektoren für den Schmalfilm bleiben unentbehrlich. Weit gefehlt ! Die Digitaltechnik von heute macht es möglich, den Schmalfilm auf einem HDTV-Gerät zu präsentieren.


Was allerdings bereits in der Versenkung gelangte, sind die Schmalfilmkameras für Amateure. Jene Apparate, die nach 1945 noch mit 16 mm breiten Film-Material das Heimkino bedienten. Ab 1965, dann mit dem 8 mm breiten Filmformat Super 8 bzw. Single 8, die Welt eroberten. Die Anzahl belichteter Film-Meter von Amateuren ist bis heute unbekannt geblieben, auch wenn man annehmen kann, die Industrie sollte doch Buch über die gefertigten Film-Meter geführt haben.


Auf alle Fälle sind die Zahlen nicht unerheblich, was darauf schließen lässt, dass auch die Hersteller von Filmkameras, mehreren hunderttausend Stück fertigten. Schon die Anzahl der bekannt gewordenen und sehr unterschiedlich ausgefallenen Modelle von Schmalfilmkameras, Modelle die heute von Sammlern oder Museen zusammengetragen werden, geht an die 3500 Ausführungen.


Etwas bescheidener waren die angebotenen Ausführungen im Bereich der Schmalfilmprojektoren, auch wenn hier sehr viel Ingenieur-Wissen eingeflossen ist.


Profitiert haben in den Boom-Zeiten des Amateurschmalfilms der 1970er-Jahre die Zubehörlieferanten. Denn der unerwartete Aufschwung rief bei den Hobby-Filmern eine erhebliche Nachfrage von Zusatzgeräten und Sonderkonstruktionen nach sich.


Angefangen bei den aufsetzbaren Objektiven, den Filtern und Tricklinsen, bis hin zu den Sonnenblenden und Bruststativen. Auch die Handschlaufe, um eine Kamera vor dem Sturz zu sichern, erfuhr eine unerwartete Nachfrage, denn die wenigsten Filmkameras wurden mit diesem sinnvollen Zubehör in der Originalverpackung (OVP) ausgeliefert.


Bildbetrachter auch Editoren oder Controller genannt, erleichterten dem Hobby-Filmer das Handwerk des Filme-Schneidens. Die meisten Modelle waren für den Kurbelbetrieb ausgelegt, die wenigsten mit Toneinrichtung oder elektromotorischen Antrieb. Hier kann durchaus gesagt werden, dass die wenigsten Ausführungen an Filmbetrachtern den professionellen Schneidtische entsprachen. Was sicherlich auch aus Kostengründen verständlich war.


Neben dem Drahtauslöser für die Einzelbildschaltung gab es pneumatische Fernbedienungen. Batterie gesteuerte Intervallschalter sowie An/Aus(On/Off)-Schalter mit Cinch-Stecker, konnten bei entsprechenden Kameraausführungen ebenfalls sinnvoll eingesetzt werden.


Mit der Einführung des Tonfilms, sei es das Zweibandverfahren oder das Ton-Film-Original (ab 1974), dass mit dem Magnetstreifen auf dem Film, brachte nochmals einen Schub im Angebot vom Zubehör.


Zum ersten Anwendungsverfahren wurde der Einsatz von Tonbandgeräten bzw. Musikkassettenrekordern und all dem diesbezüglichen Zubehör für Tonaufnahmen angekurbelt. Zum Zweiten: Der Tonfilm mit Magnetstreifen, brachte eine ganz neue Projektor-Generation (Sound-Projector) auf den Markt.


Was es auch immer für Geräte und Apparate vor 50 Jahren für den Hobby-Filmer gab und sinnvoll in ihre Anwedung erschienen, so dürften diese heute (2020) so obsolet sein, dass sie eigentlich nur noch für ein Museum taugen. Und so hat es sich auch gezeigt, denn, wer wird heute noch auf die Filmentwicklung in einem entfernten Foto-Labor abwarten wollen, wenn doch jede beliebige Szene die mit einem Smartphone aufgenommen, das Ergebnis sofort zu betrachten ist. Ja, sogar weltweit verschickt werden kann. Zudem noch in einer Bildqualität, die vom 8 mm Film nie erwartet wurde.



UN     





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Wochenticker Nr. 29
Beitrag Nr.: 10.07.2020      

Autor:       sappam Team - Veröffentlicht  am:   10. Juli 2020 - Mitteleuropäische Zeit - 11:31:06




Der Tonfilm des Amateurs, war immer eine Besonderheit.
Teil 3



Welche besondere Eigenarten eine Tonfilmkamera gegenüber der Stummfilmkamera aufwies, und was das für den Amateur bedeutete, wurde in den beiden vorherigen Beiträgen kurz erläutert.


Mit großen Erwartungen führte man den Sound-Film mit Magnetstreifen ein, um den Boom der Amateurfilmer zu festigen und diesen noch weitere 10 Jahre zu erhalten. Dies war der Traum der einschlägigen Industrie. Angefangen hat es bei den Film-Material-Herstellern und nicht zuletzt zogen die Kamera- und Projektorherstellern nach, die sich dadurch nochmals mit Neukonstruktionen behaupten wollten.


So kam es, dass fast alle renommierten Kamerahersteller auch Sound-Kameras anboten.


Selbst Fuji, die bereits mit dem Single 8 Filmformat Erfolge in Asien feiern konnte, brachten eine Sound-Kamera-Serie auf den Markt. Wobei das Konzept des Capstan-Antriebs für den Magnetstreifen, ähnlich dem des Super 8 Sound-Systems war. Denn schließlich sollten auch die Single 8 Filme auf den Sound-Projektoren des Super 8 Formats vorgeführt werden können.


So gesehen, waren beide Filmformate auf allen Sound-Projektoren einsetzbar.


Dass die Sound-Projektoren Besonderheiten aufwiesen, dürfte klar sein. Denn neben der wesentlich komplexeren Mechanik, dem Gleichlauf für das Tonteil, musste die Elektronik eines Tonaufnahme- und Tonwiedergabegerätes verbaut werden.


Auch hier, ähnlich wie bei den Sound-Kameras, stellte der Gleichlauf des Projektors, die größte Anforderung. Daher bediente man sich meistens eines Schwungrades, um jede Schwergängikeit, die der Mechanik eigen sein könnte, zu überwinden.


Die meisten Projektoren gaben dem Ton auch, wie bei den Kameras, einen konstruktionsbedingten Vorlauf von 18 Bildern, was einer Sekunde an Vorlauf gleicht.


Der Film erreichte, nachdem er die Filmbühne durchlaufen hatte, einen Tonkanal mit zusätzlich gezahntem Antriebsrad. Dieses stellte den Gleichlauf des Films in unmittelbarer Nähe des Tonkopfes sicher. Denn der ruckartige Vortrieb des Films vor der Filmbühne musste ausgeglichen werden. Daher war eine kleine Pufferzone zwischen den Einrichtungen Bild und Ton erforderlich, um den Film nicht zu strapazieren.


All diese technischen Bedingungen eines Tonprojektors, machten es möglich, eine lippensynchrone Vorführung zu garantieren. Es sollte den Traum aller passionierten Amateurfilmer erfüllen.


Nicht so einfach war es, einen Tonfilm zu schneiden, obwohl es auch Filmbetrachte mit Toneinrichtung gab.


Die meisten Sound-Projektoren, verfügten über eine Nachvertoneinrichtung, mit der das Magnetband des Films sprichwörtlich nachvertont werden konnte. Soll heißen: Filmpassagen, die ohne Tonaufnahme am Drehort eingefangen wurden, konnten mit Hilfe des Projektors bespielt werden. Sehr oft mussten es Musikstücke sein oder typische Geräusche des täglichen Lebens, die eingearbeitet wurden.


Der Handel bot Filmamateuren Schallplatten oder Musikkassetten an, die GEMAfreie Musikaufnahmen hatten. Aus der Fülle typischer Geräusche, solcher Tonträger schöpfte der Amateur nach Herzenslust, besaß er denn einen Plattenspieler oder einen Kassettenrekorder.


Auch wenn die Film-Material-Hersteller glaubten, die beste aller möglichen Lösungen gefunden zu haben, so wurde doch diese Methode des Vertonens nur bedingt vom Kunden, schon aus Kostengründen angenommen. Was letztlich dazu führte, dass die Fertigung dieses Film-Materials nach nur knapp 4 Jahren aus dem Programm genommen wurden. Danach blieb nur noch die Möglichkeit, den herkömmlichen Stummfilm mit einem Magnetstreifen (0,8 mm) und gegebenen Falls mit einer Ausgleichspur (0,45 mm), auch als Stereotonspur bekannt, sowie einem Bespurungsapparat selbst zu versehen.


Der Film bekam so eine Magnetspur auf der unbehandelten Seite des Streifens, sodass eine Bespurung auch auf schon entwickelten Filmen möglich war, auch wenn diese Prozedur alles andere als einfach zu bewerten war.


Erst mit der Ablösung durch das analoge Video der 1980er-Jahre, welches den Ton mit jeder Videoaufnahme aufnahm, verstummten auch die Tonfilme. Der Absatz von Film-Materialien fiel ins Unendliche, bis es zur völligen Einstellung der Produktion von Super 8 Filmen in Jahr 2002 kam.


Seither ist das Hobby-Filmen mit Zelluloidstreifen Tod und sämtliche Apparate aus der Amateurfilmzeit, ob Kameras, Projektoren oder anderes Zubehör wurden in wenigen Jahren museumsreif.


UN     





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Wochenticker Nr. 28
Beitrag Nr.: 03.07.2020      

Autor:       sappam Team - Veröffentlicht  am:   03. Juli 2020 - Mitteleuropäische Zeit - 09:31:06




Der Tonfilm des Amateurs, war immer eine Besonderheit.
Teil 2



Im vorherigen Beitrag wurde erwähnt, dass 1974 der Tonfilm mit Magnetstreifen auf dem Markt kam. Es war der Versuch eine optimale Lösung für Amateure zu finden, den lippensynchronen Film auf das kleinste Format zu bringen.


Kodak (USA) hat dafür ein ergänzendes Konzept entwickelt, bei dem in erster Linie der original Kodakfilm schon in der Fertigung mit einem Magnetband versehen wird.


Da das Trägermaterial des Films von Kodak auf Azetatbasis beruhte, und somit keine elektromagnetische Beschichtung zuließ, musste man ein gesondertes, magnetisierbares Band aufbringen, ähnlich derer, die bei Tonbandmaschinen eingesetzt wurden.


Nur so konnte man mit einer bereits vorhanden Technik, nämlich der die in der Musikindustrie genutzten Mittel, dem Stummfilm einen Ton hinzuzufügen. Bedingung wurde allerdings, dass Kameras und Projektoren technisch so ergänzt wurden, um Aufnahme und Wiedergabe zu ermöglichen.


Die Forderung, verlangte, wie sich herausstellte, eine intensive Zusammenarbeit bei der Entwicklung der neuen Apparate und Filmhersteller.


Einerseits, weil die Technik der Tonaufnahme - mehrheitlich Elektronik - für die Kamera- bzw. Projektorhersteller bis zu diesem Zeitpunkt nicht ins Fertigungsprogramm gehörte und der Filmhersteller auf die mechanisch bedingten Veränderungen an den Apparaten, mit neuen Abmessungen der Tonfilm-Kassetten reagieren musste.


Es galt also einen Standard zu finden, damit der Amateur problemlos Tonfilm und Kamera bzw. Projektor nutzen konnte, egal welches Produkt er letztlich einkauft.


Abgesehen von der vergrößerten Filmkassette zeigten sich die ersten Soundfilmkameras als sehr klobige Apparate, denn nun bedurfte es nicht nur 6 AA Zellen im Griff, nein, auch die Toneinrichtung in der Kamera verlangte Platz. Außerdem galt die Empfehlung den Film mit der höheren Geschwindigkeit von 24 B/s zu belichten, was allerdings stillschweigend, der Tonqualität zugutekommen sollte.


Durch die nochmals verkleinerten Gegebenheiten verglichen mit der Tontechnik eines Kompaktkassettenrekorders und der verbauten Elektronik in einer Sound-Kamera, sowie dem nur noch 0,8 mm breiten Magnetstreifen auf dem Film, ließen sich die merklichen Qualitätsunterschiede beim Ton nicht verbergen.


Selbst die nun sehr viel genauer laufenden Projektoren, was die Filmgeschwindigkeit betraf, konnten diese die mäßige Tonqualität - aufgenommen von der Kamera - durch zusätzliche Elektronik nicht wesentlich verbessern. Zudem boten die meisten Projektoren nur 1 Kanalton (mono) an, obwohl Musikkassettenrekorder zu dieser Zeit schon 2 Kanalton (stereo) lieferten.


Natürlich kann nicht verschwiegen werden, dass die Leistung der Toneinrichtungen in den Soundkameras bewundernswert war. Und doch gabe es noch ein weiteres Problem, welches nur sehr schwer in den Griff zu bekommen war. Das Eigengeräusch der Filmkamera wurde nicht selten zu einem Störfaktor bei den Tonaufnahmen.


So mancher Amateur arbeitete daher mit einem selbstgefertigten Blimps, wenn selbst die Teleskopstange des Mikrofons nicht ausreichte, das Eigengeräusch der Kamera, das Rattern außen vor zu halten.


Die meisten Tonfilmkameras hatten Mikrofonanschlüsse, neben der Möglichkeit ein separates Mikrofon am Apparat anzubringen. So wurden gerne Mikrofone mit langen Kabeln oder Funkmikrofone (Chinon WR 012, Porst Mikrofon DL Set) eingesetzt, die sich beispielsweise Interview-Aufnahmen sehr gut bewehrt haben.


Die Tonaufzeichnungen mit Soundkameras konnten Dialoge und Umweltgeräusche ausreichend gut erfassen. Bei Musikeinblendungen war allerdings der Frequenzgang von maximal 8000 Hz doch recht begrenzt. Man könnte aber fragen: Wo kam es denn schon vor, dass ein Musikstück einer Kapelle oder das eines Konzerts in ganzer Film-Material-Länge mit einer Schmalfilmkamera aufgenommen wurden ?


Bei solchen Aufnahmen, sofern diese geplant werden konnten, bediente man sich nach wie vor eines Kassettenrekorders, von dem man dann die gewünschten Musikpassagen beim Filmschnitt am Projektor vom Kassettenrekorder nahm und einfügte.


Wurden bei solchen Musikszenen, wie es Konzerte sind, Stummfilm-Material eingesetzt, so konnte auch die nachträgliche Magnetbandbespurung eines Stummfilms im heimischen Schneideraum erfolgen. Dazu wurden Bespurungsmaschinen, wie das Juwel 8 S 8 eigesetzt. Die entsprechenden Magnetbänder, in 0,8 mm Breite gab es frei im Handel.


Das Tonfilm-Material welches mit einem Magnetband versehen war, wurde in einer etwas größeren Filmkassette angeboten. Somit ergab sich, dass Soundkameras zwar Stummfilm-Material belichten konnten, aber Stummfilm-Kameras keine Tonfilme aufnahmen.


Jede Tonfilm-Kassette war so konstruiert, dass im unteren Bereich der Kassette, also mit 18 Bilder Vorlauf des Films, sich die entsprechende Öffnung befand, um beim Einlegen des Films in die Kamera, der Streifen in eine Tonkopfführung, einschließlich Andruckrolle des Capstan-Antriebs passte.


Der Capstan-Antrieb sorgte dafür, dass das Magnetband kontinuierlich am dem Tonkopf vorbei laufen konnte. Eine Grundbedingung für die (analoge) Tonaufzeichnung mit Magnetbändern. Folglich musste die Filmkassette den entsprechenden Puffer an Film-Material genaustens vorhalten.


Sound-Kameras hatten daher systembedingt auch 2 Schaltvorgänge bei jedem Start einer Filmszene. Zum 1. startete der Capstan-Antrieb, um die vorgegebene Transportgeschwindigkeit aus dem Stand heraus zu erreichen. Zum 2., griff beim Start die Mechanik der Toneinrichtung bzw. die des Filmtransports ein. So konnte sichergestellt werden, dass der Ton am Anfang der Filmszene nicht jaulte. Und doch war es ratsam, jeder Filmszene - insbesondere bei Nahaufnahmen mit Dialogen - noch eine kurze Vorlaufzeit (1-2 Sekunden) zu gönnen. Hier bewährte sich nicht selten eine Film-Klappe, wie man diese vorbildlich eingesetzt, vom Großen Kino her kennt.







Fortsetzung folgt nächste Woche



UN     





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