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Archiv: Beiträge u. Berichte über Juli
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Wochenticker Nr. 30

Beitrag Nr.: 20.07.2018      

Autor:       sappam Team, erstellt  am:   06. Juli 2018 - Mitteleuropäische Zeit - 08:58:08




Welches Land kann man als das Mutterland des Amateurschmalfilms ansehen?


Wie immer bei den Dingen die den Endverbraucher betreffen, so gibt es auch auf dem Gebiet des Amateurfilms die unterschiedlichsten Meinungen darüber, wie und wo es damit angefangen hat, dass Amateure sich der Technik der Laufbilder angenommen haben.


Allein die Begriffe Amateurfilm und Schmalfilm sind sicher bei einer in diesem Sinne zu treffenden Analyse, erst einmal zu unterscheiden, nämlich da wo denn der Film mit Laufbildern zum Anliegen eines Amateurs tatsächlich wurde. Denn schließlich ist zu vermuten, dass die ersten Schmalfilme doch in Werkstätten und Versuchslaboratorien gemacht wurden.


Amateur- oder auch Hobbyfilmer genannt, bezeichnet der Volksmund denjenigen, der ohne professionelle Kenntnisse einen Film dreht und dies meist mit preiswerten Apparaten bzw. schmalen Filmen. So betrachtet lässt sich auch der Begriff Schmalfilm leichter unterscheiden, von dem eines professionell hergestellten Kinofilms, mit 35 mm breiten Streifen.


Amateur in Sinne, Künstler von gelegentlicher Schaffenskraft, wird es schon in den frühen Jahren der Kinematografie gegeben haben, obwohl es sich zu jener Zeit mehrheitlich um wohlhabende Bürger handeln musste. Als ein Hobby deklariert, galt dieses Vergnügen als eines der teuersten Aktivitäten eines Privatmannes.


Da sich das professionelle Kino, Ende des 19. Jahrhunderts mit dem 35 mm Breiten Filmstreifen etablierte und die Franzosen, zuerst Lumiere und dann Pathé sich anschickten die Welt mit Laufbildern zu beglücken, bildete sich schon früh das Projektionsverhältnis von 4:3 der Kino-Bilder heraus, bezog man es auf die Seitenbreite zur Höhe.


Ab 1909 wurden Amateurfilmkameras angeboten und natürlich auch die dazu erforderlichen Projektoren, die, wenn man sie heute sähe, recht einfache Apparate waren. Emanuel Golberg, ein Pionier der Kinematografie entwickelte den Kinamo, eine Filmkamera, die sich durch ihren kompakten Aufbau auszeichnete und für Semiprofessionelle- wie auch für Hobbyfilme geeignet schien. 1923 rüstete er die erste Filmkamera mit einem Uhrwerk aus, was als Meilenstein in der Entwicklung des Apparatebaus gelten kann.


Weitere Entwicklungen begannen durch Splitten des klassischen 35 mm Filmmaterials, wodurch das so entstandene Filmformat von 17,5 mm aufkam. Es viel erstmals die Bezeichnung Schmalfilm. Agfa und Kodak, die beiden größten Unternehmen die sich auf die Herstellung von Rohfilmen konzentrierten und sich weltweit einen Namen gemacht hatten, boten immer bessere Trägermaterialien für ihre Filme an, was dazu führte, den Sicherheitsfilm konsequent einzuführen. Die Brandgefahr der Projektoren, in den öffentlichen Kinos konnte damit vermieden werden.


Kodak (USA) bot um 1923, mit dem 16 mm breiten Film ein neues Filmformat an, was den Amateuren, aufgrund der Preisgestaltung sehr entgegen kam. Pathé (Frankreich) hatte bereits mit dem 9,5-mm-Format, wo die Perforation filmmittig auf der Höhe des Bildstrichs lag, erfolgreich eingeführt.


Durch abermaliges Splitten, das Teilen des als Standardfilm geltenden Amateurstreifens von 16 mm auf 8 mit einer zusätzlichen Perforation ausgestattet, schlug 1932 Kodak abermals ein neues Amateurformat vor. Das Normal 8, auch Doppel 8 genannt, wurde in den USA als Regular 8 bezeichnet auf Spulen von 3 Zoll Durchmesser ausgeliefert. Dem Amateur wurde damit, und dies noch in Zeiten einer Weltwirtschaftskriesen von größtem Ausmaß, ein Geschenk des Himmels gemacht.



Je mehr Kinos - auch Lichtspielhäuser genannt - entstanden, um so mehr Interesse entwickelte sich in Kreisen der Wunsch in der Bevölkerung, eigene Erlebnisse auf Film zu bannen. So kamen die ersten Schmalfilmkameras mit all den dazugehörenden ergänzenden Kino-Apparaten auf den Markt. Apparate, die für eine professionelle Reportage und speziell für Laien der Laufbilderfotografie gerecht wurden. Ab hier etablierte sich der Begriff 'Schmalfilm'auf breiter Front und internationaler Ebene. Natürlich dann in den jeweiligen Landessprachen.


So in den Sprachen:
  • Deutsch: Schmalfilm
  • Englisch (UK): Cine-film
  • Englisch (USA): Smale gauge movie
  • Französisch: Cinéma amateur
  • Spansich: Película estrecha
  • Italienisch: Pellicola a passo ridotto
  • Russisch: Kinoplenka - in Kyrilisch ist des Wort hier nicht darstellbar

Erst nach dem II. Weltkrieg, in einer Zeit in der sich die Welt von den Kriegswirren erholte, bekam der Schmalfilm für den Amateur, als ein interessantes Hobby Aufschwung. Dabei halfen in erster Linie die Fortschritte in der Technik, die Optik und in Lichtmessung.


Der 8 mm breite Filmstreifen, der in handlichen Kameras belichtet werden konnte, machte auch bei der Nacharbeit, dem Schneiden dem Amateur keine großen Probleme. Die Projektion wurde verbessert durch leitstungsfähige Leuchtmittel. Das Film-Material wurde sowohl in Schwarz/Weiß wie auch in Farbe zu angemessenen Preisen angeboten.


Wir schrieben das Jahr 1965, als Kodak das Super 8 Format dem Amateur an die Hand gab, welches umgehend von der japanischen Industrie mit einer vielfachen Anzahl an Kameramodellen und Projektoren bedient wurde. Ein Boom bahnte sich an, der von 1970 bis 1980 anhielt, dann aber abrupt abbrach, weil die analoge Video-Technik die Mehrzahl der Amateure davon überzeugen konnte, dass die Zukunft in der Elektronik liegt.


Rückblickend kann also festgestellt werden, dass die Mutter des Schmalfilms doch der 16-mm-Film aus den USA sein muss, denn nicht nur die globale Verbreitung dieses Formats trug letztlich dazu bei, dem Amateur das Filmen beizubringen, nein, auch die erfolgreichste Variante des Schmalfilm hervor brachte, nämlich das Normal 8 (Regular 8) sowie das Super 8/Single 8 Filmformat. Beide Formate fußten auf den tief greifenden Erkenntnissen der 16-mm-Kinematografie.




Dieser Beitrag als Wochen Ticker unterliegt dem Copyright © vom sappam.





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Wochenticker Nr. 29

Beitrag Nr.: 13.07.2018      

Autor:       sappam Team, erstellt  am:   06. Juli 2018 - Mitteleuropäische Zeit - 08:12:51




Die Spendenbereitschaft an Schmalfilmapparate hat merklich abgenommen. Warum?


Im ersten Halbjahr 2018 flossen dem sappam 85 Objekte zu, die abgesehen von 13 eingegangenen Spenden, vom Gründer des Museums beigesteuert wurden. Die Bilanz aller Eingänge ist dennoch nicht negativ. Bei den Spenden sieht es allerdings nicht so gut aus, zumal es immer weniger Schmalfilmfreunde gibt und dies nicht nur aus Altersgründen.


Wer sich bisher näher mit dem Bestand des Museums beschäftigt hat, wird schnell feststellen können, dass der Auftritt des sappam im Internet, fast alle Modelle aus den Jahren 1968 bis 1978 gelistet hat, die in Deutschland vermarktet wurden. Der Boom, der das Hobby Schmalfilm in diesen Jahren erfahren hatte, trug dazu bei, dass auch eine große Anzahl von Schmalfilmkameras verkauft wurden und somit viele Modelle bei Weitem nicht als Unikate bezeichnet werden können.


Besonders die Modelle aus dem Hause Chinon, Schmalfilmkameras, die von dem Filialist Photo Porst, vom Versandhaus Quelle unter dem Namen Revue verkauft wurden, finden sich in Großer Anzahl noch im privaten Besitz. Gleiches dürfte für Kameramodelle von Cosina gelten, die vom Versandhaus Neckermann, einst das größte Versandhaus Deutschlands, angeboten wurden.


Da auf der Inventarliste des sappam solche Modelle sehr häufig zu finden sind, sind auch die Spendeneingänge im gleichen Maße zurückgegangen. Berechtigterweise, denn Besitzer solcher Apparate, erkennen kaum mehr einen Sinn darin, hier noch eine exklusive Spende zu vergeben, wenn das Modell bereits vertreten ist. Lediglich der ehrenvolle Platz im Museum, gilt als ein Argument. Schließlich garantiert das Museum, kein Handel mit allen gespendeten Apparaten zu betreiben.


Nach Eingang einer Spende wird das Objekt entsprechend gelistet und auf der Internetseite als Spende markiert. So kann der Spender über Jahre hinweg, sein Objekt, das er dem Museum überlassen hat, weiterhin betrachten und sein Verbleib verfolgen. Eine dem Spender schriftlich zugegangen Kennung ermöglicht ihm, jederzeit auf schnell Weise, über die Suchfunktion, das Exponat wiederfinden. Bei mehreren gespendeten Objekten werden folglich alle Apparate aufgelistet.


Unter dem Link Neuzugänge bietet der sappam-Auftritt eine Übersicht der eingegangenen Objekte, nach Jahren gestaffelt und in Monate, ab 2011, unterteilt. Eine Übersicht, aller, ab 2014, der registrierten Spenden, kann ebenfalls abgerufen werden. Hier erlaubten wir uns, keinen direkten Link zur jeweiligen Detailseite anzubringen, da wir auf den Effekt der Erwartung setzten, um nicht Neugier zu sagen. Erwartung darauf, dass unser Besucher, der vielleicht noch keine Spende abgegeben hat, noch andere Seiten der Präsentation des sappam aufsucht, um sich beim Stöbern daran zu begeistern, was das Museum so bietet.


Da wir im nächsten Jahr unser 10-jähriges Internetpräsentationsjubiläum feiern werden, können wir heute schon sagen, dass das sappam eines der umfangreichsten Auftritte, in der Kategorie Schmalfilm-Apparate für Amateure, im deutschsprachigen Cyberspace ist. Zur diesjährigen Jahresmitte wurden über 1500 Objekte geleistet, von denen über 500 Exponate mit Bilderstrecken versehen sind, sodass jeder Besucher seinen aufgerufenen Wunschapparat auch aus mehreren Bleichwinkeln betrachten kann.


Diese Darstellungsmöglichkeiten bieten wir auch all denjenigen, die sich für eine Spende mit einem Objekt zugunsten des sappam entschließen. Ergänzt durch eine Bebilderung in Form einer Bilderstrecke und der entsprechenden technischen Beschreibung, wird jedes Objekt nochmals aufleben. Ja, wir bieten sogar die Möglichkeit an, einen selbst verfassten Erfahrungsbericht, eine Rezension, einzustellen (siehe Link: zur Abt. Redaktion).


Was könnten nun die Gründe sein, dass die Spendenbereitschaft so drastisch abgenommen hat, obwohl es noch ausreichende Bestände an Schmalfilmkameras, Projektoren bzw. Bildbetrachter im privaten Besitz gibt und diese doch nicht mehr genutzt werden.


Da ist in erster Linie die noch unantastbare Hobby-Ausrüstung vom Opa oder die des Vaters, welche schon seit Jahren nicht mehr genutzt wurde. Gleiches trifft zu für das Filmmaterial, welches in vielen Jahren sich angesammelte, und heute unübersichtlicher denn je, was Inhalt betrifft, bleibt. Da ist das mittlerweile auf dem Dachboden verstaute, nun verstaubte Ding, namens Projektor, welches sich kaum einer traut anzufassen, es könnte ja etwas zu Bruch gehen. Was auch in bestimmter Hinsicht zutreffen dürfte. Der schleichende Alterungsprozess ist mittlerweile merklich zu spüren und die Technik rächt sich erbarmungslos an der ihr angetanen Verwahrlosung. Antriebsriemen sind porös oder gerissen, Kaltlichthalogenlampen sind durchgebrannt.


Der Projektor, die letzte Hoffnung nochmals die Filme sehen zu können, versagt seinen Dienst, sodass jede Filmvorführung, mit den Erinnerungen von vor 40 Jahren von Tag zu Tag schwindet.


Die Filmkamera, nun ja, sie hatte immer ein elegantes, teures Aussehen, doch heute gibt es nicht einmal mehr geeignete Filme dafür. Ganz zu schweigen, Möglichkeiten diese zu entwickeln. Was soll nur mit so einem eindrucksvollen Apparat geschehen. Warten wir es ab! Für eine Spende ist es noch zu früh. Ob sich der Verkauf noch lohnt? Das bleibt noch eine offene Frage. Wer nimmt so etwas noch ab, wenn die Funktionen nicht mehr gegeben sind ?


Optische Geräte faszinierten schon immer die Menschen und Apparate die sollen nun zum alten Eisen komme. Merkwürdig, die modernen Geräte, die fantastischen Bilder machen, zu bewundern auf einem HDTV-Bldschirm, haben nur eine Linsen in der Größe eines Vogelauges. Man fragt sich: Wieso musste das Objektiv früher eigentlich so groß sein?


All diese Überlegungen hemmen den Gedanken, eine Spende zu leisten. Besonders dann, wenn die Vermutung naheliegt, eine Spende wird es nicht genügend gewürdigt, was immerhin dem Objekt durch seine majestätische Form zusteht. Und doch, das sappam als Träger dieser Homepage, bietet das richtige Umfeld. Als kostenloser Beitrag für all diejenigen, die die Technik und das Ingenieurwissen der Amateurkinematografie zu würdigen wissen.


Das sappam bietet die Möglichkeit, insbesondere den Könnern unter den erfahrenen Amateurfilmern, ihr Wissen für zukünftige Generationen auf dieser Plattform bereitzustellen, auch wenn heute die Elektronik als Wissenschaft, die chemische Filmentwicklung überholt hat. Und doch sind die Ergebnisse heutiger Technik nur aus den Erfahrungen der Vergangenheit vorstellbar bzw. möglich geworden. Museen, als die mehr oder weniger statischen Sammeleinrichtungen, tragen nun dazu bei, dieses Wissen zu erhalten.


Spenden sind, nicht selten eine wichtige Grundlage für ein Museum, das gilt auch für das sappam. Mit einer Spende kann sich jedermann beteiligen, an der Zusammenführung erhaltungswürdiger Objekte, sofern es ein solches ist. Als Leihgabe oder als überlassenes Exponat ermöglichen all diese Objekte der Nachwelt einen Eindruck zu vermitteln, über das, wie es einmal war, das Heimkino und der 8 mm breite Zelluloidstreifen.




Dieser Beitrag als Wochen Ticker unterliegt dem Copyright © vom sappam.




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Wochenticker Nr. 28

Beitrag Nr.: 06.07.2018      

Autor:       sappam Team, erstellt  am:   06. Juli 2018 - Mitteleuropäische Zeit - 10:27:02




Was war es, was Super 8 so erfolgreich machte ?


Auch wenn viele Faktoren der Zeit zusammenkamen, so wurde in jeder Hinsicht, das Super 8 Filmformat für Amateure ein Erfolg, insbesondere für all die jenigen die damit arbeiteten. Das galt nicht nur für den Hersteller, die Firma Kodak in den USA, der Hersteller der Super 8 Apparate in Asien und auch für die Filmamateure.


Kodak, experimentierte schon seit den 1956er Jahren mit technischen Lösungen die darauf abzielten einen Filmwechsel in einer Amateurfilmkamera - Normal 8 Format - zu beschleunigen oder besser gesagt zu vereinfachen. Denn, jeder Filmwechsel nach knapp 1 Minute und 50 Sekunden, setzte dem Vergnügen eindeutig seine Grenzen. Mehr noch, es schränkte die Nutzung ein, besonders bei denen, die sich mit der nötigen Fingerfertigkeit eines Filmwechsels etwas schwerer taten.


Spätestens 1959 merkte man, aufgrund der rückläufigen Nachfrage bei Doppel 8 Kameras, dass eine Entscheidung zugunsten eines sinnvollen magazins einer Kassette getroffen werden sollte. Kodak als Rohfilmproduzent und somit erster Partner des Filmamateurs, musste mid. 2 Dinge bei der Verfolgung eines neuen Projekts in Betracht ziehen.
  1. Die Fertigungsanlagen und Entwicklungslaboratorien für den Amateurfilm im Format Normal 8 würden um die Mitte der 1960er Jahre aus technischer Sicht eine Renovierung erfahren müssen, die dann, wenn sie erfolgt ist, für mind. weitere 20 Jahre im Betrieb bleiben müssten, um die Investitionen zu rechtfertigen.
  2. Die industriellen Verarbeitungsmöglichkeiten der Kunststoffe haben sich, was die Verarbeitungsmöglichkeiten betrar, erheblich verbessert, sodass alle Erkenntnisse Metall-Magazine für Amateurfilmkameras, welcher Art auch immer, nicht mehr zeitgemäß erscheinen.



Das Unternehmen Eastman in Rochester, USA, war zu jener Zeit Weltmarktführer in der Filmproduktion und besaß somit umfangreiche Erfahrung in der Herstellung und allen an den Verkauf gekoppelten Verpflichtungen ihrer Filme. Beispielsweise das der hochwertigen Filmentwicklung. Die erreichte Qualität dieser Produkte und aller nachfolgenden Dienstleistungen überzeugte nicht nur die Fachwelt, auch Amateure waren stets gut bedient.


Genau genommen konnten im Jahr 1960 nur noch 2 weitere Wettbewerber auf dem Weltmarkt mithalten, was die Qualität des Filmmaterials betraf. Es war das deutsche Unternehmen Agfa und der japanische Filmhersteller Fuji, die mit weltweit vertriebenen Filmen ein besonderes Renommee genossen.


Eastman und Fuji waren die beiden Firmen, die sich dem Problem 'Filmwechsel' in einer Normal 8 Filmkameras annahmen und faktisch stellten. Nachdem im Jahr 1962 der Elektronikkonzern Philips - Niederlande - die Musikkassette (MC) erstmals vorstellte und damit ein geschlossenes System der Nutzung einführte. Der Erfolg mit einem Cartridge> (Kassette) den Philips vorlegte reiften die Überlegungen der Verantwortlichen, Evan E. Edwards, Jasper S. Chandler, Don Easterley und Lloyd Sugen bei Kodak, den Amateurfilm in ein geschlossenes System zu verbringen.


Die Idee einer Film-Kassette stand nun überzeugend im Vordergrund welche von C.J. Staud und W. T. Hanson im Jahr 1962 erstmals im SMPTE, als neues 8 mm Format vorgestellt wurde.


Dabei sollte das Kassettengehäuse eine handliche Größe bekommen und fast quadratisch, mit angenehmen Radien an den Ecken, einschließlich Film ausgelegt werden. Der innen liegende Film von 8 mm Breite und 15 m Länge, soll lediglich auf einer sehr kurz gehaltenen Strecke nach außen in Kontakt kommt. An dieser Stelle hat der Film vor einer Filmbühne innerhalb einer Filmkamera Platz, um belichtet zu werden. Ein so belichteter Streifen, der von einem Mitnehmer transportiert wird, kommt auf eine leere Filmspule, die sich ebenfalls in der vollkommen versiegelten Kassette befindet.


Die ideale Größe einer solchen Kassette wurde mit 7,6 x 7,1 x 2,4 cm festgelegt. Gefertigt in schwarzem Kunststoff, bestand sie auf mehreren Teilen, die ein Gewicht von knapp 18 g auf die Waage brachten. Lediglich ein federnder Metallstreifen wurde benötigt, um die Andruckplatte für den Film elastisch zu halten. Diese Kassette wurde patentiert und weltweit Lizenzen zum Nachbau vergeben.


Das Befüllen der Kassette mit dem 8 mm breiten Filmstreifen, der gegenüber dem Normal 8 Format mit einer andere Geometrie in der Perforation versehen war und nun als Super 8 Film bezeichnet wurde, erfolgte maschinell und automatisch, mit anschließender Verklebung der beiden Gehäuseseitenteile. So wurde der Inhalt der Kassette gegen Lichteinfall oder anderer Manipulation hermetisch versiegelt, denn nur eine noch verschlossene, unbeschädigte Kassette entwickelte der Filmhersteller.


Im April 1965 wurde schließlich der Öffentlichkeit das neue Format vorgestellt mit der Zusage - Im Kaufpreis sei die Entwicklung des Films enthalten. Somit sicherte sich der Hersteller einen wesentlichen Punkt zur Qualitätskontrolle. Denn so konnte man sicherstellen, original Film-Material des Hauses, in die richtigen Entwicklungsbäder zu geben um Verunreinigungen auszuschließen.


Genau dieses Konzept war es, welches die Qualitätskontrolle, mit fast 100-prozentigem, positiven Ergebnis, allen Filmherstellern ermöglichte.


Aber nicht nur de Kontrolle über die Filmfertigung und der Entwicklung durch den Hersteller war Garant zum Erfolg, nein, auch die einfache Handhabung, die einen schnellen Filmwechsel sicherstellte. 4 Handgriffe waren erforderlich um den Super 8 Filmwechsel zu vollziehen.
  1. Kassettenfach öffnen.
  2. Vorhandene Kassette entnehmen.
  3. Neue Kassette einlegen.
  4. Kassettenfach schließen.
Weiter Einstellungen, wie beispielsweise die Lichtempfindlichkeit des Films, wurden mechanisch sofort erfasste, sodass es keiner weiteren Manipulationen mehr bedurfte, mit dem Drehen des Films fortzufahren.


Allerdings kamen einigen Ingenieuren und Manager bei Kodak nach der ersten internen Präsentation Zweifel zum Erfolg auf, weil die Erfordernisse, eine Filmkassette dieser Bauart zu nutzen auch ein neues Konzept im Kamerabau erforderlich machen würde.


Kodak fertigte ja selbst Filmkameras und musste nun die Produktion der Kameras auf Super 8 umstellen. Anfänglich kamen daher nur sehr einfache Apparate auf den Markt, und doch überzeugte das Konzept andere Hersteller von Filmkameras, denen in Hinterzimmern, die Vorteile der Filmkassette ausführlich erläutert wurde.


Neben Bell & Howell in den USA, sahen die asiatischen Filmkamerahersteller im Super 8 Konzept neue Möglichkeiten und entschlossen sich auf breiter Front dem Format geeignete Apparate zur Seite zu stellen. So kam es dazu, dass bereits im Jahr 1966 die Ersten japanischen Super 8 Filmkameras auf den Markt kamen. Obwohl der Fuji-Film-Konzern ein eigenes Film-Kassetten-Konzept, dem Single 8, fast zeitgleich vorgestellt hatte. Dieses Singel 8 Format von Fuji nutzte lediglich eine andere Ausführung der Kassette, der man aber Filmstreifen einlegte, die mit der nicht patentierbaren Filmperforationsgeometrie von Super 8 versehen waren.


Nachdem ab 1968 die meisten Filmkamerahersteller Asiens ihre Kameraproduktion auf das Super 8 Format umgestellt hatten und eine Reihe neuer Modelle auf den Markt gebracht hatten, ließ sich der eintretende Boom nicht mehr aufhalten. Weiter Faktoren des Marktes trugen dazu bei:
  1. Hochpreisige Filmkameras boten umfangreiche Trickmöglichkeiten.
  2. Die moderne Jugend wollte von den als langweilig wirkenden Diashows weg.
  3. Die Preise für einen 4-minütigen Super 8 Film sanken beachtlich.



In den USA, dem Mutterland des Super 8 Filmformats stiegen ab 1968 die Verkaufszahlen von Filmkameras wieder an, so dass Kodak selbst im direkten Wettbewerb zu Bell & Howell stehend, im Jahr 1969, mit 18 Super 8 Kameramodelle den Markt bediente. Darunter die ersten Modell 2, 3 und Modell 4 aus der M-Serien. Interessant zu wissen, dass die Kodak-Filmkamera-Produktion für das Normal 8 Filmformat schon 1966 eingestellt wurde. Lediglich eines der Modelle, die Kodak Brownie Fun Saver, blieb bis 1968 im Angebot.




Die Aktivitäten des Verkaufsmenagements von Kodak, beschränkten sich nicht nur auf das Filmgeschäft, auch die Kamerahersteller in Asien wurden über den Formatwechsel rechtzeitig informiert, sodass mehrere bekannte Amateurfilmkamerahersteller, 13 an der Zahl, in Japan unmittelbar nach Einführung des Super 8 Filmformats (1965) auf dem Weltmarkt, geeignete Apparate zur Verfügung stellten. Bekannt sind an die 30 Modelle aus japanischer Produktion, die 1966 schon angeboten wurden.


Aus Europa konnten diese Zahlen nicht gemeldet werden, denn hier war man sehr skeptisch, was ein Erfolg versprechen würde. Daher sind die Zahlen hergestellter Amateurfilmkameras nicht sonderlich angestiegen. Aus Asien importierte Filmkameras überzeugten und deren Absatzzahlen sprengten alle Erwartungen. Mit geschätzten 120 Millionen Filmmeter, die im Jahr 1970 entwickelt wurden, bahnte sich ein richtiger Boom an, dessen Höhepunkt mit zwischen 270 - 285 Millionen Filmmeter, im Jahre 1979 erreicht wurde.


Ab 1980 brach der Markt für Super 8 Filme abrupt ab, weil die analoge Video-Technik mit seinen preiswerten Camcordern den Verbraucher überzeugen konnte, hiermit das neue Format der Zukunft eines Hobbyfilmers in Händen zu halten.


Die ersten Jahre des 21. Jahrhunderts besiegelten endgültig den Untergang des klassischen Zelluloidfilms, auch den der Amateurfilmer. Die meisten Projektoren- und Filmkamerahersteller hatten schon aufgegeben. Nur noch Kodak entwickelte notgedrungen Super 8 Filme aus eigener Produktion. 2012 war auch hiermit Schluss.


Es war also die einfache Handhabung der Filmkassette, das umfangreiche Angebot an modernen Filmkameras aus Asien. Und nicht zu vergessen, das wichtige Argument eines jeden Hobbyfilmers, der Preis für einen 15 m langen Super 8 Film, hergesetllt und entwickelt in bester Qualtät. All dies zusammen machte den eindrucksvollen Erfolg möglich.




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Wochenticker Nr. 27

Beitrag Nr.: 01.07.2018      

Autor:       sappam Team, erstellt  am:   29. Juni 2018 - Mitteleuropäische Zeit - 08:10:32




Der Trend zur Miniaturisierung war schon immer ein Ziel der Techniker.


Man glaubt es kaum, doch tatsächlich war die Industrie von Anfang an, daran interessiert Apparate für den Endverbraucher klein in Volumen und leicht in Gewicht zu halten. Der Drang dieses zu erreichen hatte selbstverständlich seine Grenzen. Da nämlich, wo sich abzeichnete, dass der Absatz eines Apparates mit der Nachfrage nicht mehr in Gleichgewicht zum eigenen Vorteil stand.


Schon früh erkannten die Werbestrategen des Handels, dass der Kunde auf alle Fälle für sein Geld etwas in Händen haben wollte. So musste, technisch betrachtet der Mittelweg eingeschlagen werden, damit das Produkt attraktiv bleibt. Diese Regel galt auch für Schmalfilmkameras, bei denen die leichte Ausführung als Compact gekennzeichnet, die schwere Variante hingegen als semi-professioneller Apparat angepriesen wurde.


Schon in den Anfängen der Amateur-Kinematografie bildete sich dieser Trend heraus. Schwere, tragbare und kleine, wenn möglich miniaturisierte Apparate, wollten die Hersteller im Programm haben. Eben alle Größen, um damit den Interessentenkreis umfassend zu erreichen. Natürlich musste erst einmal eine Basis für die Innovation Amateurfilmkamera aufgebaut werden. Eine Ära, die mit der Einführung der Pathé Kameras, mit 9,5 mm breiten Filmstreifen ab 1929 begann und sich erfolgreich ab 1932 mit dem Normal 8 Format von Kodak fortsetzte.


Es war durchaus noch nicht die Zeit des Wohlstandes, vielmehr drückte eine weltweite Wirtschaftskrise die Finanzen der Bevölkerung und doch gab es, trotz enormen wirtschaftlichen Druck, Abnehmer einer großartigen Erfindung, die der Kinematografie für Amateure.


Nachdem die Handkurbel an Filmkameras durch Federwerke ersetzt wurde, schien sich eine Gelegenheit zu bieten, die unhandlichen Apparate der ersten Generationen, in dimensionale Abmessungen zu bekommen, die das Hantieren dem Menschen auf einfache Weise möglich macht. Zudem kam hinzu, dass man mittlerweile auf dem Gebiet der Optik, erfolgreich Objektive verkleinert konnte und die mechanische Präzision aus der Uhrenfabrikation im Apparatebau fotografischer Geräte integrierte.


Unübersehbar wurde der Erfolge durch die Verkleinerung diverser Bauteile einer Filmkamera und somit auch die von Projektoren für Amateure. Der Apparatekorpus einer Filmkamera, der nun nicht mehr aus gestanztem Blech bestand, wurde wesentlich leichter und präziser im Gussverfahren mit einer Aluminiumlegierung hergestellt.


Schon um 1936 kamen diese nur noch ca. 850 g wiegende Apparate auf den Markt und heute würde man sagen, es seinen die ersten Compact-Filmkameras gewesen. Verglichen mit den wuchtigen Tonfilm-Maschinen der 1970er Jahre, die mit einem durchschnittlichen Bruttogewicht von nicht unter 1800 g in der Hand lagen, waren diese ersten Filmkameras wirklich ein Fliegengewicht.


Da der Erfolg eines Produktes davon abhängt, welches Preisleistungsverhältnis dahinter steht, kam die Industrie schnell zu der Erkenntnis, dass auch im Fall von Amateurfilmkameras, nur der Nutzungskomfort gepaart mit einem akzeptablen, um nicht zu sagen niedrigem Preis, eine Schmalfilmkamera, die in Massenproduktion gefertigt wurde, angeboten werden kann. Denn nur so ließe sich das Interesse an der Amateur-Kinematografie für ein breites Publikum festigen bzw. steigern.


Auch die filmherstellende Industrie beteiligte sich gleichermaßen an der Entwicklung immer hochwertigeren Film-Materials, ähnlich den Anstrengungen der Hersteller von Objektiven. Diese beiden Industriebereiche waren ausschlaggebend bei der Zulieferung, sei es für die Fertigung im Kamerabau (Objektive), wie auch bei der Qualitätsbestimmung des Films (Filmhersteller).


Jede neue Entwicklung im Kamerabau forderte die Konstrukteure heraus, die erforderlichen Mechanismen so klein wie möglich zu halten. Was anfänglich nicht immer gelang. Und doch versuchte jedes Unternehmen der Branche durch Innovation und vereinfachte Herstellungsmethoden qualitativ hochwertige Produkte dem Amateur an die Hand zugeben. Der Wettbewerb wurde dadurch auch immer heftiger. Die Nischen für außergewöhnliche Ausführungen immer kleiner.


Schon nach dem II. Weltkrieg entwickelte sich der Filmkamerabau in Japan zu einer sehr fortschrittlichen Industrie, die sich ab den 1950er Jahren anschickte, die Weltmärkte zu erobern. Mit Erfolg ! Die Konzepte waren klar definiert, das Produkt sollte selbst in Massenfertigung, von hoher Qualität sein. Was für die unteren Preisklassen genauso gelten sollte, wie für die der gehobenen, wo es als selbstverständlich galt.


Als ein ungewöhnliches Konzept aller Überlegungen im Kamerabau war das einer Compact-Filmkamera für das Normal 8 Format. Hier stand die Reisekamera dem Gedanke als Pate zur Seite. Nicht zu verhehlen sei auch dass bestimmte militärische Bereiche, an der Miniaturisierung von Kameras Interesse zeigten.


Diese sogenannten Compact-Filmkameras fanden folglich auch ihre Abnehmer und stellten, wenn nicht das Hauptgeschäft, doch ein nicht unerhebliches Segment in der Fertigung und im Absatz dar. Nicht zu verwechseln mit den ultraleichten Konstruktionen, die als Spielzeug konzipiert wurden. Auch hier bot der Markt einige Modelle an, so z. B. die aus Italien stammende Mupi Zeta 1.


Compact-Filmkameras fertigte letztlich jeder namhafte Hersteller. Nur wenige ließen sich ausschließlich auf das Verkleinerungskonzept ein und konnte dabei erfolgreich sein. Legendär dürfte wohl der Hersteller Bolsey gewesen sein, der mit hochpräzisen Apparaten, die heute noch sehr begehrt unter den Sammlern sind, auf dem Weltmarkt überzeugte.


Höhepunkte in der Massenfertigung von Compact-Filmkameras erreichten die Firmen Canon und Chinon. Beide Hersteller überzeugten durch Qualität. Die erstgenannte Firma, durch die hohen Leistungen der XL-Objektive, die zweite durch die stabile Ausführung und Vielfältigkeit in der Nutzung.


Dass im Laufe der Jahre die Entwicklung im Amateurfilmkamerabau nicht stagnierte, konnte schon an den Fortschritten bei den ab 1974 eingeführten Tonfilmkameras gesehen werden. Gekrönt wurde diese Entwicklung damals mit der Einführung von Autofokus-Maschinen, wie es die Canon AF 310 XL S war, bei der der Kameramann eigentlich nichts mehr tun musste, als nur den Film einzulegen und auf die Szene zu halten. Der kompakte Apparat passte in jede Tasche. Lediglich ein sinnvoller Filmvorrat hätte zu Problemen in einer Reisetasche führen können.


Aus heutiger Sicht mag jeder Versuch damaliger Zeit, eine Schmalfilmkamera zu verkleinern lächerlich erscheinen, vergleicht man die erreichte miniaturvisierte Elektronik in Video-Kameras oder Smartphones. Mehr noch, die Bildqualität heutiger Apparate steht in nichts mehr nach. Mehr noch, wenn schon als nächste Generation der Bilddarstellung auf Flachbildschirmen, angesagte 4K2K-Technik im Massenmarkt Einzug hält.


Bemerkenswert erscheint daher jeder Vergleich erst dann zu werden, wenn man als alter Filmhase der 1970er Jahre es nicht wahrhaben wollte, dass die Technik und hier insbesondere die Elektronik, doch eines Tages in Bildqualität und Darstellbarkeit einer Projektion, den klassischen Zelluloidfilm ein- bzw. überholen wird können.


Auch heutige HD-Filmkameras, die mittlerweile in Größen einer Streichholzschachtel einschließlich AKKU angeboten werden, haben sicherlich noch Spielraum, was ihr Volumen nach unten betrifft. Die Grenzen werden sich evtl. erst da bemerkbar machen, wo die Handhabung aufgrund der kaum fassbaren Größe zum Problem wird. Doch sollten wir die Ingenieure nicht unterschätzen. Vielleicht arbeiten zukünftig auch die Filmkamera per Sprachbefehl und liefert dabei noch, für uns von heute, unerwartete Bildqualität. Filme in 3D wären dann sicher noch eine Option, ein Ziel.





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