Der 8 mm Amateurfilm war es ein Hobby oder nur
eine Erscheinung, die als vergänglich erschien ?

Mit dem Aufkommen der Fotografie, die es erlaubte, Bilder mit mechanischen und chemischen Mitteln zu schaffen, wurde dem künstlerischen Handwerk Malen ein Gegenpol gesetzt. Man musste nicht mehr Künstler sein, um Bildnisse festzuhalten und somit Motive zu verewigen.

Es war das Jahr 1839, als Louis Daguerre am 7. Januar seine ersten Fotografien in der Académie des sciences de l´Institut de France in Paris vorstellte und wenig später einer breiten Öffentlichkeit. Diese Bilder, nun Daguerreotypie genannt, entstanden in einem komplexen chemischen Verfahren, das auf der Basis einer polierten Kupferplatte als Bildträger von einer Kamera belichtet bzw. eingefangen wurden.

Daguerres Verfahren, Bilder zu Fotografieren war mithin das erste Verfahren, das für kommerzielle Zwecke geeignet schien und genutzt werden konnte, zumal die französische Regierung die Rechte des Entwicklungsverfahrens von Louis Daguerre kaufte und für jedermann zur freien Verfügung stellte.

Da sich der Fortschritt, der sich in der Fotografie ab 1840 auf der Grundlage des Wissens Daguerres, nicht mehr aufhalten ließ, konnten die Forscher, die sich des Themas annahmen, auch andere chemische Verfahren vorstellen, mit denen weitere Erfolge in der Fotografie erreicht wurden.

Dabei war schon frühe der Wunsch auf kürzere Belichtungszeiten einzelner Bilder wichtig, um die Bildschärfe der Daguerreotypien (Fotos) zu verbessern. Auch der Bildträger, eine mit Silberoxid beschichtete Kupferplatte, sollte bald durch ein anderes Trägermaterial - wie Glas - ersetzt werden.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Fotos zu einem bewundernswerten Objekt und die Technik ließ erkennen, dass auch breite Schichten der Gesellschaft sich dafür begeistern konnten. Mit dem etwas später aufgekommenen unterschiedlichen Aufnahmeverfahren wurden nicht nur das Porträt und die Landschaftsfotografie zu beliebten Motiven.

Durch Experimente, die die damaligen Fotofreunde machten, erkannte man u. a. auch, dass ein flexibler Bildträger eine Erweiterung in den Möglichkeiten der Fotografie einbringen könnte. So wurde Zelluloid als transparenter Streifen mit einer lichtempfindlichen Emulsion belegt und so das Negativfoto erst möglich gemacht. Ein Verfahren, dass nun auch Kopien der Bilder ermöglichte, indem der Streifen nochmals zu einem positiven Bild kopiert wurde.

Mit der Erkenntnis, dass durch die schnelle Abfolge nur wenig veränderter Bilder ein Eindruck der Bewegung entsteht, ließ das später sogenannte Kino entstehen.

 

Es musste also ein technischer Apparat erfunden werden, der in erster Linie viele Bilder in der Sekunde auf einem Zelluloidstreifen belichten konnten. Es wurde die Filmkamera. Des Weiteren musste ein Projektor geschaffen werden, der diese Bildabfolge in gleicher Frequenz (B/s) wiedergibt, mit der der Filmstreifen belichtet wurde.

Abgesehen von der chemischen Behandlung der sogenannten Filmentwicklung, die für jedes einzelne Foto auf dem Streifen durchgeführt werden musste, musste auch der Streifen selbst mit einer Perforation zum Transport von Bild zu Bild versehen sein. Diese Perforation stellte sicher, dass Kamera und dem Projektor, die ja beide unabhängig voneinander arbeiteten, annähernd mit gleicher Geschwindigkeit liefen. Die Kamera, die die Bilder aufnahm (B/s) und der Projektor, der die Bilder projizierte.

Der Filmprojektor, wie wir ihn heute kennen, wurde in seiner Grundausstattung von den Gebrüdern Pathe in Frankreich 1895 eingeführt, denn diese Kinematografen waren die ersten, die die Bilder eines Filmstreifens einem breiteren Publikum in einem verdunkelten Raum - einem Lichtspieltheater - vorführen konnte. Zuvor waren nur Vorführapparate bekannt, die einen Film nur jeweils einer Person vorführten.

Der Erfolg der Gebr. Pathe beschränkte sich letztlich nicht nur auf Frankreich, nein, auch in Deutschland und den USA wurde diese Art der Vorführung ein Erfolg. Mithin kam ein 35 mm breiter Streifen erstmals als Film in die Lichtspielhäuser. Filmstudios etablierten sich weltweit und machten das neue Medium der Darstellung neben dem klassischen Theater für ein breites Publikum zugänglich.

Aus verschiedenen Gründen, darunter der Fortschritt in der Technik sowie in der Chemie für Fototechnik kam der Schmalfilm mit 16 mm breiten Streifen auf den Markt, der einem erweiterten Personenkreis - Künstlern, Reportern, Amateuren - Möglichkeiten bot, Filme zu drehen, deren Qualität, was Bild und Inhalt der Darstellung betraf, schon bemerkenswert war.

Pathe führte 1928 das 9,5 mm breite Filmformat ein, welches aber durch Kodak in den USA und Agfa in Deutschland ab 1932 durch das 8 mm breite Filmformat abgelöst wurde. Alle Apparate - Kameras und Projektoren - mussten nun auf dieses Format umkonstruiert werden, was in der Zeit nach der großen Rezesion von 1929 ein Kraftakt für die Hersteller bedeutete. Dennoch setzte sich dieses Format bei den Amateuren schnell durch.

Mit dem Super 8 Format, ebenfalls von Kodak eingeführt, bekam der Schmalfilm für Amateure nochmals einen Schub mit bahnbrechenden Erfolg.

Fortsetzung folgt




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