Schrumpflack, Hammerschlag- oder Kunstharzlack, manchmal auch mit Belederung aus K-Folien ...

... verschönert, so wurden die Amateurfilmapparate ausgeliefert. Die Schrumpflacke waren sehr hitzebeständig und daher auch sehr beliebt, in den Farbnuancen schwarz und dunkelblau, wenn aufgetragen auf Projektoren und Filmkameras.

Dies war in den Jahren vor 1945. Noch heute zeigt sich, dass diese Lacke einen effektiven Schutz gegen Feuchtigkeit und somit gegen Korrosion von Eisenteilen, die noch zu jener Zeit fester Bestandteil der Apparate waren schützt.

Mit Schrumpflacken erreichte man eine harte Oberfläche, die durch das Aufkräuseln der Lackschicht zudem einen matten Ton ausbildet, folglich erschien dieser Effekt besonders geeignet um jegliche Lichtreflexe in dunklen Räumen zu vermeiden, was von fotografischen Apparaten erwartet wurde.

Auch das haptische Empfinden erwies sich als angenehm. Heute finden diese Lacke kaum mehr Anwendung, es sei denn, man schaut auf die Motorrad-Szene, wo diese sich zusammenschrumpfenden Lacke für bestimmte Bauteile am Motorrad, noch sehr beliebt sind.

In den frühen 1950er Jahren verwendete man den Hammerschlaglack, als die dekorative Oberfläche, der nunmehr auf den aus Zinkdruckguss bestehenden Gehäuseteilen einer Schmalfilmkamera aufgetragen wurde. Hammerschlaglack wurde als 2-Schichtlack in der beliebten Farbnuance, grün oder grau (Bauer), in wenigen Fällen auch in blau (Eumig) eingesetzt.

Die Oberflächen der Gehäuse, gut gereinigt, wurden im Spritzverfahren beschichtet, wobei die zweite Schicht als Klarlack aufgetragen wurde. Denn nur dieser Lack erzeugt erst den typischen Hammerschlageffekt.

Es war die wirklich anspruschsvolle Vorarbeit der Teil die diese Oberflächenbeschichtung verdrängte. Der Fortschritte in der Klebetechnik mit Kunststofffolien trat an ihre Stelle. Dadurch ergab sich eine kostengünstigere Lösung zur Dekoration sichtbaren Flächen eines oft in die Hand genommenen Apparates.

Die Kunststofffolien konnten in verschiedenen Oberflächenstrukturen und farblichen Nuancen gefertigt werden und nicht nur dies. Leicht mit einer Schusterlederstanze in vielfältigen Formen zugeschnitten passen sie sich an jeder Forma an. Manchmal, nur um die Stabilisierung der Folie zu erreichen, wurde auf der Rückseite ein Gewebe angepresst, um so eine geeignete Haftung mit dem Klebstoff zu sichern.

Dem Fortschritt geschuldet und allen Versuchungen zu widerstehen, echtes Leder für die Dekoration einer Amateurfilmkamera einzusetzen um diese zu verschönern, ist dem Forschritt mit Kunststoffen zu verdanken, denn das Publikum jener Zeit fand Interesse an der Dekoration. Nur deshalb setzte sich die Folienlösung aus Kunststoff durch.

Lackkombinationen gepaart mit Kunststofffolien ließen nicht auf sich warten und beeinflussten sehr schnell die äußere Gestaltung der Apparate. So kam auch in der Branche der Begriff der Belederung auf, ein Wort, das bis heute nicht im Duden Eingang fand.

Ab Mitte der 1960er Jahre sah sich die Amateurfilmkameraindustrie in der Situation der vollständigen Produktionsumstellung, da das Super 8/Single 8 Filmformat von Kodak und Fuji konsequent eingeführt wurde. Dabei wurde auch die Ergonomie nicht mehr außer Acht gelassen, die mit den Erkenntnissen des modernen Industriedesigns einhergingen.

Spitzenapparate (Nizo/Cosina/Carena)) wurden mit eloxierten Aluminium-Blechen verkleidet und erreichten damit eine außergewöhnliche, elegante Erscheinung. Der Anklang wurde in den Kreisen des guten Geschmacks gewürdigt, auch wenn sich diese Oberflächen sehr anfällig auf mechanische Verletzungen entpuppten.

Auch kleine, mit Text belegte Alu-Täfelchen schmückten die Apparate, auf denen die Modellbezeichnungen oder andere Merkmale klar und deutlich lesbar waren.

Die Belederung mit K-Folien wurde indes nicht vergessen und diese erwies sich als eine ergänzende und somit einfache Lösung für die neuen Fertigungsmethoden. Verschraubungen und Justieröffnungen an den Gehäuseseiten einer Kamera konnten damit leichter verborgen werden. Die meisten Hersteller von Schmalfilmkameras ließen sich auf diese Methode der Abdeckung unschöner Stellen ein und klebten eifrig solche K-Belederungen auf ihren Apparate.

Erst nach Jahren machten sich Nachteile bzw. Eigenschaften der K-Folien sichtlich bemerkbar, wenn durch Schrumpfung des Kunststoffes, hässliche Kleberreste am Rand der Folien auftauchten. Nicht selten bildeten sich auch Zipfel an den Ecken (Pentaca), weil dort der brüchig geworden Klebstoff die Spannungen des Kunststoffs nicht mehr halten konnten.

Nachdem moderne Kunststoffsorten den Kamerabau, gänzlich eroberten, wir schreiben das Jahr 1978, verschwand auch die Belederung mit K-Folien an den Apparaten, denn nun war der Tampondruck, ein vereinfachtes Druckverfahren eingeführt worden. Die Modellbezeichnungen und andere Hinweise konnten sogar in Farbe auf glatten Flächen auf sehr wirtschaftliche Art angebracht werden.

Lacke und Farben, welcher Qualität auch immer übernahmen schon früh die Verschönerung an den Maschinen, Geräten und Apparaten, auch an den Schmalfilmkameras für Amateure.




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