Warum wurden Schmalfilmkameras mit Kunststofffolie beledert ?

Ein Ziel der Techniker war es schon immer, die Spuren der Montage eines Apparates weitgehend zu verdecken. Dazu dienten nach 1938 oft schon kleine Aluminiumplatten, die bestimmte Aussparungen am Kameragehäuse verdeckten oder zumindest unansehnliche Schraubenköpfe verschwinden ließen. Diese kaschierenden Bleche wurden gleichzeitig genutzt, um die Marke zu prägen oder Modellbezeichnungen dauerhaft anzubringen. Dies galt auch für die fortlaufende Apparatenummerierung, wenn gelegentlich die auf Plättchen eingeschlagen wurden. Das waren die Zeiten, in denen der Schrumpflack großen Anklang fand. Mit der immer besser werdenden Klebetechnik verließ die Industrie die aufwendige Befestigung dieser Abdeckungen mit Schrauben und verwendete immer mehr Klebstoffe. Leider zeigen heute, dass die weitgehend ausgehärteten Kleber ihre Nachteile, besonders dann, wenn Kälte und Wärme unterschiedliche Ausdehnung zwischen den Verbundflächen, zu Ablösungserscheinungen führt. Der nächste Schritt in der Kaschierung unschöner Flächen an Schmalfilmkameras war die Belederung der Seitenteile, die oft aus Kostengründen nicht mit natürlichem Leder vorgenommen wurde, sondern mit oberflächenstrukturierter Kunststofffolie, die dem Leder ähnelten. Daher der Begriff 'Belederung'. Zur Befestigung dieser Flächen verwendete man ebenfalls Klebstoffe. Die Eigenschaften der Folien, sich leichter als Blech anpassen zu lassen, machte diese Verschönerungsmethode zum non plus ultra der 1970er Jahre, mit der Folge, fast alle Schmalfilmapparate wurden so dekoriert. Einzelne, noch sichtbare Schraubenlöcher wurden, falls notwendig, mit Gummistopfen verschlossen. Nun noch zum großen Nachteil der Kunststofffolienkaschierung: Auch diese Folien schrumpften im Laufe der Zeit, was dazu führte, dass hässliche Ränder mit bräunlichen Kleberresten die Flächen nach 40 Jahren umranden, wenn nicht schon die Belederung an Ecken oder scharfe kritischen Kanten sich auch noch wölbt und ablöst.

4,8 V Akkus-Packs in Schmalfilmkameras, das ging nicht immer gut.

Seitdem es Energie-Zellen - auch Batterien im Volksmund benannt - mit 1,2 V in den AA typisierten Abmessungen auf der Basis von Nickel-Kadmium gibt, wurden diese aufladbaren Energie-Zellen immer beliebter. Sie versprachen im Gegensatz zur Standard-Zelle, die nicht aufladbar ist, aber eine Spannung von 1.5 V liefert, eine Geldersparnis durch mehrmalige Nutzung, auch wenn die Einstandspreise recht hoch waren. Weit gefehlt, denn leider konnte bei Weitem nicht jede Schmalfilmkamera mit einem Batteriepack von 4 AA Akkus, die nur 4,8 V lieferten, korrekt arbeiten. Es machte sich schnell bemerkbar, weil die erwartete Bildfrequenz von mindestens 18 Bilder/Sek. nicht durchgehalten wurde und noch vielmehr, dann, wenn der Zoomantrieb häufiger eingesetzt wurde, war meistens die vorhandene Energie nicht ausreichend, um dauerhaft die erforderlich Kraft für die Antriebsmotoren der Filmkamera zu liefern. Nur sehr wenige Schmalfilmkameras erlaubten den Einsatz von wiederaufladbaren Zellen, zusammengestellt zu einem Akku-Pack und wenn, dann nur mit mind. 5 bzw. 6 Zellen. Die aus Deutschland kommenden Nizo Apparate waren es, bei denen auch möglich gemacht wurde ,die 6 x Ni-Ca Zellen vom Typ AA - Mignon - im Griff, nicht nur zu halten, sondern auch zu laden.

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Dieser Beitrag ist eine Wiederholung vom 19.05.2015
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In letzter Zeit flossen dem sappam mehrere Projektoren zu.

Es mag wohl auch daran gelegen haben, dass es nur noch wenige Modelle an Schmalfilmkameras sind, die in Deutschland vor Jahren verkauft wurden und dem sappam noch fehlen. Anders sieht es aus bei Projektoren, seien es die, mit den das Normal 8 Format vorgeführt wird oder die sogenannten Dual-Projektoren, das sind Maschinen, mit denen nach der Einführung von Super 8 bzw. Single 8 auch dieses Format vorgeführt werden kann. Projektoren die nach 1969 auf den Markt kamen wurden mehrheitlich für Super 8 / Single 8 ausgelegt und aufgrund des eingetretenen Booms ab 1970, auch in vielen Varianten auf dem Markt gedrückt. Was nicht heißen soll, dass jeder Hersteller ein eigenes Konzept verfolgte. Die meisten Markenprojektoren bauten auf ähnlichen Prinzipien auf und erschienen von Außen her betrachtet fast gleich. Das mag auch an dem hohen Konkurrenzdruck gelegen haben, dem sich die Hersteller, schon aus Imagegründen, aussetzt sahen. Erst mit der Einführung der Tonfilmprojektoren - Sound-Projektoren - wurde auch der technische Anspruch etwas höher, sodass, ungeachtet der grundsätzlichen Bedingungen zur Tonabtastung von einem auf dem Film aufgebrachten Magnetstreifen, eine Vielzahl an Modellen mit unterschiedlichen Aufbau aufkamen. In letzter Zeit kamen einige Ausführungen von Stummfilmprojektoren, die auch aus historischer Sicht schon einen wirklichen Sammelcharakter haben, dazu. Es seien nur der Dralowid II 8 und der Agfa Movector 8 erwähnt, die um 1938 gebaut wurden. Noris, der deutsche Projektorenhersteller aus Nürnberg, fertigte eine interessante Übergangsausführung von Stumm- auf Tonfilm, mit seinen Modellen aus der Serie Norimat deluxe, bei dem ein angebauter Musikkassettenrekorder es ermöglichte, auf einfachen Weise musikalische und sprachliche Untermalung, dem ursprünglich als Stummfilm gedrehten Streifen, zu geben. Wenn wir einen Wunsch hätten, so bliebe uns vom sappam zusagen: Ein Super 8 Projektor der die Digitalisierung von 8 mm Filmen ermöglich, wäre ein Traum. Da gab es auch eine erste Lösung von Noris. Wer weiß, ob es dem sappam noch irgendwie gelingen wird, so eine Maschine noch aufzunehmen.

Zum 'Hingucker' unserer Site. In dieser Woche, der Universa P 140.

Dieser Super 8 Projektor, ganz in Kunststoff gefertigt, kommt in einem geschlossenen, schwarzen Gehäuse daher. Bemerkenswert ist das relativ leichte Gewicht und nach dem Entfernen des Staubschutzdeckels der Einstellknopf, der mittig zwischen den beiden Filmrollen liegt. Der aus Italien stammende Projektor, dessen Fertigungsstätte nicht auf dem Gerät vermerkt ist, könnte von IMAC kommen, wenn nicht vom gleichen Hersteller, der die letzten Eumig Projektoren mit der Bezeichnung Sprint auslieferte. Der Apparat ist gefällig in der Handhabung und leise im Betrieb.

Gibt es Wünsche an bestimmte Modelle von Schmalfilmkameras zu kommen ?

Das sappam, dass als ein Projekt gegründet wurde, mit dem Ziel Amateurschmalfilmapparaten zusammenzutragen hat natürlich immer wieder Wünsche, seltene oder außergewöhnliche Modelle zu erwerben bzw. als Spende anzunehmen. Zu den selteneren Objekten unter den Filmkameras zählt beispielsweise die Agfa S 2, eine Super 8 Kamera die nur in geringen Stückzahlen gebaut wurde, bis Agfa die Apparateproduktion einstellte. Auch eines der Wunschobjekte, das sich als eine ideale Spende an das Museum eignet, wäre die Nizo Professionall. Dieser Apparat dürfte als das Spitzenmodell der Nizo-Reihe gelten. In Japan wurden von Canon 2 Apparate gefertigt, die zwar gelegentlich zum Kauf angeboten werden aber nur selten auftauchen. Hier haben wir im Sinn die Canon DS 8, vorgerichtet für das Doppel Super 8 Format auf 16 mm Film und der Canon 1218, das Spitzenmodell aus der Stummfilm-Reihe des Herstellers. Nicht nur Filmkameras sind Wunschträume, auch unter den Editoren würden wir gerne einen Apparat in unserer Sammlung wissen; einen Filmbetrachter, der ein Tonteil hat. Bei den Projektoren bekamen wir kürzlich den Dralowid II 8, ein seltenes Schmuckstück. Andere Raritäten aus dem Reich der Projektoren gibt es bestimmt noch, auf die wir uns besonders freuen würden, wäre ihr Herstellungsdatum vor 1939. So betrachtet sind unsere Wünsche sehr weit gesteckt, besonders dann, wenn noch Apparaten dazu kämen, die in Japan oder in den USA gefertigt wurden und hier in Europa kaum zu finden bzw. bekannt sind, denn die gibt es. Immer wieder kommt es vor, dass auch aus dem vormals so bezeichneten Ostblock (heute Ukraine, Weiß-Russland und Kernland Russland) Modelle bekannt werden, von denen man kaum Kenntnisse in Mitteleuropa hat. Ja, wir haben noch so einige Wünsche !

Ist die Komplettierung einer Schmalfilmkamera-Serie für die Sammlung von Bedeutung ?

Eigentlich ist eine Schmalfilmkamera-Sammlung kein Spekulationsobjekt, oder mit einem zeitlich bedingten Schätzwert belegt, so wie es evtl. eine Briefmarkensammlung sein könnte. Wenn nun dem Museum alle Modelle einer Serie vorliegen, die ein Hersteller herausgebracht hat, dann bedeutet dies in erster Linie, einen Überblick erhalten zu haben, was der Hersteller seinen Kunden angeboten hat. Das sappam hat einige Serien von Schmalfilmkameras bereits komplett in der Sammlung. Da ist es die Rollei Sound-Serie, von der nur 2 Modelle gefertigt wurden und nur wenige Exemplare auf den Markt kamen, was schon etwas Besonderes sein könnte. Einem Museum bieten sich für solche Raritäten, sofern mehrere Objekte im Bestand verzeichnet sind, gute Tauschmöglichkeiten mit Sammlern anderer Länder. Um noch ein weiteres Beispiel zu bringen: Der italienische Projektoren-Hersteller SILMA, der mit der Firma Robert Bosch Phototechnik kooperierte, brachte eine eigene Filmkameraserie heraus, von der das sappam auch alle Ausführungen bereits besitzt. Das Charakteristikum dieser Modelle zeigt ein typisches, italienisches Design der 1970er Jahre, was die Serie besonders macht. Ob diese Apparate nun in den Fertigungsstätten von Bauer hergestellt wurden oder bei SILMA in Italien, blieb uns bisher leider verborgen. Apparate japanische Hersteller kamen auch als Serien mit mehreren Modellen auf dem Markt. Bei diesen Ausführungen waren dann nur die Objektive und Kleinigkeiten, die für Filmtricks sorgten, der besondere Unterschied. Das Grundkonzept der Konstruktion blieb dabei immer gleich. Das können wir bestätigen, wenn die Serie komplett im sappam vorliegt.

Ist der Stoff, der hier auf dieser Web-Site behandelt wird, noch von Interesse ?

Eine berechtigte Frage, denn kurz vor den Weihnachtstagen*, werden andere Wünsche erfüllt, die nichts mit dem Schmalfilm vor 50 Jahren zu tun haben. Daher wird leicht vergessen, dass eben, vor 50 Jahren der Super 8 Film für Amateurfilmer auf den deutschen Markt kam. Mit der schwarzen Box, dem Cartridge, war es gelungen, die unendliche Fummelei der Filmeinfädelung zu beenden. Der Erfolg stand vor der Tür. So gingen schon die ersten Schmalfilmkameras für Super 8 Filme um Weihnachten 1965 über den Ladentisch. Die Innovation war bahnbrechend, denn nun konnte jedermann einen Film drehen, ohne große Vorkenntnisse und zusätzlicher Einrichtung. Nach einem zehnjährigen Boom kamen die ersten Video-Geräte auf und traten ihren Siegeszug an, was nunmehr 40 Jahren zurückliegt. Heute verstauben nur noch die Schmalfilmkameras und Camcorder im Schrank der Großeltern. So blieben sie als Zeugen jener Zeit erhalten. Die Videotechnik, ebenfalls schon ein Relikt, bestehend aus massigen Geräten, schweren Akku-Packs und einer Vielzahl von Magnetbändern, wurde mittlerweile durch Mini-Speicherchips und Lithium-Ionen-Batterien von kleinsten HD-Geräten verdrängt. Ja, so sieht es nach knapp 2 Generationen aus. Unglaublich aber war ! Der Stoff, der die sappam Web-Siten behandelt ist folglich in diesen Tage vor der Jahreswende wirklich nicht gefragt. Und doch stellen wir uns, das Team vom sappam, vor, auch im nächsten Jahr das Thema weiter zu behandeln, denn als Museum gilt es die Dinge der Vergangenheit zu bewahren, und deren Eigenschaften in Erinnerung zu halten. Unsere Vorfahren haben viel investiert, an Wissen und Können. Die Ergebnisse ihres Handelns sind auch nicht zu verachten. So entstanden Familienchroniken und Kunstwerke, auch wenn viele nicht gewürdigt werden bzw. bekannt wurden. So waren es schöne Zeiten.

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*) Dieser Beitrag ist eine Wiederholung vom 17.12.2015
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