Wir haben da ein Probem ! Wer kann uns helfen ?

Uns erreichte kürzlich ein Schmalfilmprojektor der Marke Bolex Modell 715 mit erheblichen Korrosionsschäden. Da wir schon andere Projektoren im Magazin haben, die ähnliche Erscheinungen aufweisen, aber bei Weitem nicht so fortgeschritten sind, wie an diesem Apparat, fragten wir uns: Wie kommt dies zustanden ? Allem Anschein nach fängt ein als weißes Kristall ausgebildeter Belag an hinteren Deckeln des Projektors und an der vorderen Abdeckhaube an. Beide Teile sind anscheinend aus Aluminium. Es beginnt an den nicht lackierten Stellen mit diesen Ausblühungen. Diese fressen sich im Laufe von Jahren weiter ins Innere des Apparates. Dabei fällt auf, dass auch die nicht direkt in Kontakt stehenden Metallteile, weiter im Inneren, diesen Überzug annehmen. Da wir nicht wissen, ob all diese, aus Metall gefertigten Teile, die gleiche Metalllegierung aufweisen, können wir nur vermuten, dass dies so sei. Merkwürdig ist es dennoch, dass Projektoren aus der gleichen Fertigungsstraße - der Hersteller könnte Eumig gewesen sein - nicht immer diese Korrosionserscheinungen zeigen. Dies bestätigt sich an einem direkten Vergleich zweier Modelle mit baugleichem Aufbau, die im sappam registriert sind. Es ist der Revue Lux Sound 50 b Projektor und eben der nämlichen Bolex Apparat. Weiter konnten wir feststellen, dass auch ein Eumig - Tageslichtprojektor - diese Erscheinung langsam ausbildet. Eine Beobachtung, auch wenn sie so trivial erscheinen mag, könnte doch von Bedeutung zu sein. Alle diese Apparate wurden über Jahren hinweg in einem Aufbewahrungskoffer gelagert. So kommt die Vermutung auf: Könnte es sein, dass sich eine darin ausgebildete Atmosphäre die Beschleunigung der Korrosionsausbildung herbeigeführt hat ? Vermutlich wird uns nur ein Metallurge eine plausibel Erklärung geben können, wäre aber nicht uninteressant hierzu ein Ergebnis, eine Vermutung oder sogar eine Lösung als Antwort zu bekommen. Eine abrufbare Bilderstrecke gibt das hier beschriebene Erscheinungsbild der ausblühenden Teile eindrücklich wider.

Schreiben Sie uns, ob mit wenigen Worten oder langen Rezensionen, egal !


Der Schmalfilm fing mit 16 mm breiten Filmen an und hörte mit dem 8 mm-Streifen auf.*

Schon Ende der 20er Jahre des vorherigen Jahrhunderts führte man das Schmalfilmformat ein. Dabei stand im Vordergrund der Kostenfaktor, denn für das Filmmaterial, die 35 mm breiten Streifen, waren unerschwingliche Preise aufzubringen, weshalb die meisten Filmprojekte für Amateure unerschwinglich wurden. Mit einem 16 mm-Streifen hingegen konnten einige Faktoren zugunsten der Filmerszene erleichtert werden. Und dennoch, am Anfang der 1930er Jahre wurde die Kaufkraft durch die aufgekommene Weltwirtschaftskrise sehr stark geschwächt. Daher kam man auf die Idee, das vorhanden 16 mm Film-Material nochmals zu teilen, um auch dem passionierten Filmamateur noch eine Chance zu geben, das Hobby zu betreiben. Durch eine geschickte konstruktive Änderung der Schmalfilmkameras entstand das Doppel 8 Format (Normal 8) folgendermaßen. Mittels einer zusätzlichen Perforation des üblichen Standardstreifens von 16 mm, wurde es möglich, das 8-mm Format zu etablieren, indem ein 7,5 m langer Film auf einer 16 mm breiten Filmrolle angeboten wurde (sie wurde zum Standard). Die Kameras hatten nun ihrerseits nur eine Filmbühne, die weniger als 1/4 des 16 mm-Streifens entsprach, aber durch die fortschreitende Objektiv-Qualität befriedigende Bilder für den heimischen Gebrauch lieferten. So bildete sich Schritt für Schritt eine Amateurgilde heraus, die als Hobbyfilmer den Schmalfilm propagierte, auch wenn sich diese in letzter Zeit nur noch der Video-Techniken bedient, ja sogar bedienen muss, mangels anderer Möglichkeiten. Gut so !

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*) dieser Beitrag ist eine wiederholung vom 26.08.2014

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Wie viel Zeit wendet man im sappam auf, um die Web-Seiten zu erstellen ? (Teil 4)

Eines der z. Zt. schwierigsten Probleme, die das sappam quält, ist die Art und Weise der modernen Darstellung einer Web-Seite und die sich daraus ergebenen Probleme mit den unterschiedlichsten Browsern, die heute auf modernen PCs, Laptops, Notebooks, Tabletts und nicht zuletzt auf den Smartphones installiert sind. Außerdem quält uns die schnelle Modellfolge der Endgeräte, die, so hört man, maximal 3 bis 4 Jahre funktionstüchtig sein sollen, weil deren Akkus die Funktion einstellen und nicht austauschbar sind. Für eine erforderliche Umstellung aller unserer Seiten, bedarf es des Einsatzes der html5 bzw. php5, vielleicht auch schon php7 Programmierung, was einen kolossalen Zeitaufwand und somit auch eine finanzielle Belastung bedeutet. Mehr noch, die sogenannten modernen Web-Seiten sind an vielen Stellen schon konzernabhängig. Was das bedeutet, heißt, auch wenn das Basisprogramm für die Gestaltung ein freies bzw. kostenloses Programm mit GPL-Lizenz verwendet werden kann, doch so manches Scripts dieser Programmangebote nur serverabhängig arbeiten, weil diese von einflussreichen Softwareherstellern freigegeben werden. So wird nicht selten ein scheinbar unabhängiges Angebot doch nicht unabhängig. Da sind es die Analyse-Programme, die im Hintergrund laufen, da sind es die CSS-Scripte, die Farbengeneratoren, sowie die Schrifttypenfonds oder die Identifikationskodizes, wie es z. B. ein QR-Code sein kann, die von bestimmten Servern geliefert werden und somit auch an die Nutzerdaten kommen. Einmal ganz abgesehen davon, dass der jugendliche Nutzer des Internets, Kanäle auf Youtube, facebook und Twitter Präsens erwartet. Wir fragen uns: Ist das alles für ein Museum notwendig ? Nun, auch wir müssen mit der Zeit gehen. Zweifelsfrei, aber nicht um jeden Preis. Wir vertreten zwar die Vergangenheit und wollen in der Zukunft bestehen, indem wir, das sappam, unseren Besuchern die Ingenieurkunst unserer Vorfahren vorstellen. Daher bleibt es uns auch nicht erspart, mittelfristig den Bedingungen des modernen Internets nachzukommen. Wer uns dabei helfen möchte, sei hiermit eingeladen.

--- Fortsetzung folgt ----

Der vorherige Beitrag dieser Reihe wurde am 05.12.2017 veröffentlicht.


VHS-C und S VHS-C die gebräuchlichen Cassetten-Formate bei Camcordern der Video-Kameras für Amateure.*

Mit der Markteinführung der sogenannten Camcorder, also der Video-Kameras mit Aufnahmeteil, wurde das verkleinerte Videoband-Format VHS-C Standard. Die Magnetbandeigenschaften und die Bandgeschwindigkeit für Aufnahme und Wiedergabe entsprach dem bis dahin weitverbreiteten VHS Format bei Video-Rekordern, sodass die Aufnahmen mit Camcordern auch im Video-Rekorder (VRC) mittels eines Adapters abgespielt werden konnten. Die Bildqualitäten die die kleinen Camcorder erzeugten waren zu jener Zeit verblüffend gut, was dazu führte, dass eine massenhafte Verbreitung einsetzte. Nachteil, der ersten VHS-C Generation war, dass die gemachten Aufnahmen als Masterband angesehen werden mussten, da eine Vervielfältigung so gut, wie nicht sinnvoll erschien, der Qualitätsverlust war zu groß. Erst mit der Einführung des S (Super) VHS-C Formats und einer höheren Bandqualität gelang es, den Mindeststandard des Luminanzsignals nach erfolgter Kopie vom Masterband einzuhalten. Dieses Signal wurde durch Verlagerung auf der FM-Trägerfrequenz in den Bereich von ursprünglich 3,8 - 4,8 MHz auf 5,4 - 7 MHz verbreitert bzw. verlegt.

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*) dieser Beitrag ist eine Wiederholung vom 25.03.2014

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Nur noch wenige Teilnahmeplätze bei unserer Digi Aktion 2017 sind noch frei.

Bis einschließlich den 17.12.2017, der Sonntag zum 3. Advent, wird es noch möglich sein, die letzten, der insgesamt 10, vom sappam ausgeschriebenen Posten, einen Normal 8 oder Super 8/Single 8 Amateurfilm, kostenlos digitalisieren zu lassen, zu belegen. Die Aktion wurde so angedacht, dass wir den angemeldeten Einsendern eines Schmalfilms, diesen im Bild für Bild-Scannverfahren digitalisieren. Der Film wird dabei in ein .mp4 Dateiformat gebracht, sodass diese Datei auf einem HDTV-Gerät mittels USB-Stick vorgeführt werden kann. Die außerordentliche Qualität der Übertragung ermöglicht so, die Erinnerungen aus alten Zeiten zu den Festtagen aufleben zu lassen. Wir möchten daher allen interessierten Besucher unserer Seiten, dringlich darum bitten, Ihre Anmeldung noch rechtzeitig vorzunehmen, denn es sind von den 10 ausgelobten Posten nunmehr wenige Anmeldungen möglich. Nutzen Sie die einmalige Gelegenheit !


Zum 'Hingucker' dieser Woche. Die Gaf 738, eine wirklich schöne Schmalfilmkamera.

Die Haptik, die Formgebung und die ausgeglichene Gewichtsverteilung bei der Kameraführung, macht diesen Apparat doch zu einem sehr schönen Gerät. Leider wurde die Marke 'Gaf' in Europa kaum bekannt. Man beschränkte sich auf den US-amerikanischen Markt und hier und da fand man die Gaf-Apparate, die ein Großhändler in Asien (Japan) einkaufte auch in der Schweiz. Das Schwestermodell die Gaf 735 ist ebenfalls im Museum vorhanden.


Warum gab es so viele Schmalfilmkameras, die baugleich waren ?

Nachdem die Industrieanlagen, bedingt durch die Kriegswirren bis 1945 nicht nur in Europa, sondern auch in Asien am Boden lagen, mussten diese wieder aufgebaut werden. Hierdurch entstand eine moderne Industrie, die schon nach wenigen Jahren die Arbeiten wieder aufnahm und die Massenfertigung auf hohen Niveau ermöglichte. Dadurch wurde der weltweite Handel angekurbelt. Federführend bei diesen Aktivitäten waren die Japaner, denen es nach dem II. Weltkrieg untersagt war, Waffen herzustellen, wodurch die Produktion von Konsumgütern als möglicher Ersatz diente. Da Japan als Land nicht all diese Produkte aufnehmen konnte, verlegte man sich und dies mit Erfolg, auf den Export. Nun zeigte sich, dass die japanischen Markennamen unbekannt waren. Außerdem gab es noch zu viele Animositäten gegen Japan und deren Produkte, da das Land noch als ehemaliger Kriegstreiber, keinen guten Ruf besaß. Mit latinisierten Labels, sprich Markenbezeichnungen, auch wenn diese oft Fantasiebezeichnungen waren, konnte erreicht werden, dass die außerordentlich gute Qualität der Produkte, schnell Akzeptanz bei den Abnehmern fand. Wir sprechen hier nicht nur vom Erfolg der Apparate für Fotografie, nein dies traf auch bei Nähmaschinen, Güter aus Protzelan, der Radio- und Elektrotechnik bis hin zum Automobilbau zu. Schon Mitte der 1960 Jahre hatte sich Japan weltweit mit Gütern aus dem Consumerbereich einen Ruf verschafft, der dann auch auf die Nachbarn Taiwan und Süd-Korea überging. Diese Strategie, hochwertige Produkte auf den Weltmarkt zu bringen, wurde unter anderem auch schon deshalb zum Erfolg, weil man nicht nur auf die Reputation des Herstellers setzte, sondern vielmehr das Herkunftsland als Garant guter Ware vermarktete. Dadurch wurden auch baugleiche Apparate mit unterschiedlichen Markenbezeichnungen angeboten und vom Endkunden angenommen, oder, wenn man so will, nur mit äußerlich, kleinen Veränderungen versehen, die der Importeur unbedingt wünschte. Der diesbezüglich klassische Fall, der den Hobbyfilmer anging, fand man bei den Angeboten von Photo Porst und Quelle Revue. Auch Noris ließ seine Filmkameras bei Chinon fertigen. Alles Apparate, die durch ihre Qualität nie enttäuschten und vom Original aus Japan sich kaum unterschiedlich zeigten. Wenn dann doch einmal ein Original Label in Deutschland zu sehen war, dann, weil der Besitzer die Filmkamera in einem Duty Free Shop erworben hatte.






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