Warum gibt es nur noch bedingt Film-Material für den Schmalfilmer von 8 mm breiten Streifen?

Man könnte natürlich einfach sagen: Es gibt zu wenig Schmalfilmer, die noch dem 8 mm breiten Streifen treu geblieben sind. Andererseits kann behauptet werden, es gibt kaum noch Film-Material was für den Amateur erschwinglich wäre. Natürlich stehen da die modernen Techniken der Fortsetzung mit Zelluloid im Wege. Auch kann ganz klar gesagt werden: Die Video-Technik hat das alte Material eindeutig überholt. Und doch, es gibt noch immer treue Schmalfilmamateure. Sie müssen sich aus noch vorhandenem Rohfilm-Material die Streifen selber zuschneiden und perforieren, sie müssen das Film-Material auch noch entwickeln. Das alles zusammen ist nicht ganz einfach und beschränkt sich mehrheitlich auf schwarz/weiß Filme. Der sogenannte Color-Umkehrfilm kann nur noch auf Anfrage in Mengen, um nicht zu sagen großen Mengen, zu einem Auftrag konfektionierter Ware erteilt werden, wobei zu beachten ist, dass die Entwicklung vom Lieferanten dieser Filme auch zugesagt wird. Kodak, der vormals größte Hersteller von Super 8 Film-Material hat seine Entwicklungslaboratorien für das K 40 Filmmaterial schon seit Jahren geschlossen, weil die Beschaffung der erforderlichen Chemikalien für das Entwicklungsverfahren zu kostspielig gewesen wäre und mangels entsprechender Entwicklungsaufträge wohl keinen Sinn mehr gehabt hätte. Man erkennt also den Reigen dieser Geschichte. Kein verkaufter Film, keine Entwicklung. Keine Entwicklung kein Labor. Kein Labor kein verkaufbarer Film. Was war die Folge? Einstellung der Schmalfilmkameraherstellung und somit auch aller Apparate bzw. Hilfsmittel, die der Super 8 Amateur benötigt.

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*) Dieser Beitrag ist eine Wiederholung vom 25.06.2015
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Gibt es noch etwas zu sagen ? Dass fragen wir uns manchmal, nach über 1000 'Tages Ticker'.

Wenn wir hier Gedankenspiele durchführen, die sich in der Regel ausschließlich um die Apparate des Schmalfilms für Amateure beschäftigen, dann kommt unweigerlich auch einmal die Vorstellung auf, die da in die Frage mündet: Wer liest denn heute noch Beiträge, die vor 40 Jahren interessant hätten sein können ? Heutzutage hält jedes Kind ein Smartphone in die Luft und macht unendlich viele Video-Clips, die wenn sie überhaupt angeschaut werden, dann nur noch als Sensationsbilder. Also, nach dem Motto: Ich war auch dabei. Oft genug passiert es, dass die Geschehnisse, die die Video-Clipser aufnehmen, von ihnen selber gar nicht als etwas besonders wahrgenommen werden können, da man mit dem Smartphone beschäftigt ist. Die Erfahrungen, auch die vor 40 Jahren, haben gezeigt, dass ohne sofortige Katalogisierung der Filme, und ohne penible Ordnung der Streifen, einschließlich einer aussagekräftigen Kennzeichnung, die Bildermacherei in einem letztlich undurchdringlichen Wirrwarr verloren geht, aus dem schon wenige Zeit kein Durchkommen mehr möglich ist. Ja, das Interesse lässt auch nach, wenn die erste Euphorie der Smartphonenutzung verflogen ist und um so schneller, dass einmal angeblich Wichtige unbedeutend wird. Der klassische Film, der Film auf Zelluloid, der noch mit bedacht gedreht wurde, weil der Filmvorrat stark beschränkt war und seine Kosten hoch lagen, zielte letztlich nur auf durchdachte Filmszenen, auch wenn nicht alle gelangen. Doch hier spielte die Welt der erfassten Filmereignisse doch noch eine bedeutendere Rolle im Privatleben, welches Selbst nach Jahren noch in Erinnerung blieb. Nicht der Film, sondern das Ereignis als solches war von Bedeutung. Wir können nur hoffen, dass so manche Erkenntnisse, die wir hier im 'Tages Ticker' veröffentlich haben, auch noch zukünftig als gute Tipps für den für die Jungfilmer von Morgen dienen.

Kunststoffe im Schmalfilmkamerabau, war es ein Fortschritt ?

Jeder weiß heutzutage, dass Kunststoff im täglichen Leben allgegenwärtig ist. So wurde auch in der letzten Phase vor dem Untergang des Schmalfilmkamerabaus, mit konstruktiven Änderungen, versucht die Apparate durch den Einsatz von formstabilen und wärmebeständigen Kunststoffen, zumindest eine Gewichtsreduzierung zu erreichen. Mitte der 1970er Jahre zeichnete sich der Trend ab, dass einige Teile am Kamerakörper, die zuvor aus Metall gegossen waren nun als Kunststoffteil eingesetzt und verbaut wurden. Zu den ersten sehr erfolgreichen Anwendungen des Kunststoffs war der Kameragriff, denn hier musste noch nicht die hohe Präzision, die später andere Teile forderten, eingehalten werden. Erst mit der konsequenten Einführung von Kunststoffen im Chassisbau wurden diese Anforderungen erfüllt bzw. eingehalten. Kaum ein Hersteller hat sich je dazu bekannt, welch Thermoplast tatsächlich an seinen Apparaten zu Einsatz kam. Eines ist aber sicher: Das Ziel der Gewichtsreduzierung wurde erreicht. Die Witterungsbeständigkeit konnte ebenfalls nachgewiesen werden und an Präzision bzw. Haltbarkeit hat es nicht gefehlt, auch wenn hier und da noch so mancher Konstrukteur mit einer filigranen Formgebung spielte, wobei die Belastungsfähigkeit und die Alterung des Rohstoffes unterschätzt wurden. Im Apparatebau für fotografische Geräte wäre der Verzicht auf Kunststoffe heutzutage kaum denkbar, insofern kann gesagt werden: Der Einsatz von Kunststoffen kann durchaus als Fortschritt im Filmapparatebau gewertet werden.

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Dieser Beitrag ist eine Wiederholung vom 14.04.2015
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Auch wir ärgern uns, wie viele, wenn es uns erreicht !

Wer heute eine Tragetasche mit einer Schmalfilmkamera aus den 1970er Jahren vom Dachboden holt, diese öffnet und glaubt ein Schätzchen vor sich zu haben, wird sehr schnell enttäuscht. Mehr noch, er setzt sich nicht selten einer riesigen Gefahr von Kleidverschmutzung aus, die erst wahrgenommen wird, wenn es zu spät ist. Schwarze Flecken tauchen überall auf und es ist anfänglich kaum erkennbar woher diese nur stammen. Die Kamera wurde am Griff aus der Tasche entnommen, die Hand war und blieb sauber, die Oberfläche der Kamera ist zwar schwarz, aber sie glänzt. Dann kommt die Überraschung: Der Gummi am Okular des Suchers sieht verdächtig schrumpelig aus, ja, er ist ziemlich weich und nach jeder Berührung zeigen sich die schwarzen Schlieren nun auch an dem Fingern. Zwar ist die Quelle des Übels nun erkannt und doch geht das sich Verschmieren unerbittlich weiter. Wirklich, es fängt erst richtig an ! Der verflixte Gummi am Suche löst sich aus Alterungsgründen einfach auf. Die ersten Flecken an Hosen und Hemd sind penetrant und unangenehm, sie werden zum Ärgernis. Mittlerweile liegt die Kamera auf dem Tisch, die Hände haben noch mehr Schmiere abbekommen. Glücklich derjenige, der nun ein Tuch zur Hand hat. Aber Vorsicht, und hier kommt unsere Empfehlung: Kein Lösungsmittel zur Beseitigung der Flecken einsetzen. Die Schwärze rührt von dem beigemischten Ruß im Gummi her, Ruß, der den Gummi elastischer machen sollte. Bitte gehen Sie an alle Flecken nur mit Wasser und normaler Seite ran. Seien es die Flecken auf der Haut oder die, die sich in den Textilien befinden. Nur so ersparen Sie sich den berechtigten Ärger. Alle andren Reinigungsmittel würden einen Fleck hinterlassen. Auch die Kamera zu säubern, und vom schmierigen Gummi zu befreien, ist die Arbeit eines Schornsteinfegers. Das Beste ist, was zwar noch keine Lösung wäre, den Sucher mit samt den Gummiresten mit einer Folie zu umwickeln. Die Kamera wieder in die Tasche zu stecken und als Spende an das sappam versenden. Wir ärgern uns dann nochmals, mit dem sich auflösenden Sucher-Gummi, wissen aber wie es geht, diesen zu entsorgen.

Zum 'Hingucker' unserer Site. In dieser Woche, der Revue lux Sound 50 b Porjektor

Dieser Projektor wurde von Eumig in Wien 1978 für Quelle, dem Versandhaus in Nürnberg gebaut, zu einer Zeit in der schon absehbar im Hintergrund das Damoklesschwert der Videotechnik schwebte. Mit ca. 45.000 Exemplaren unter dem Namen 'Revue lux Sound 50 a und 50 b' und gleich vielen Projektoren aus der S 900er Serie von Eumig, kam dieser sehr komplex gebaute Ton-Schmalfilmprojektor auf den Markt. Die Merkmale waren hervorragend und doch konnte dieser Apparat den Vormarsch der analogen Bildverarbeitung in TV-Qualität für Amateure, der sich mit dem Aufkommen der Camcorder abzeichnete nicht aufgehalten werden. Schade !

Ein Fremdkörper oder ein vorbeugender Schadensbegrenzer ?

Wenn man eines auf unserer Web-Site nicht findet, dann ist es ein kleines Papiersäckchen, welches den meisten Schmalfilmkameras und Projektoren in der Originalverpackung (OVP) beilag. Dazu muss man wissen, dass noch bis weit in die 1970er Jahre hinein, der sogenannte Seeweg nur gelegentlich mit Containerschiffen abgewickelt wurde. Man kannte nach 1945 hauptsächlich stabile Holzkisten die im Inneren schön mit Ölpapier (rot oder brau) ausgeschlagen waren, in denen dann die Exportwaren versandt wurden. Die unterschiedlichen Klimata, denen die Ware auf dem Seeweg ausgesetzt war, erzeugte nicht selten Kondensation durch die Seeluft im Inneren der Verpackungen. Feuchtigkeit gilt als zerstörerisch wirkend, insbesondere auf die empfindlichen Metallteile. Um diese Korrosionsschäden in Grenzen zu halten, legten die Filmkamerahersteller, ebenso wie andere Produkthersteller, nämliches Papiersäckchen in jede ihrer OVPs. Das mit Silikat-Gel befüllte Beutelchen war in der Lage, die sich bildende Feuchtigkeit während der Seereise, die aus kalten Klimazonen kommend, über tropische Gewässer schippernd und erneut in ein mäßig temperiertes Land reisend, zu absorbieren. Der Erfolg blieb nicht aus, sodass diese Methode der seemäßigen Verpackung sich zu einem Standard durchsetzte. Erst 1966 kamen die ersten 20 bzw. die 40 Fuß Seecontainer bei der Handelmarine langsam zum Einsatz, die schließlich den Liftvan, jene großen Holzkisten in den Möbel transportiert wurden, abgelösten. Da die meisten Schiffe zu jener Zeit noch nicht für den Seecontainertransport ausgerüstet waren, wurde noch lange das Silikat-Gel Beutelchen jedem der feuchtigkeitsempfindlichen Geräte beigelegt. Heute wird die Ware auf Transportpaletten, mit Schrumpffolie umwickelt und für den Seecontainer bereitgestellt, sodass das Papiersäcken mit dem Gel weitgehend entfallen kann.

Über die äußerliche Reinigung von Schmalfilmkameras.

Die allg. als wertvoll empfundenen optischen Apparate jener Zeit, worunter auch die Schmalfilmkameras zählten, wurden nicht selten mit Sorgfalt und viel Pflege bedacht. So war es nicht verwunderlich, dass fast jede Filmkamera vom Amateur mit einer Tragetasche bedacht wurde, die letztlich auch dafür sorgen sollte, dass unnötige Verunreinigungen den Inhalt trafen. In allen Bedienungsanleitungen, die den Filmkameras beigelegt wurden, erfuhr man auch, dass nur mit einem trockenen, wenn möglich fusselfreien Tuch gereinigt werden sollten. Im normalen Gebrauch zeigte sich nur seltenst penetrante Verschmutzung, es sei denn, wetterbedingte Umstände wie Wasser und somit Regen oder Schlamm setzte sich fest. Größter Feind einer Filmkamera war zweifellos feinster Sand, der sich in Ritzen und offene Schlitze ansetzte. Salzwasserspritzer konnten leicht entfernt werden. Hingegen war der Sturz ins Wasser, ob süß oder salzig zerstörerisch und führte zu einem irreparablen Schaden. Mit Staub, ob fein oder grob, war Vorsicht geboten, auch wenn es meist vom äußeren Design des Apparates abhing, damit richtig umzugehen. Allerdings wurden die meisten Schmalfilmkameras mit schnittigem und elegantem Design ausgeliefert, sodass tatsächlich die Lappenreinigung ausreichte. Nur an wenigen Kameramodellen, die mit Verzierungen oder konstruktiv bedingten Kanten bzw. Ecken versehen waren, mussten mit einem Pinsel nachgeholfen werden. Selbst bei bester Lagerung beschlugen Linsen im Laufe der Zeit, was einer regelmäßigen Behandlung mit einem Brillenglastuch bedurfte. Auf keinen Fall sollten aggressive Reinigungsmittel wie z. B. scheuersandhaltige Seifen oder Glasreiniger mit Alkoholanteilen, geschweige denn Lösungsmittel, eingesetzt werden. Gelegentlich nutzten einige Hobbyfilmer die in Mode gekommenen Spraydosen mit gepresster Luft, um aus Ecken und Kanten den Schmutz zu vertreiben. Ein Vorgehen, das nicht empfehlenswert war, denn so drückt man unkontrolliert jegliche Verschmutzung ins Innere des Apparates. Man konnte es als Glück bezeichnen, wenn sich danach keine Schutzpartikel auf der Linse im Inneren abgesetzt hatten.



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