Über die merkwürdig anmutende Selfie-Welle.

Wer hätte das vor 30 Jahren gedacht, mit den kleinen Apparaten von heute, ja schon vor 10 Jahren Laufbilder zu drehen und gleich unmittelbar danach abspielen zu können. 2002 bot man schon Apparate - z. B. Sanyo xacti CC 65 - an, die über einen kleinen Monitor verfügten, drehbar um 180°, sodass es möglich wurde, Selbstbildnisse ähnlich der Porträts in der Malerei, zu drehen, den sogenannten 'Selfies'. In den 1970er Jahren, der Hochzeit des Schmalfilmbooms, kamen monatlich Tausende Filme in die Filmentwicklungslabors. Die Resultate zeigten nur in den seltensten Fällen den Familienvater und zugleich Regisseur, auf den Filmstreifen. Daher ist es nicht ungewöhnlich, wenn einer aus der Familie nie zu sehen war, es war nämlich der Kameramann. Nach 2014 wurde die Selfie-Stange, ein Apparatehalter mit Verlängerung, zu einem der beliebtesten Zubehöre für Menschen auf Reisen. Nun konnten auch die Standorte besser ins Bild gerückt werden. Und doch, Selfies sind nicht nur eine modische Erscheinung, sie geben dem Individuum die Möglichkeit, um seiner selbst Willen, ein Bild von sich zu verbreiten. Das wäre in den Jahren des klassischen Films doch mit merkwürdigen Kommentaren versehen worden, wenngleich es die Schwelle der Selbstdarstellung schon erreichte, man hielt ja schon im Film fest, was man hatte und zeigte die Familie mit Stolz, da wo es nur ging.

Zum allwöchentlichen 'Hingucker' unserer Site. Die Bauer, Modell Royal 8 E Macro.

Diese sehr schnittig gehaltene Schmalfilmkamera beeindruckte durch die vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten auf kleinstem Raum. Dass diese Serie und die ihr folgenden, große Erfolge feinern würde lag schon in der Luft. Interessant ist, dass Bauer dieses sehr schöne Modell einige Jahre später unter dem Namen Porst MS 800 vom Filialisten Photo Porst vertreiben ließ. Mag wohl daran gelegen haben, dass die Objektive, die hier eingesetzt wurden bei den folgenden Bauer Filmkamera-Serien einen anderen Aufbau bekamen. Dies merkte man aber nur, bei genauerem hinsehen.

Wir benötigen Hilfe, Hilfe bei der Beschaffung technischer Daten und angewandter Erfahrung.

Seit Kurzem wird auf diesen Sites, im 'Tages Ticker', so mancher Begriff in der Farbe blau und dem Schriftzug kursiv dargestellt. Solch hervorgehoben Worte oder Wortkombinationen, Modellbezeichnungen oder Personennamen haben in der Welt des Schmalfilms eine hervorgehobene Stellung, meist, weil weitere, evtl. ergänzende Informationen im sappam Archiv bereits zu finden sind. Durch Anklicken gelangt man, ähnlich wie der Hinweispfeil in einem Lexikon auf näher beschriebene Eigenschaften, Hinweise oder ein umfangreicheres allg. bekanntes Wissen. Dazu bedurfte es eines Glossars, gestützt auf einer umfangreich gefüllten Datenbank. Auch Datenblätter einzelner Objekte, die im Museum derzeit gelagert werden, fallen darunter. Es liegt in der Natur der Dinge, dass dieses Wissen nicht nur statisch niedergeschrieben sein sollte, es bedarf auch einer ständigen Betreuung und Pflege der Datensätze. Um dies zu erreichen, scheint es uns angebracht, dass das Wissen um die Schmalfilmtechnik, von unseren Museumsfreunde gleichermaßen eingebracht werden kann. Diese Beiträge können dadurch auf unserer Plattform der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Auch Kommentare und gegebenenfalls Hinweise auf seriöse Quellen, die uns unbekannt sind, wären dabei dienlich. Web-Formulare, in Gruppen aufgeteilt, stehen hier zur Verfügung. So können relevantes Wissen und Informationen aus der Amateurfilmwelt problemlos eingetragen werden. Ein Anspruch auf Veröffentlichung des eingereichten Beitrags kann vonseiten der Autoren uns gegenüber nicht erhoben werden. Werden in den Beiträgen Auszüge oder grundlegende Erkenntnisse aus bereits veröffentlichten Quellen wiedergegeben, sind diese unbedingt zu nennen. Unsere Redaktion muss sich allerdings vorbehalten, gegebenenfalls Änderungen und Kürzungen der Beiträge vorzunehmen, wenn diese zweckmäßig erscheinen.

Spielte der PC in den 1980er Jahren mit im Wettbewerb um die Bilder eine Rolle ?

Die Älteren unter uns werden sich noch daran erinnern, dass die Anfänge der Computerwelt im heimischen Bereich, was Leitung betrifft, noch recht bescheiden und holperig ausfielen. Da war der keine Sinclair ZX 81 ein verführerisches Gerät, dass uns versprach in Windeseile komplizierte Rechnungsaufgaben zu lösen. Ja, eigentlich alles kann, was man sich so vorstellte, auch wenn es nur andeutungsweise sinnvoll war. Dann kam der Commodore 64, ein Volkscomputer, der die Jugendlichen verzauberte, gleich dem Smartphones von heute. Auf Monitoren mit grünen Zeichen auf schwarzem Hintergrund wurden skurrile Figuren in und her bewegt. Die ersten Computerspiele kamen auf. Erst mit dem Atari 1024 ST und Apple-Macintosh (Mac) Computern wurden die Darstellungen am Monitor, der nun in schwarz/grau, eine augenfreundlichere Darstellung anbot, machte den Weg frei, für die Darstellungen, die wir heute noch kennen. Symbole und Ikone setzten sich durch, Buttons wurden als Grafik eingesetzt, Bilder konnten in Farbe betrachtet werten. Man schrieb 1995. Der Durchbruch war gelungen. Das Telefonkoppler-Modem war schon überholt. Internet hieß die Zauberformel. Der Wettlauf von Kilobytes auf Megabytes (MB), vom Disk auf IDE-Festplatte (HDD), den klassischen Speichermedien im Personal Computer (PC) war voll im Gange. Windows in der 95er-Version eroberte die Haushalte. Erste Bilder wurden von Scannern erfasst und als Grafik gespeichert. Die Bildschirme zeigten nun bunte Oberflächen und mit Präsentationsprogrammen wie PowerPoint oder ähnlichen, konnten textilastige diashowähnliche Vorträge gezeigt werden. Der Schmalfilm des Amateurs wurde immer uninteressanter, denn Camcorder waren schon seit 10 Jahren auf dem Markt. Nun galt es nur noch, die Videosequenzen auf den Computer zu bekommen. Fernsehsendungen konnten auf einmal am Bildschirm, in beeindruckender Bildqualität betrachtet werden. Wer geschickt war, konnte auch seine Videoaufzeichnungen am 17-Zoll-Monitor betrachten. Im Jahr 2000, auch schon auf 19-Zoll-Monitoren. Bei genügend Speicherplatz auf einer schnellen HDD, vielleicht auch schon mit Linux oder Win 2K bearbeiten, wie ein Profi. Videoschnittprogrammen kamen auf. Ja, der klassische Schmalfilm, war definitiv, nach ca. 8o Jahren sang- und klanglos untergegangen !

Es ist nicht einfach Schmalfilme im alten 8 mm Format auf ein Video-Format, wie h.264 = .mp4 zu kommen.

H.264 ist eines der Gängigsten aber ein nicht lizenzfreies Video-Format, welches mit dem Code AAC erstellt und mit der ebdzbf .mp4 als Datei erstellt wird und somit für PC-Browsern und TV-Geräten lesbar ist. Auch die mit Theora / Vorbis codierten Dateien, deren Dateiendung unter .ogg abgespeichert werden, können im html5 programmierten Container bzw. einem Movie-Player angezeigt werden. Beiden Dateien-Typen mit ihren unterschiedlichen Video-Kodizes sind weit verbreitet. Video-Player, wie z. B. der 'Quick Time' ermöglichen die .mov Dateien abzuspielen. Schmalfilmfreunde leiden immer wieder darunter, dass die alten Normal 8 oder Super 8 Farbfilme nicht so einfach auf eines dieser digitalen Videoformate gebracht werden kann. Es liegt in erster Linie an den völlig unterschiedlichen Ansätzen der Technik, mit denen die alten Zelluloidfilme verglichen mit heutigen Video-Clips erstellt wurden. Mehr noch, arbeitete die analoge Bildaufzeichnung (.avi Format) mit hintereinandergereihten Standbildern (Halbbildverfahren) und durchgehenden Magnetimpulsen auf Bändern oder Speichermedien, so arbeitet die digitale Aufzeichnung von Bildern durch die Abfolge von generierten Nullen und Einsen. Um die beiden ersten Techniken (Zelluloidfilm - analoge Video-Clips) auf den modernen digitalen Nenner zu bringen, bedarf es tatsächlich ungewöhnlicher Vorgehensweisen, die zudem nicht so einfach von Amateuren bewältigt werden können, es sei denn, ein unverhältnismäßig größer Aufwand an technischen Geräten stünde zur Verfügung. Allein schon die simple Erkenntnis, dass Schmalfilme mit 18 Bilder pro Sek. (fps), auch einige mit 24 fps, aufgenommen wurden, bringt der Versuch einer Anpassung, die elektronischen Systeme in Schwierigkeiten. Bei den digitalen Video-Formaten werden bis zu 30 fps aufgezeichnet. Dadurch entstehen schon zeitlich bedingte Abweichungen, wenn vom Zelluloidfilm nur 18 fps zur Verfügung gestellt werden können. Auch das erste Videoformat mit der Dateiendung .avi, stolperte schon um einen Ausgleich in der Zeitschiene zu schafften. Da .mp4 auf der Höhe von Full HDTV-Qualität arbeitet und somit auf 30 fps als Standard abgestimmt ist, wird eine Anpassung noch schwieriger. Dieser Umstand macht es dem Filmamateur so gut wie unmöglich, die alten Filme in der Bildqualität die diese eigentlich hergeben müssten, auf dem heimischen 'Full HD' Fernseher zu genießen oder als Streem über die eigene Homepage laufen zu lassen. Schade ! Wirklich Schade !

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Dieser Beitrag ist eine Wiederholung vom 03.05.2015
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Wenn die Tage länger werden als die Nächte, dann wird es Frühling.

Leider sind die Zeiten vorüber, als der Amateurfilmer mit richtigem Zelluloid seine Filmkamera aus dem Schrank holt um die Ereignisse der aufblühenden Flora im Bild einzufangen. Auch wenn die meisten Menschen heute eines dieser tragbaren Geräte, namens Smartphones bei sich haben, mit denen Laufbilder, wo auch immer sie sind, erfasst und überspielt werden können, so werden doch diese wunderschönen Momente, die die frühlingshafte Natur uns bietet, weitgehend ignoriert. Da waren die Amateure des Films schon engagierter, denn sie trieb oft der Ehrgeiz, nun ihr Können und ihre Beobachtungsgabe unter Beweis zu stellen, besser auf einen Film zu bringe. Können, weil es der Fähigkeit bedurfte eine Filmkamera so zu positionieren, sodass der richtige Bildausschnitt entstand und die Lichtverhältnisse richtig eingeschätzt wurden, damit auch ein ansehnlicher Kontrast die Filmszene belebt. Beobachtungsgabe, deshalb, weil schon die letzten Wintertage zeigten und andeuteten, was die Natur erneut zum Leben erwachen lässt. Neben frischem Grün wird punktförmig gelbe Farbe die Umgebung der esten Blüten schmücken. Bei Sonnenschein, die ersten Insekten ins Bild rücken und so manche Blüte von einem Schmetterling besucht. Keimlinge im Wald drängt es aus der Erde. Farbe ist angesagt. Blauer Himmel, weiße Wolken schimmern noch durch die laublosen Bäume. Ein neuer Lebenszyklus beginnt, aber ohne Zelluloidfilm, der hat mittlerweile ausgedient. Dennoch wird die Natur ihr Erwachen jährlich wiederholen und gelegentlich wird noch ein aufmerksamer Amateur mit digitalem Camcorder den Frühlingsanfang eingefangen. Im .mov Format oder .mp4, Full HD-Qualität.

Die Welt im Rausch der Bilder.

Seit beginn der Facebook- und Youtube-Welle, und anderer ähnliche Internetportale, und die Apparate wie Smartphones und Tablets, welche mit Kameras ausgestattet sind, hat die Welt noch nie so viele Bilder des täglichen Geschehens gesehen. Es muss einfach faszinierend sein, die eigenen Erlebnisse mit anderen zu teilen. Wirklich faszinierend ! Und doch: Kaum jemand weiß, wie viel Technik und Wissen hinter dieser Errungenschaft der Kommunikation mit Bildübermittlung steht. Natürlich ist bekannt, dass hier große Unternehmen für den Transport der digitalen und somit elektronischen Daten sorgen. Der Aufwand, der dies alles ermöglicht, ist kaum vom Nutzer einschätzbar. Nur gelegentlich gewährt man Einsicht in die überdimensionierten Serverräume in denen alles zusammenläuft. Die unzähligen Details und Merkmale solcher Apparaturen bleiben dabei aber dem, wie es so dann so schön heißt, 'Consumer' verborgen. Wer macht sich schon Gedanken, wie seine Bilder durch den Dschungel von Drähten, Chips und Transistoren laufen, geschweige denn, zu erfassen, wie es dann von Sendemast zu Sendemast geht. Ja sogar der Satellit in geostationärer Laufbahn spielt im System der Bilderübertragung eine nicht unbedeutende Rolle. Glasfasern, ein Begriff, den schon fast ein jeder kennt, wird als Lichtleiter zur Datenübermittlung eingesetzt. Aber ist es für den Endverbraucher überhaupt vorstellbar, welch Aufwand an Technik und Wissen eingesetzt wird, um die Ergebnisse, die so selbstverständlich hingenommen werden und zu ermöglichen ? Und doch kann nicht oft genug darauf hingewiesen werden, dies alles ist nicht in einer Nacht entstanden. Jahre, Jahrzehnte, Jahrhunderte vergingen, bis es so weit war, dass sich die Menschheit so, mit Bildern aus aller Welt in Echtzeit verlinken kann. Der klassische Film stand dabei für annähernd 120 Jahre Pate.

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Dieser Beitrag ist eine Wiederholung vom 13.12.2015
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