Es bleiben nicht selten die Tragetaschen und Koffer für Filmapparate auf der Strecke ...

... hier in unserem Museum. Immer wieder kommen im Museum Sendungen mit Filmapparaten, die in einer Tragetasche, im Fall von Filmkameras oder Koffer im Fall der Projektoren, an. Diese Gegenstände haben wir so gut wie nie in unserer Auflistung an Objekten berücksichtigt, obwohl das eine oder andere Exemplar an Umhüllung durchaus seinen Reiz hat. Die einschlägige Industrie, die diese Taschen herstellt, gab sich stets Mühe, neben dem Design auch die Funktionalität so zu gewährleisten, dass deren Inhalte sicher verwahrt ist und eine Entnahme leicht von statten ging. Schmalfilmkamerataschen wurden in den 1930er bis 1950er aus natürlichem Leder gefertigt. Gelegentlich wurden Kartonagen eingesetzt, die zur Verstärkung dienten. Bei den Projektoren waren die Koffer aus Holz mit Papierkaschierung, recht schwere Kästen. Erst durch das Aufkommen der Kunststoffe und somit auch der Lederimitate wurden Tragetaschen leichter. Einige Hersteller von Filmkameras empfahlen ihren Kunden flexible Hüllen, andere, den starren Korpus. Von den ca. 900 Schmalfilmkameras, die im sappam lagern, wurden etwa die Hälfte in einer Originalverpackungen (OVP) oder in Tragetaschen angeliefert, von denen wir nur ein Bruchteil der Taschen behalten haben. Eine erbarmungslose Entsorgung stand diesen Taschen dann bevor, wenn sich ein Pilzbefall zeigte. Andere, die durch den Verschleiß unansehnlich und wieder andere mit dem sich zersetzenden Schaumstoff zum Problem wurden. Die Tragekoffer, in denen die Projektoren angeliefert wurden, waren mehrheitlich im guten Zustand. Natürlicher Staub aus Keller- oder Dachgewölben haftete nicht selten daran. Es zeigte sich, dass deren längliche Kastenform als Standard zu sehen ist. An einer ausgefeilten Inneneinrichtung, speziell für den Projektor gedacht, vermied beim Transport Beschädigungen. Auch gab es so manchen Koffer mit eingelassenen Lautsprecher, wenn der Projektor als Tonfilmprojektoren ausgelegt war. Wir im Museum bewahren einige gut erhaltene Exemplare dieser Umhüllungen, doch werden sie derzeitig nicht im Museumsbestand und somit auch nicht auf diesen Web-Sites geführt.


Haltbarkeit und Alterung von Film-Material.

Das seit der Einführung des Sicherheitsfilms, also das des nicht brennbaren Film-Materials, kann sich der Amateur sorglos fühlen, geht es um Brandgefahr. Und dennoch, das heute eingesetzte, nicht entflammbare Film-Material unterliegt erbarmungslos der Alterung, was sich an seinen mechanischen und chemischen Eigenschaften bemerkbar macht, die erst nach Jahren der stillen Lagerung auftreten. Da sind es, die 2 wichtige Eigenschaften, die auffallen. Zum Ersten: Das Trägermaterial, der eigentliche Film, verändert seine Länge im Laufe der Zeit, er verkürzt sich. Zum Zweiten: Die lichtempfindliche Beschichtung mit ihren Pigmenten, die aus mehreren chemischen Substanzen - den Emulsionen - bestehen, reagieren passiv weiter. Das Träger-Material leidet durch Alterung, indem es schrumpft. Im Laufe der Jahre bis zu 10%. Das bedeutet, im ungünstigen Fall, eine Verkürzung des 15 m langen Filmes, um ca. 1,5 m. Eine nicht unerhebliche Länge. Bemerkbar macht sich diese Erscheinung, wenn der Projektorfinger nicht mehr richtig in die Perforationslöcher des Films greifen kann, weil hier auch verkürzte Abstände vorliegen. Es summieren sich die Fehlschaltungen beim Filmtransport während der Vorführung. Altert die Beschichtung des Films, so verblassen die Farben und der Bildkontrast wird schwächer. Schließlich wandelt sich der ursprüngliche Farbeindruck zu einem bemerkenswerten blaustichigen Farbton, manchmal bis hin zum Sepia. Beides Farbtöne, die wir auch von alten Fotografien her kennen. Ungeachtet dieser beiden nicht reversiblen Eigenarten leiden die Filme zudem, nach jahrelanger Lagerung, bei großen Temperaturschwankungen und den Auswirkungen von Kondensat oder Feuchtigkeit. Feuchtigkeit, womöglich gepaart mit einer noch vorhandenen Oberflächenverschmutzung des Filmes, fördert den Pilzbefall. Temperaturschwankungen beschleunigen die chemischen Prozesse im und auf dem Träger-Material, sowie der farbbildenden Emulsionen. Eines ist aber sicher: Das Produkt 'Film' altert langsamer als Magnetbänder, die in Videorekordern eingesetzt wurden, DVDs für Computer oder Speicherchips der modernsten Elektronik haben die Langlebigkeit noch nicht bewiesen. Der Zustand der Filme, von denen die meisten nach 40 Jahren durchaus noch ansehnlich sind, beweist das durchaus eine lange Lebensdauer vorliegt.

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*) Dieser Beitrag ist eine Wiederholung vom 22.11.2015
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Warum wurden die Amateur-Schmalfilmprojektoren mit Tonteil so viel teurer ?

In einer Zeit, in der bereits die Kassettenrekorder für Musikkassette (MC) in unglaublich hohen Stückzahlen auf den Markt gekommen waren, schienen die Preisangebote für Tonfilmprojektoren einfach zu hoch zu sein. Gut, man konnte nicht erwarten, dass alle Bauteile eines normalen Kassettenrekorders 1 zu 1 in einem Projektor verbaut werden das wäre doch zu viel, aber den meisten Amateuren schien letztlich der monetäre Aufwand doch zu hoch zu sein, was an den verkauften Stückzahlen erkennbar wurde. Die Mechanik eines Tonfilmprojektors stellte im Wesentlichen das größte Problem an der Kostensteigerung dar. Denn neben dem relativ einfachen Filmtransport über gezahnte Räder war nun ein absoluter Gleichlauf der Antriebsrolle, die neben dem Tonabnehmer vor der Filmbühne lag, sicherzustellen. Dafür mussten Elektromotoren mit höherer Leistung und besserem Gleichlauf eingesetzt werden, die dann ein Schwungrad antrieben, welches jegliche Schwankungen, seien es die durch mechanische Widerstände entstehenden oder die strombedingten. Außerdem musste ein Schaltmechanismus angebracht werden, der die Bildfrequenzen von 18 bzw. 24 Bilder pro Sekunde sicherstellte. Die Elektronik sollte zudem einige Eigenschaften, die man vom klassischen Tonbandgerät her kannte, ermöglichen. Nämlich Tricküberblendungen, Aufnahmen vom Mikrofon oder direkt, am Projektor angeschlossen, von anderen Musik erzeugenden Quellen. Nicht selten wurden auch Anforderungen an hohe Tonqualität gestellt, wenn nicht sogar stereofon. Ein eingebauter Lautsprecher machte die Gräte zudem noch schwerer an Gewicht, sodass ein solches Paket durchaus über 5 kg auf die Waage brachte. Da wunderte es nicht, das die Grundpreise solcher Apparate den Geldbeutel stark belasteten. Mehr noch, Tonfilme waren zu dieser Zeit auch nicht gerade billig. Der Wettbewerb zum analogen Video-Gerät tobte außerdem schon im Hintergrund.


Lieber Leser, wir machen Herbstferien.

Aufgrund unserer Herbstferien veröffentlichen wird zwischen dem 10. bis einschließlich den 16.10.2017, keine Tages Ticker-Beiträge. Der nächste Tages Ticker wird am 17. Oktober erscheinen. Wir können daher nur empfehlen,, sich einmal die Zeit zu nehmen, in unserem Museums-Archiv zu stöbern, wo unter anderem in den über 1000 bereits veröffentlichten Beiträgen und mehr als 460 Bilderstrecken, die in der B i l d e r - G a l e r i e zu finden sind, über die Technik interessantes geschrieben wurde bzw. Schmalfilmkameras, Projektoren sowie das dazu passende Zubehör aus mehren Perspektiven, all diese Objekte bebildert sind.

Wie auch immer, bleiben Sie uns treu !


Bewegte Bilder in Web zu stremmen, muss das im Schmalfilm-Apparate-Museum sein ?

Die Übertragung von Bildern ist heutzutage eine gängige Art den Zustand eines Objektes oder seine Eigenschaften zu übermitteln. Immer häufiger wird auch der Kurzfilm, manchmal auch Video-Clip genannt, eingesetzt. Diese Methode stelzt aber voraus, dass der Browser des Besuchers der Web-Site dem letzten Standard der Technik entsprechen muss. Zwar habe bewegte Informationsbilder einen Reiz, der unverkennbar fesselt, mehr noch, wenn diese mit Ton unterlegt werden, doch sie können nicht alles Vermitteln, was von Bedeutung ist. Stimmt, denn so wird argumentiert: Standbilder, die über die Medien von heute übermittelt werden, verfallen nicht der flüchtigen Betrachtung, was aber den Videobildern eigen ist. Zum Beispiel: Ein Museum präsentiert ein Objekt, eine alte Kamera, so wie es das sappam macht, als Video-Clip. Sofort würde das bewegte Objekt zum Reizobjekt herabgestuft und bei Weitem nicht besser wiedergegeben werden, vergleicht man es mit einer aus mehreren Bilder bestehende Bilderstrecke, vergleichbar einer Dia-Show. Nur Standbilder ermöglichen dem Betrachter eine detaillierte Betrachtung am Gegenstand, was durch eine Bewegung des Gegenstandes zwar nicht unbedingt unterdrückt werden müsste, aber bedingt durch ihre Flüchtigkeit, sich der in der Erinnerung des Betrachters schneller entzieht. Uns im sappam erscheint dieser Effekt deutlich zu sein, vergleicht man unser Angebot 'Abspielbarer-Bilderdurchlauf' mit der Standbildbetrachtung. Die Standbilder werden viel länger in Augenschein genommen, als jene durchlaufenden Bilder. Eine zusätzliche Web-Site für Video-Clips einzurichten, die die Sequenzen stremmen, wäre für das sappam ein verhältnismäßig großer Aufwand. Ob das letztlich vorteilhaft ist, bleicht fraglich. Vielleicht werden wir eines Tages eine Testseite einrichten, die dann nur von Besuchern mit modernen PCs, Tabletts und iPhones einsehbar sind.

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*) Dieser Beitrag ist eine Wiederholung vom 30.09.2014
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Über unsere Erfahrung mit der Digitalisierung analoger Video-Filme. - Teil 4

Teil 1 dieser Folge wurde am 22.09.2017 veröffentlicht. Die 3. Folge wurde heute vor einer Woche veröffentlicht.

Nicht immer funktionieren komplexe Softwareprogramme so, wie man es sich als Laie erhofft. So war es auch bei unserer Erwartung, als wir, zur Digitalisierung analoger Videoaufzeichnungen, Pinnacle Studio 12 einsetzten. Zur Erinnerung sein gesagt: Der von uns bereitgestellte PC ist, ein Dell Optiplex GX 260, bestückt mit einer 40 GB-Festplatte, so wie er werksseitig ausgeliefert wurde. Das neu installierte Betriebssystem, Windows XP wurde mit Service Pack 3 (sp3) und den seit Kurzem ausgegebenen 166 Updates von MS ergänzt. Gleiches gilt für den Outlook Express, der nun Vs. 8 hat. Neben dem Pinnacle Studio 12 Filmschnittprogramm läuft auf dem Rechner nur noch ein Partitionsprogramm, mit dem die Festplatte mehrfach aufgeteilt wurde. Das Betriebssystem arbeitet auf der primären Festplatte, mit einem Speicheplatz um die 6 GB. Zur Digitalisierung der analogen Videostreifen haben wir eine zweite Partition mit ca. 8 GB, eingerichtet. Die dritte Partition hat folglich dem Rest an Speicherplatz der Festplatte. So können wir bewusst, bei der Digitalisierung, mit Studio 12, 2 mal 15 Minuten lange Filmabschnitte, in bester DV-Qualität, auf der 8 GB-Partition in zwei Konvertierungsaufträgen speichern, was mittels dem Zusatzgerät, z. B. Dazzle DVC 90, welches von Pinnacle empfohlen, möglich wird. Die mit 90 Minuten bespielten Videobändern werden so in 6 Abschnitte zerlegt bzw. aufgeteilt, wobei jeder Abschnitt etwas mehr oder etwas weniger besagte 15 Minuten haben sollte, damit letztlich die konvertierten .avi-Dateien in der Größenordnung um die 4 GB gesichert vorliegen. Plant man mehrere Videobänder zu digitalisieren, so empfiehlt es sich, mit dem Windows-Explorer für jedes Videoband, auf der dritten Partition einen entsprechenden Ordner anzulegen, in dem alle konvertierten .avi-Dateien, nach Bändern sortiert, abgelegt werden können. Nach der Übertragung durch Kopieren/Einfügen sind sämtliche Dateien die sich auf der 8 GB Festplatte befinden zu löschen, um neuen Platz zu schaffen. Nicht zu vergessen, dass auch der Mülleimer des PCs geleert werden sollte. Werden die jeweiligen Filmabschnitte viel größer als 15 Minuten gewählt, so gibt es erhebliche Nacharbeit die auch spätere Bearbeitung erschwert. Es kann auch vorkommen, dass der Rechner mitteilt: Das Kopieren der Datei x kann nicht vorgenommen werden, aus Mangel an Speicherplatz. In solchen Fällen bleibt nichts weiter übrig, als den Vorgang der Konvertierung nochmals durch Verkleinern der Filmabschnitte zu wiederholen. Die zu groß ausgefallenen .avi-Dateien sind selbstverständlich zuvor von der Festplatte zu löschen. Ist der PC in einem Netzwerk eingebunden, können die .avi-Dateien auch auf anderen Festplatten im Netz ausgelagert werden. Nicht ausgeschlossen ist auch die Nutzung einer Cloud, wenn diese nur genügend Speicherplatz zur Verfügung stellt.

- Fortsetzung folgt ! -

Weitere Fragen zum Thema können Sie hier stellen.


Zum 'Hingucker' unserer Site. In dieser Woche, die Sankyo Sound XL 300 S, eine einfache Tonfilmkamera.

Sankyo hatte ein Fülle an Apparaten im Laufe der Jahre herausgebracht. Auch ließ man es sich nehmen, im Tonfilmbereich die treuen Kunden zu befriedigen. Man blieb am Ball mit der Entwicklung. Hier nun ein Modell für den Anfänger des anspruchsvollen Schmalfilms, da die Tontechnik nicht leicht zu beherrschen war. Die XL 300 S war eine einfache Reportage-Kamera mit der sehr gut umzugehen war und jeder Stummfilm der noch auf seine Nachvertonung wartete leicht mit einer O-Ton Szene leicht ergänzt werden konnte. Zu diesen Gelegenheiten bot sich dieses Modell an und spielte durchaus eine wichtige Rolle dabei. Mit eine Besonderheit, wartete diese Tonschmalfilmkamera nicht auf, da hätte man schon auf die Schwestermodelle X 400 S oder XL 600 S zurückgreifen müssen.




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